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Summary

Arcade Fire - Reflektor

Gottes Werk und Murphys Beitrag.

Band: Arcade Fire
Album:
Reflektor
Mitglieder:
Win Butler, Régine Chassagne, Will Butler, Richard Reed Parry, Tim Kingsbury, Sarah Neufeld, Jeremy Gara
feat. Streicher-Arrangements von Owen Pallett
Herkunft:
Montreal, Quebec, Kanada
klingt wie:
Arcade Fire im LSD Soundsystem

Sie klagten und trauerten. Standen am Grab, sangen in der Kirche. Sahen Bomben fallen. Düstere Visionen. Kriegsszenarien. Sie lernten Autofahren: der große Motor Angst, der ewige Treibstoff Leid, der emotionale Tank immer ein bisschen zu voll. Die Ölspur auf der Straße: ein Hoffnungsschimmer. So irrten sie durch die Suburbs, einsam und gelangweilt, auf der Suche nach Sinn, auf der Suche nach sich selbst.

Getrieben von der Angst, überwältigt vom Leben, entflammt durch die Hoffnung, schrieben sie Songs in Überlebensgröße, füllten Stadien mit Menschen und Augen mit Freudentränen. Mit stets melancholischen Minen und unerschütterlicher Ernsthaftigkeit schritten sie von Zeit zu Zeit zur Tat um wahre musikalische Meisterwerke zu schaffen.
Arcade Fire haben sich selbst ein Denkmal gebaut: Der Pathos-Pop auf ihrem Debüt-Album Funeral, die epochale Energie von Songs wie Wake Up, der sakrale Folk auf Neon Bible, die einschüchternde Orgel in Intervention, die Indie-Hymnen auf The Suburbs, die treibenden Gitarren in Ready to Start. Die Band: Kultisch verehrt, zu Göttern glorifiziert. Ihre Musik: ein Himmel voller Geigen, Melodien für Millionen.

Doch immer wenn man denkt, besser geht`s nicht mehr, kommt ein neues Arcade Fire Album daher.
Auf ihrem vierten Werk Reflektor tritt das reflektierte Ich ins reflektierte Licht ... der Discokugel und tanzt, tanzt, tanzt als gäb`s kein Morgen mehr (wie – bitte entschuldigt den blasphemischen Querverweis – Schmuse-Barde Philipp Poisel just an dieser Stelle jaulen würde).
Es ist der Pop-Skandal des Jahres: die einst so ernst vor sich hin orgelnden Arcade Fire haben zusammen mit James Murphy, seines Zeichens Mastermind des legendären New Yorker Disco-Labels DFA-Records sowie LCD Soundsystem Frührentner, tatsächlich eine abenteuerlich bunte Tanz-Platte gemacht. Für die-hard Fans der allerersten Underground-Stunde mag diese doch eigentlich so frohe Kund in etwa so anmuten, als würden Scooter plötzlich gemeinsam mit Justin Vernon eine einfühlsame Singer-Songwriter-Platte aufnehmen. Wer bereits beim Vorgänger The Suburbs von der finsteren Vorahnung ereilt wurde, dass Arcade Fire ihre Unschuld nicht an die Orgel verloren, sondern ihre Seele an den Synthie verkauft haben, dem sei gesagt: es kommt noch schlimmer. Denn Produzent James Murphy ist ein fieser Tanzteufel, der im Olymp der kanadischen Gottheiten ein Fegefeuer der Disco-Beats gezündet hat – und das, oh schreck, klingt schlichtweg genial.

I thought, I found a way to enter – but it`s just a reflector.
I thought I found a connector – but it`s just a reflector.

