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Summary

Die besten Nicht - CDs der Wochen des Jahres 2009

Die Musikredaktion ist ein demokratischer Verein! Scheinbar. Doch bei der wöchentlichen Wahl zur „Cd der Woche“ fallen einige eigentlich ganz wunderbare Scheiben, zum Leidwesen der einzelnen Redakteure, diktatorischen Machtstrukturen zum Opfer und verstauben traurig in einer Kiste voller abgelehnter CDs. Doch im Zuge eines endjährlichen Listenwahns lassen wir sie noch mal auferstehen – unsere persönlichen Lieblingsalben, die es nicht hinauf in den „CD der Woche“ - Olymp geschafft haben. Dass es sich dabei eigentlich um Platten handeln sollte mit denen wir auch physisch oder digital bemustert wurden, können wir manchmal in unserem übersteigerten Enthusiasmus leider nicht beachten. Und so erfolgt dieses Jahr erstmalig die Einführung zweier Sonderkategorien namens „Wir tun einfach mal so, als wären wir damit bemustert worden (siehe Herr Wörz und Frau Bauer und auch meine Wenigkeit ist sich nicht so sicher) und „Beste Phantom – CD der Woche, die nie richtig rezensiert wurde, FRAU LAMPE!!“ (siehe Herr Muhs).

Damn Seagulls – Hunting Season

Objektivität ist das Nonplusultra einer Rezension. An dieser Stelle verzichte ich darauf: Hunting Season‘ ist das beste Album des Jahres! Aus Helsinki, der wunderschönen Haupstadt Finnlands zu uns rübergeschwappt, transportiert dieses Meisterwerk der Akustik alles was das Herz begehrt: Tanzbarkeit, Emotionalität, Sehnsucht, die Lizenz zum Schweben, verzerrte Gitarren, verzaubernde Synthie und Hammondorgel-Sounds und vor allem Herz, Herz, Herz, Herz, Herz, Herz, Herz und Eier. Finnland! Fesseln! Fühlen!

Von Jakob Sauerwein

 
Phantom and Ghost- Thrown out of Drama School

Wir lieben Dirk von Lowtzow. Wegen seiner Liebe zur Serie „Buffy“ wegen seinen großartigen Auftritten mit seiner Band Tocotronic und                         wegen  Phantom/ Ghost. Vorallem wegen Phantom/Ghost.

Jedes der bisher erschienen Alben steht unter einem großartig fantastischem Motto. ( z.B. Three: Hexeri, Folk Music) Aber nicht nur das fasziniert uns. Auch seine wandelbare Präsenz auf der Bühne gleicht einem Schauspiel. Mal rotziger Rocker mal verklemmter Snob und mit seinem aktuellen Album war er unter anderem als übertrieben gestikulierender Sekttrinker zu beschauen. Ein Schauspiel in neun Akten. An Dramatik, Glanz und Prunk nicht zu übertreffen.

Melodien, Wortgewandheit und Poesie verschmelzen zu
einem strahlenden Kunstwerk und immer wenn der letzte Song der Platte ausläuft ( Your my mate ), kullern Tränen des Glücks

Von Melissa Lampe 

 

Soap & Skin - Lovetune For Vacuum

Gerade einmal 19 Jahre war die verschlossene Österreicherin als sie Anfang des Jahres ihr Debütalbum "Lovetune For Vacuum" rausbrachte. Und nicht umsonst warf sich die Musikpresse auf diese langersehnte  Neuerscheinung, und nicht umsonst waren viele ihrer Konzerte rasend schnell  ausverkauft.

Da saß sie nun bei einem solchen Konzert im Berliner Festsaal Kreuzberg allein  mit ihrem Klavier und ihrem Laptop und schrammelte schräge elektronische Computerproduktionen zu ihren sanften Tastenschlägen und ihren noch viel  sanfteren bishin zu schreienden aber unglaublich fragilen Gesangseinlagen. Bis  sie dann den Saal mit einem kurzen "Danke" und einem überwältigten Publikum  wieder verließ. Für mich ein unglaubliches Erlebnis und ein unglaublich beeindruckendes Album. Meine liebste Nicht-CD-der-Woche.       

