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Summary

Enola Fall - We never sleep

Der Sticker, der die Frontseite des Albums ziert, verrät es bereits. Fans von Coldplay, Radiohead, Bright Eyes und Sigur Ros sollen sich „We never sleep“ des australischen Trios Enola Fall kaufen. Besser in den CD Player legen.

Der Sticker, der die Frontseite des Albums ziert, verrät es bereits. Fans von Coldplay, Radiohead, Bright Eyes und Sigur Ros sollen sich „We never sleep“ des australischen Trios Enola Fall kaufen. Besser in den CD Player legen.

Hmmm – fügen wir mal noch Muse hinzu! Die sind zumindest mir eingefallen, aber der Sticker wird bestimmt nicht nochmal neu gedruckt, außerdem ist es auch nur ein bisschen Muse und auch davon die eher softere Variante.

Dennoch, wenn es um klagenden, emotionalen Gesang geht, reiht sich Joe Nuttall, Sänger und Gitarrist von Enola Fall, bestens in die gut ausstaffierte Emoliga ein. Der große Unterschied zu ähnlich gestrickten Bands, zu denen ich jetzt einfach auch noch Silverchair zähle (name drop), ist dass es nie richtig laut wird und daher das Gefühl entsteht, als würde jede Sekunde der Schrei aus den Tiefen der Seele in ohrenbetäubenes Gitarrengewitter umschlagen, doch das, wenn überhaupt in Ansätzen bei „Draw Swords“, passiert nie. Und somit befindet sich der Hörer wieder da, wo er mit dem ersten Blick auf das Cover angefangen hat. Bei einer Gestalt, halb Skelett, halb Mensch mit einer abgeknickten Blume in der Hand, die sich mitten in der Nacht zwischen kahlen Bäumen direkt vor einem Van Goghschen Mond befindet. Tolle Vorstellung, oder? Sollte das Hobart, Tasmanien sein, da nämlich kommt die Band her, erklärt sich auch leicht der traurig, entrückte Grundton von „We never sleep“. Bei der Gegend könnte ich auch kein Auge zu machen.

Es scheint, als wandere diese Figur zum Bläser unterlegten „Aubade“ oder „Sleepless“ ohne zu wissen, wohin der Weg führen wird. Mal scheint alles verloren, doch stets keimt Hoffnung auf und die klingt dann auch etwas optimistischer, zumindest was die Musik betrifft. („Brief Lives“).

Ansonsten haben Enola Fall ganze Arbeit geleistet. Herz und Gehirn werden gleichermaßen stark in Mitleidenschaft gezogen. Psychedelische Anleihen, wie das völlig gegen jede Struktur leiernde „The Ocean in your Room“, den Coldplay Gedenksong „Hope against Hope“ und das intensive 7:17 Minuten Werk „Draw Swords“ ergeben ein Album, das sich wunderbar zum herbstlich, nass-kaltem Wetter gesellt und nicht umsonst ursprünglich am 11. November erschienen ist (Import). In Deutschland ist das Album des australischen Dreiers seit dem 9. Dezember zu erstehen und wer noch nicht weiß, was er mit dem trüben Winterwetter anfangen soll, der holt sich zur Unterstützung seines Leidens am besten „We never sleep“ und kann dann die ganze Nacht im Wald darüber nachdenken, warum eigentlich alles so schlimm ist?

(Aber ist in Australien nicht gerade Sommer?! Ach, wie furchtbar surreal ist das denn?)

sitzt bereits im Wald: Marco Stahn

 

www.enolafall.de

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