Wer letztendlich den richtigen Zugang zum neuen Klang-Kosmos der Kanadier findet, den erwartet ein fast anderthalbstündiger, auf zwei CDs verteilter Rausch, der mit dem einsetzenden Beat des Openers und Titelsongs Reflektor beginnt und im ausufernden Outro von Supersymmetry kulminiert. Alles was dazwischen passiert gleicht einer Achterbahnfahrt durch die schillernsten Klangfarben der Pophistorie, plötzliche Gefühlsausbrüche und Schwindelattacken inklusive.
Auf Reflektor malen Arcade Fire ihre Meisterwerke mit Licht, mal strahlend hell, mal neongrell, mal schummrig schön. Dabei klingen sie ganz anders als bisher, aber dennoch so vertraut. Tropische Trommeln schlagen karibische Rhythmen, knarzende Bässe und funkige Gitarren setzen tanzbare Akzente, hier ein bisschen Boogie auf dem Piano, da ein spaciges Sample, dort ein sexy Saxophon – es gibt viel zu entdecken im Farbspektrum des reflektierten Lichts der Discokugel, unter der aber nach wie vor Arcade Fire stehen. Und weil diese nun wahrlich keine fuchsfidele Spaßkapelle sind, kann man davon ausgehen, dass die Disco-Nummer, die sie hier tanzen kein ironischer Twerk, sondern ein vollkommen humorloser Foxtrott ist. So hat zwar der Beat Einzug in ihren Sound gehalten, aber der Pathos und die Streicher sind geblieben, auch die elegische Hymnik, der Hang zu Rockepen (man höre: Normal Person, Joan of Arc) sowie die Überwältigungs-Mechanismen, von denen sich die Band um Win Butler wohl niemals lösen wird. Die 13 überaus ausladenden Songs auf Reflektor hebeln Hörgewohnheiten aus, sprengen Songstrukturen, lullen den Hörer ein, bevor sie die wildesten Haken schlagen.
Sie streuen pophistorische Referenzen, nehmen ihnen den Kontext und verwischen die Spuren so gekonnt, dass man sie nur noch als einzelne Fragmente in einem großen Ganzen wahrnimmt: David Bowies kurzen Cameo in Reflektor, den Billy-Jean Bass in We Exist, die Johnny-Marr Gitarre in Already Know, die Punk-Rock-Anleihen in Joan of Arc, ein bisschen The Knife in Porno, mehr Talking Heads im epischen It's never over (Oh Orpheus) und sehr viel vom musikalischen Lebensgefühl Règines Heimat: Haiti. Das wiederum sorgt dafür, dass die Orgel auf Reflektor nur noch eine Statisten-Rolle spielt, während die Percussion in ihrer ganzen Vielfalt als instrumentaler Hauptdarsteller glänzt.
Reflektor reflektiert das Leben und das Leben nach dem Leben, dichtet die Sage von Orpheus und Euridyke neu, erzählt vom Diesseits und vom Jenseits, vom Licht, das niemals ausgeht, vom Erwachsenwerden, vom Anders-Sein, von der Nacht und von zu viel Porno – kurzum: von der Essenz der menschlichen Existenz.
Am Ende bleibt ein vollkommen überwältigter Hörer zurück. Ekstase, Glücksgefühle, Freudentaumel, Gänsehaut – Arcade Fire. Reflektor ist ein Risiko, doch mit ihrem bisher kreativsten, experimentellsten und poppigsten Album ist den Kanadiern wieder mal ein großer Wurf gelungen. Wie kaum eine andere Band ihres Kalibers schaffen sie die konsequente Weiterentwicklung und Neuerfindung, ohne sich dabei jemals selbst aus den Augen zu verlieren. Reflektor ist mehr als die friedliche Koexistenz von Disco-Beat und Rock-Pathos – es ist eine überirdische Verschmelzung beider (Klang-)Welten. Des Indie-Gottes Werk und des Tanzteufels Beitrag eben, himmlisch schön und höllisch gut. Oder, um es mit den Worten der Band zu sagen:

But if theres no music up in heaven, then what's it for?
When I hear the beat, the spirits on me like a live wire.
A thousand horses running wild in a city on fire.
But it starts in your feet, then it goes to your head.

And if you can't feel it, then the roots are dead.“

Anspieltipps:

  • We Exist
  • Here Comes The Night Time
  • Normal Person
  • Awful Sound (Oh Eurydice)
  • It's Never Over (Oh Orpheus)
  • Afterlife
  • Reflektor

White light, White light goin' messin' up my mind: Johanna Eisner 

Zugezogen Maskulin melden sich nach über zwei Jahren eindrucksvoll zurück, viel verändert hat sich nicht. Und das ist auch gut so. Die Wut mit der sie schon auf „Alles Brennt“ rappten, bringen Testo und Grim jetzt auch auf „Alle gegen Alle“ rüber.

Der Titel ist Programm. Im neuen Album wird nahezu jede Gesellschaftsschicht und jedes Milieu Deutschlands und der westlichen Welt thematisiert, von Berlin Mitte über scheinbar kluge Satiriker bis zur ostdeutschen Provinzbevölkerung. Und vor allem deren Gräben. Quasi Alle gegen Alle.

Obwohl sie zwei Jahre an dem Album gearbeitet haben, treffen sie einen Nerv - das Auseinanderdriften der Gesellschaft, ganz besonders das moralische Erheben Einzelner gegenüber der breiten, teilweise abgehängten Masse.