Von Yvette Wenzel

 

Brand New – Daisy 

Die musikalische Entwicklung der amerikanischen Rockband Brand New ist
faszinierender, als die der Killers und Bloc Party zusammen: Vom schrammeligen Schulbandpunkrock, über ausgereifteren emotionalen bis hin zu erwachsenen, intelligenten und genregrenzensprengenden Rock. In diesem Jahr überraschten sie uns mit "Vices" schon wieder:

Erwarteten alle eine ähnliche Richtung wie beim Vorgängererfolgsalbum "The Devil And God Are Raging Inside Me", erfanden sich Brand New mal wieder neu und boten manchmal anstrengenden und vertrackten, aber genau deswegen so interessanten Rock.

 Von Christian Laude

Sunset Rubdown – Dragonslayer
 
Welch ein Jahrmarkt der Eitelkeiten! Spencer Krug, seines Zeichens eine Sangeshälfte der kanadischen Band Wolf Parade, entführt uns mit einem seiner gefühlten hundert großartigen Nebenprojekte namens Sunset Rubdown i ns magische Theater.

Aufgeführt wird eine romantische Freakshow, in der spröde Gitarren auf verzücktes Geklimper treffen und sich zu einer sonderbar verschachtelten Lieder - Lyrik verweben, deren Zeilen man sich am liebsten direkt auf die Stirn tätowieren möchte. Acht  wunderschöne Songs zwischen Mystik, Maskerade und Metaphern – Jonlage schicken den Hörer auf eine Schwindel erregende Karussellfahrt durch eine Welt voller Drachen, Sagengestalten, Herzen und Könige.

Eintritt nicht für jedermann. Nur für Verrückte. Eintritt kostet den Verstand!

von Johanna Eisner 

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JJ - jj no° 2

In der schwülen Hitze des Julis taucht aus dem
Nichts ein Album auf, welches das Gefühl des Sommers nicht besser treffen könnte. Karibische Klänge verlieren sich hier in wunderschönem Pop.
Die zarte, aber kraftvolle Stimme der Sängerin schwebt tief über sommerlichen Rhythmen. Hier von einer Gitarre begleitet, dort werden Sounds des Mainstream-Hip-Hops neu interpretiert. So, dass am Ende ein zeitloses Album entsteht. Seinen Ursprung hat es im Sommer, von seinem Reiz verliert es
jedoch auch in der klirrenden Kälte des Winters nichts.

Von Fabian Wörz                                                   

 

Florence + The Machine - Lungs 

Wohl kaum einer kann so schwierige Themen wie Tod, aussichtsloser Liebe  
 oder Trennung in solch wunderbare energische und   fluffig lockere Melodien einbetten, wie Florence Welch bzw ihre Band Florence and the Machine. Alle 13 Songs der Platte sind ein Soundgemisch aus Gitarren, Chören, Streichern, Harfe, Klavier, wuchtigen Drums und zynisch, witzigen Texten („A kiss with a fist is better than none“)... einfach die  perfekte Musik für den Mp3-Player.

 von Daniela Bauer 

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Wild Beasts – Two Dancers

Two Dancers ist das zweite Album des Quartetts aus Leeds und ist zugleich das am wenigsten beachtete Album des Jahres 2009.
Top-Fifty Platzierungen in fachkundigen Musikzeitschriften: Fehlanzeige! Doch dieses Album verdient es unter die Top 10 zu kommen.

Schließlich haucht es dem allzu kindlichen britischen Indie-Rock einen Dandyismus ein, der, seit Echo & The Bunnymen und den heutzutage oft belächelten Spandau Ballet, ausgestorben schien. Der Falsett-Gesang und die lässig treibenden Gitarrenriffs schwelgen in einem atmosphärischen Drama, welches als erotic downbeat music am besten zu beschreiben ist. Die damit zur Schau gestellte Reife nährt die Hoffnung auf ein neues Cool Britannia.