Besonders hervor sticht neben den beiden Vorab-Singles „Alle gegen Alle“ und „Was für eine Zeit“ auch der Track „Yezzy Christ Superstar“. Dieser steht symbolisch für das Leben der heutigen Jugend. Solange das Outfit und der Instagram-Feed stimmen, ist alles ertragbar. Dass die moderne Leistungsgesellschaft auch Opfer hat, thematisieren Zugezogen Maskulin auf „Der müde Tod“. Denn nicht für alle Menschen ist das Leben Friede, Freude, Kunstaustellung.

Musikalisch knüpft „Alle gegen Alle“ beim Vorgänger „Alles Brennt“ an. Genauso impulsiv und frontal präsentiert sich das Klangbett und passt damit bestens zu Testo und Grim. Somit ist bei ihren Konzerten wieder Abriss, Ekstase und Pogo garantiert.

Viel lassen Sie nicht vermissen, außer eventuell eine Radiosingle. Aber wer Untergrund rappt, braucht diese auch nicht. Zugezogen Maskulin schaffen mit der neuen Platte den perfekten Nachfolger zu „Alles Brennt“ und setzen eindrucksvoll ihren Stempel auf das prall gefüllte Deutschrapjahr 2017.

Text: Marcel Kröber

Video

ODESZA (Harrison Mills und Clayton Knight) gelten zurecht als eine der populärsten Gruppen im Bereich der elektronischen Musik und haben den Ruf, ihre Fans auf ihren regelmäßig ausverkauften Live-Konzerten besonders glücklich zu machen.

Harrison Mills und Clayton Knight haben in ihrer noch jungen Karriere bereits eine Grammynominierung sowie goldene Schallplatten für ihre Singles erhalten und bei Spotify und YouTube zusammen über eine halbe Milliarde Plays angehäuft. Mit zwei komplett selbst produzierten Studioalben erschafft das Duo aus Seattle atmosphärische, filmische Musik, die die Grenzen zwischen den Stilen verwischt, in denen sie sich bewegen. Gleichzeitig legen sie aber viel Wert darauf, live auch jene Instrumente zu spielen, die im Studio zum Einsatz kamen, wie es ihre zahlreichen Konzerte bezeugen. Nebenbei schafften sie es sowohl 2015 als auch 2016, jedes ihrer Konzerte auszuverkaufen (nebst Headlinershows auf den größten Festivals weltweit), zuletzt erst bespielten sie die Bühne des knapp 10.000 Plätze fassenden Red Rocks Amphitheaters – gleich zwei Abende hintereinander.

Das neue Album „A Moment Apart“ präsentiert sich gereift; ein Sound, der insbesondere auf Atmosphäre setzt, auf funkelnde Synth-Lines – und auf Gefühle wie Nostalgie, Zuversicht und Hoffnung. Die namhaften Gäste auf dem Album sind u.a. Leon Bridges, Regina Spektor, und RY X. Eklektisch? Aber sicher!

Das Schlussstück des Albums, „Corners Of The Earth (feat. RY X)“, eines der beiden heute bereits veröffentlichten Vorabstücke, baut auf einer schaurigen Gesangsperformance von RY X auf, die sich durch episch-donnernde Low-EndSynthesizer kämpft, während Bläsersätze und Chöre zum Finale in ein wahrhaftes Crescendo hineinsteigern. Der Track verschmilzt so zu einem emotionalen, nahezu filmischen Höhepunkt, ganz nach der geschätzten Produktionsweise von ODESZA.

„Meridian“ ist ein weiterer ODESZA-typischer Track, der mit rhythmisch pulsierenden Drums und kraftvollen Vocals gleichermaßen die subtile Klangverschiebung des Duos hörbar macht, die man womöglich bereits der Covergestaltung abzulesen wusste, die von Harrison Mills und Michelle Gadeken besorgt wurde.

Die 16 Tracks des Albums ergeben ein Gesamtbild und erzählen eine musikalische Geschichte, welche Odesza zu erzählen wissen: diffizil, abwechslungsreich, sphärisch und auf der Reise zwischen Pop und Elektro; feingliedrig und manchmal auch kurz brachial:
Macht euch ein eigenes akustisches Bild, wir können es euch absolut...

In der Musik ist es wie im Weltgeschehen. Findet ein Systemwandel statt, lässt die Gegenrevolte meist nicht lange auf sich warten. Die Zukunft der Musik konnten in den 1980er-Jahren nur Besserverdiener gestalten. Sampling war das Zauberwort der Stunde und wer eine halbe Million Dollar lockermachen konnte, durfte mitsampeln - an inzwischen vollkommen veraltet-bräsigen Maschinen. Die Jugend, seit jeher wichtigster Impulsgeber der Popmusik, durfte keinen Trevor Horn vorweisen, weil sie sich der Produktionsmittel nicht bedienen konnte.

Während des Wechsels ins neue Jahrzehnt roch es förmlich nach Revolution in den Clubs, als DJs die Musik schnelltaktignachhaltig veränderten. Mit einfachen Mitteln: Zündende Ideen, zwei Turntables, ein mittlerweile erschwinglicher Sampler, ein Mikro und eindringliche oder originelle Stimmen. Die Hits kamen wieder aus dem Underground, von schweißgebadeten Fanatikern, die House-Beats mit eigenen kurzen-prägnanten Melodien mischten. Techno-Dance, die Jugend- und Partykultur, deren Ausläufer bis heute andauern, krempelte die Musikwahrnehmung für immer um.

Alex Christensen, DJ erster Stunde - übrigens: lange bevor es USB-Sticks gab! - war tonangebender Mitinitiator der Techno-Dance- und Eurodance-Bewegung. Er ließ erst Deutschland, dann Europa und schließlich die ganze Welt tanzen. Beinahe im Alleingang. Ritmo de la noche, der Sommerhit des Jahres 1990 stammte aus seiner Feder. Danach ging es für den selbsternannten Musikverrückten aus Hamburg Schlag auf Schlag: Die erste Goldene für Ritmo, endlos Anfragen für Produktions-Jobs, jeder Club wollte den DJ von der Elbe als Garant für volle Häuser buchen.

1991 zündete er schließlich einen Knaller ungeahnten Ausmaßes: Das Boot von U96 hielt sich geschlagene 13 Wochen auf #1 der deutschen Singles-Charts, sorgte europaweit für Furore und ebnete der Techno-Szene eigenhändig den Weg in den Mainstream. Alex Christensen wurde allgegenwärtig: BRAVO-Titelbild, Gastrollen in Hollywood-Filmen und in der Marienhof-Serie - das volle Programm. Was zunächst keiner ahnte, ist heute Gewissheit. Der Name Alex Christensen ist zu einem der wenigen beständigen Brandings der internationalen Musikszene geworden.

Die Liste seiner Credits liest sich so lang wie beeindruckend. Er arbeitete mit Udo Lindenberg, Helene Fischer, Söhne Mannheims, Tom Jones, Paul Anka, Sarah Brightman, Mark Wahlberg aka Marky Mark, er saß bei Popstars in der Jury, feierte immer wieder mit eigenen Songs Riesenerfolge (Du hast den schönsten Arsch der Welt) und blieb dabei immer einer, der sich am liebsten hinter den Kulissen verortete. Spricht man heute mit ihm, bezeichnet er sich als "Familienmensch und Musikbesessener, der es nicht sein lassen kann und sich immer wieder selbst herausfordert, neue musikalische Abenteuer auszuprobieren".

Musik fördere bei ihm geradezu kindhaften Spieltrieb, führt er weiter aus. Immer noch. Nach zigtausenden Stunden im Studio, im DJ-Booth, an Analog-Equipment, mit dem mühelos ein Truck zu füllen gewesen wäre. Man glaubt es ihm ungesehen. Seine Range, die Bandbreite an Musikspielweisen, mit denen er der Popmusik seit mittlerweile drei Jahrzehnten Impulse verleiht, ist beispiellos. Dance-Tracks, Balladen, Electronic-Exkursionen, klassische Singer-Songwriter-Projekte, lupenreiner Pop - in der Produktionsweise von Alex Christensen klingt alles, wie es klingen soll, aber nie beliebig. Das bislang außergewöhnlichste Projekt von Alex Christensen, steht nun endlich vor der Vollendung.

Mit ...

Die irisch-amerikanische Folk-Rock-Band Flogging Molly (dt.: peitschende Molly) haben am 2. Juni ihr neues Album "Life Is Good" veröffentlicht. Bekannt sind sie seit ihrer Gründung 1997 durch ihren einmaligen irischen Sound, unterstrichen von Violine, Mandoline und Akkordeon. Das neue Album ist - als Nachfolger von Speed of Darkness (2011) - das nun schon sechste Studioalbum. Nie waren soziales und politisches Bewusstsein mehr im Vordergrund. 