 
Von Constantin Muhs

 

Zugezogen Maskulin melden sich nach über zwei Jahren eindrucksvoll zurück, viel verändert hat sich nicht. Und das ist auch gut so. Die Wut mit der sie schon auf „Alles Brennt“ rappten, bringen Testo und Grim jetzt auch auf „Alle gegen Alle“ rüber.

Der Titel ist Programm. Im neuen Album wird nahezu jede Gesellschaftsschicht und jedes Milieu Deutschlands und der westlichen Welt thematisiert, von Berlin Mitte über scheinbar kluge Satiriker bis zur ostdeutschen Provinzbevölkerung. Und vor allem deren Gräben. Quasi Alle gegen Alle.

Obwohl sie zwei Jahre an dem Album gearbeitet haben, treffen sie einen Nerv - das Auseinanderdriften der Gesellschaft, ganz besonders das moralische Erheben Einzelner gegenüber der breiten, teilweise abgehängten Masse.

Besonders hervor sticht neben den beiden Vorab-Singles „Alle gegen Alle“ und „Was für eine Zeit“ auch der Track „Yezzy Christ Superstar“. Dieser steht symbolisch für das Leben der heutigen Jugend. Solange das Outfit und der Instagram-Feed stimmen, ist alles ertragbar. Dass die moderne Leistungsgesellschaft auch Opfer hat, thematisieren Zugezogen Maskulin auf „Der müde Tod“. Denn nicht für alle Menschen ist das Leben Friede, Freude, Kunstaustellung.

Musikalisch knüpft „Alle gegen Alle“ beim Vorgänger „Alles Brennt“ an. Genauso impulsiv und frontal präsentiert sich das Klangbett und passt damit bestens zu Testo und Grim. Somit ist bei ihren Konzerten wieder Abriss, Ekstase und Pogo garantiert.

Viel lassen Sie nicht vermissen, außer eventuell eine Radiosingle. Aber wer Untergrund rappt, braucht diese auch nicht. Zugezogen Maskulin schaffen mit der neuen Platte den perfekten Nachfolger zu „Alles Brennt“ und setzen eindrucksvoll ihren Stempel auf das prall gefüllte Deutschrapjahr 2017.

Text: Marcel Kröber

Video

ODESZA (Harrison Mills und Clayton Knight) gelten zurecht als eine der populärsten Gruppen im Bereich der elektronischen Musik und haben den Ruf, ihre Fans auf ihren regelmäßig ausverkauften Live-Konzerten besonders glücklich zu machen.

Harrison Mills und Clayton Knight haben in ihrer noch jungen Karriere bereits eine Grammynominierung sowie goldene Schallplatten für ihre Singles erhalten und bei Spotify und YouTube zusammen über eine halbe Milliarde Plays angehäuft. Mit zwei komplett selbst produzierten Studioalben erschafft das Duo aus Seattle atmosphärische, filmische Musik, die die Grenzen zwischen den Stilen verwischt, in denen sie sich bewegen. Gleichzeitig legen sie aber viel Wert darauf, live auch jene Instrumente zu spielen, die im Studio zum Einsatz kamen, wie es ihre zahlreichen Konzerte bezeugen. Nebenbei schafften sie es sowohl 2015 als auch 2016, jedes ihrer Konzerte auszuverkaufen (nebst Headlinershows auf den größten Festivals weltweit), zuletzt erst bespielten sie die Bühne des knapp 10.000 Plätze fassenden Red Rocks Amphitheaters – gleich zwei Abende hintereinander.

Das neue Album „A Moment Apart“ präsentiert sich gereift; ein Sound, der insbesondere auf Atmosphäre setzt, auf funkelnde Synth-Lines – und auf Gefühle wie Nostalgie, Zuversicht und Hoffnung. Die namhaften Gäste auf dem Album sind u.a. Leon Bridges, Regina Spektor, und RY X. Eklektisch? Aber sicher!