Auf der Platte befinden sich tolle tanzbare Nummern wie The Hand of John L. Sullivan, Welcome to Adamstown oder The Bride Wore Black. Besonders die Verbindung zu ihren Wurzeln lassen sie deutlich spüren. Sehnsuchtsvolle Nummern wie The Last Serenade (Sailors and Fishermen) oder Life Is Good sind auch vorhanden. 

Das Album entführt den Hörer in einen irischen Pub, wo sich Gott und die Welt bis spät in die Nacht bei bester Musik über Dinge austauscht, die die Leute bewegen. Denn darum geht es bei Flogging Molly, dieses Gefühl von irischer Mentalität. Die Songs peitschen nur so die gute Stimmung und Laune voran. 

Sänger Dave King:"In Irland geht man in einen Pub, um sich zu unterhalten. Genau das machen wir jeden Abend auf der Bühne: in den Pub gehen und Geschichten austauschen."

In aller erster Linie sind Flogging Molly allerdings eine noch coolere Liveband, die gerade mit den Broilers und Vollbeat auf Tour ist: 
14. Juli: Dresden - Elbufer (w. Broilers)
15. Juli: Berlin - Wuhlheide (w. Broilers)
30. Juli: Thun - Stockhorn Arena (w. Vollbeat) SCHWEIZ
1. September: Graz - Messe (w. Vollbeat) ÖSTERREICH
3. September: Schweinfurt - Willy Sachs Stadion (w. Vollbeat) 

Video 1

Album Teaser

Mit Hits wie "Waterfalls", "No Scrubs" und "Creep" sowie 65 Millionen verkauften Alben, vier Grammys, Platin- und Diamant-Auszeichnungen, zehn Top-10- und vier Nummer-1Singles gehören TLC bis heute zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Girlgroups aller Zeiten. Das Tomboy-Trio vermengte Rap, R&B und Soul auf ganz eigene Weise, setzte modische Statements, predigte die Selbstermächtigung der Frau und legte in den 90er Jahren schon den Grundstein für die nächste Girlgroup-Generation um Beyonce Knowles und ihre Destiny's Child.

Aber nach dem Lisa "Left Eye" Lopes im Jahr 2002 sieben Monate vor der Veröffentlichung des letzten TLC-Albums "3D" bei einem Autounfall ums Leben kam, wurde es ruhig um die beiden verbliebenen Mitglieder Tionne "T-Boz" Watkins und Rozonda "Chilli" Thomas. Erst 2013 kehrten die beiden zurück auf die Bildfläche, spielten in Japan restlos ausverkaufte Konzerte und erhielten dort für ihr Lebenswerk den MTV Legend Award.

Nach anschließenden Touren in den USA und Australien meldeten TLC sich 2015 schließlich mit einem Spendenaufruf zurück. Mithilfe der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sammelte das Duo 430.000 US-Dollar für die Produktion einer neuen Platte. Künstler wie Katy Perry, New Kids on the Block und Justin Timberlake beteiligten sich an der Aktion. Das Ergebnis: "TLC", das erste TLC-Album seit 15 Jahren!

Und gleich der erste Track gibt die Marschrichtung vor. Der Name "No Introduction" ist dabei Programm. Die Sprechchöre, die lautstark "T-L-C!" skandieren, machen deutlich: Nein, diese beiden Damen brauchen garantiert keine Vorstellung mehr. "Way Back" mit Westcoast-Rap-Legende Snoop Dogg lässt im Anschluss Erinnerungen an alte Zeiten wach werden. Ein astreiner Throwback-Track zu dessen Golden-Era-Sound T-Boz und Chilli sich an unbeschwerte Highschool-Partys und das Hören von Michael-]ackson-Alben erinnern - und gleichzeitig die Hochs und Tiefs ihrer Freundschaft zelebrieren.

Auf "TLC" geben sich T-Boz und Chilli so vielseitig wie eh und je. "Scandalous" zieht einen mit nervösen Hi-Hats, brummenden Bässen und hypnotisiernden Synthies auf den Dancefloor, während "Aye MuthaFucka" als zurückgelehnt-selbstbewusster Representer auf Blechbläserbasis daherkommt. Und wenn Left Eye sich im nach ihr benannten Interlude via archivierter Anrufbeantworteraufnahme über einen lockeren Beat zu Wort meldet, dann fühlt es sich für einen ganz kurzen Moment so an, als seien die drei wieder vereint.

Aber TLC blicken nicht nur zurück. "Haters" ist ein echter Pop-Banger.

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