Das Schlussstück des Albums, „Corners Of The Earth (feat. RY X)“, eines der beiden heute bereits veröffentlichten Vorabstücke, baut auf einer schaurigen Gesangsperformance von RY X auf, die sich durch episch-donnernde Low-EndSynthesizer kämpft, während Bläsersätze und Chöre zum Finale in ein wahrhaftes Crescendo hineinsteigern. Der Track verschmilzt so zu einem emotionalen, nahezu filmischen Höhepunkt, ganz nach der geschätzten Produktionsweise von ODESZA.

„Meridian“ ist ein weiterer ODESZA-typischer Track, der mit rhythmisch pulsierenden Drums und kraftvollen Vocals gleichermaßen die subtile Klangverschiebung des Duos hörbar macht, die man womöglich bereits der Covergestaltung abzulesen wusste, die von Harrison Mills und Michelle Gadeken besorgt wurde.

Die 16 Tracks des Albums ergeben ein Gesamtbild und erzählen eine musikalische Geschichte, welche Odesza zu erzählen wissen: diffizil, abwechslungsreich, sphärisch und auf der Reise zwischen Pop und Elektro; feingliedrig und manchmal auch kurz brachial:
Macht euch ein eigenes akustisches Bild, wir können es euch absolut...

In der Musik ist es wie im Weltgeschehen. Findet ein Systemwandel statt, lässt die Gegenrevolte meist nicht lange auf sich warten. Die Zukunft der Musik konnten in den 1980er-Jahren nur Besserverdiener gestalten. Sampling war das Zauberwort der Stunde und wer eine halbe Million Dollar lockermachen konnte, durfte mitsampeln - an inzwischen vollkommen veraltet-bräsigen Maschinen. Die Jugend, seit jeher wichtigster Impulsgeber der Popmusik, durfte keinen Trevor Horn vorweisen, weil sie sich der Produktionsmittel nicht bedienen konnte.

Während des Wechsels ins neue Jahrzehnt roch es förmlich nach Revolution in den Clubs, als DJs die Musik schnelltaktignachhaltig veränderten. Mit einfachen Mitteln: Zündende Ideen, zwei Turntables, ein mittlerweile erschwinglicher Sampler, ein Mikro und eindringliche oder originelle Stimmen. Die Hits kamen wieder aus dem Underground, von schweißgebadeten Fanatikern, die House-Beats mit eigenen kurzen-prägnanten Melodien mischten. Techno-Dance, die Jugend- und Partykultur, deren Ausläufer bis heute andauern, krempelte die Musikwahrnehmung für immer um.

Alex Christensen, DJ erster Stunde - übrigens: lange bevor es USB-Sticks gab! - war tonangebender Mitinitiator der Techno-Dance- und Eurodance-Bewegung. Er ließ erst Deutschland, dann Europa und schließlich die ganze Welt tanzen. Beinahe im Alleingang. Ritmo de la noche, der Sommerhit des Jahres 1990 stammte aus seiner Feder. Danach ging es für den selbsternannten Musikverrückten aus Hamburg Schlag auf Schlag: Die erste Goldene für Ritmo, endlos Anfragen für Produktions-Jobs, jeder Club wollte den DJ von der Elbe als Garant für volle Häuser buchen.

1991 zündete er schließlich einen Knaller ungeahnten Ausmaßes: Das Boot von U96 hielt sich geschlagene 13 Wochen auf #1 der deutschen Singles-Charts, sorgte europaweit für Furore und ebnete der Techno-Szene eigenhändig den Weg in den Mainstream. Alex Christensen wurde allgegenwärtig: BRAVO-Titelbild, Gastrollen in Hollywood-Filmen und in der Marienhof-Serie - das volle Programm. Was zunächst keiner ahnte, ist heute Gewissheit. Der Name Alex Christensen ist zu einem der wenigen beständigen Brandings der internationalen Musikszene geworden.

Die Liste seiner Credits liest sich so lang wie beeindruckend. Er arbeitete mit Udo Lindenberg, Helene Fischer, Söhne Mannheims, Tom Jones, Paul Anka, Sarah Brightman, Mark Wahlberg aka Marky Mark, er saß bei Popstars in der Jury, feierte immer wieder mit eigenen Songs Riesenerfolge (Du hast den schönsten Arsch der Welt) und blieb dabei immer einer, der sich am liebsten hinter den Kulissen verortete. Spricht man heute mit ihm, bezeichnet er sich als "Familienmensch und Musikbesessener, der es nicht sein lassen kann und sich immer wieder selbst herausfordert, neue musikalische Abenteuer auszuprobieren".

Musik fördere bei ihm geradezu kindhaften Spieltrieb, führt er weiter aus. Immer noch. Nach zigtausenden Stunden im Studio, im DJ-Booth, an Analog-Equipment, mit dem mühelos ein Truck zu füllen gewesen wäre. Man glaubt es ihm ungesehen. Seine Range, die Bandbreite an Musikspielweisen, mit denen er der Popmusik seit mittlerweile drei Jahrzehnten Impulse verleiht, ist beispiellos. Dance-Tracks, Balladen, Electronic-Exkursionen, klassische Singer-Songwriter-Projekte, lupenreiner Pop - in der Produktionsweise von Alex Christensen klingt alles, wie es klingen soll, aber nie beliebig. Das bislang außergewöhnlichste Projekt von Alex Christensen, steht nun endlich vor der Vollendung.

Mit ...

Die irisch-amerikanische Folk-Rock-Band Flogging Molly (dt.: peitschende Molly) haben am 2. Juni ihr neues Album "Life Is Good" veröffentlicht. Bekannt sind sie seit ihrer Gründung 1997 durch ihren einmaligen irischen Sound, unterstrichen von Violine, Mandoline und Akkordeon. Das neue Album ist - als Nachfolger von Speed of Darkness (2011) - das nun schon sechste Studioalbum. Nie waren soziales und politisches Bewusstsein mehr im Vordergrund. 

Auf der Platte befinden sich tolle tanzbare Nummern wie The Hand of John L. Sullivan, Welcome to Adamstown oder The Bride Wore Black. Besonders die Verbindung zu ihren Wurzeln lassen sie deutlich spüren. Sehnsuchtsvolle Nummern wie The Last Serenade (Sailors and Fishermen) oder Life Is Good sind auch vorhanden. 

Das Album entführt den Hörer in einen irischen Pub, wo sich Gott und die Welt bis spät in die Nacht bei bester Musik über Dinge austauscht, die die Leute bewegen. Denn darum geht es bei Flogging Molly, dieses Gefühl von irischer Mentalität. Die Songs peitschen nur so die gute Stimmung und Laune voran. 

Sänger Dave King:"In Irland geht man in einen Pub, um sich zu unterhalten. Genau das machen wir jeden Abend auf der Bühne: in den Pub gehen und Geschichten austauschen."

In aller erster Linie sind Flogging Molly allerdings eine noch coolere Liveband, die gerade mit den Broilers und Vollbeat auf Tour ist: 
14. Juli: Dresden - Elbufer (w. Broilers)
15. Juli: Berlin - Wuhlheide (w. Broilers)
30. Juli: Thun - Stockhorn Arena (w. Vollbeat) SCHWEIZ
1. September: Graz - Messe (w. Vollbeat) ÖSTERREICH
3. September: Schweinfurt - Willy Sachs Stadion (w. Vollbeat) 

Video 1

Album Teaser

Mit Hits wie "Waterfalls", "No Scrubs" und "Creep" sowie 65 Millionen verkauften Alben, vier Grammys, Platin- und Diamant-Auszeichnungen, zehn Top-10- und vier Nummer-1Singles gehören TLC bis heute zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Girlgroups aller Zeiten. Das Tomboy-Trio vermengte Rap, R&B und Soul auf ganz eigene Weise, setzte modische Statements, predigte die Selbstermächtigung der Frau und legte in den 90er Jahren schon den Grundstein für die nächste Girlgroup-Generation um Beyonce Knowles und ihre Destiny's Child.

Aber nach dem Lisa "Left Eye" Lopes im Jahr 2002 sieben Monate vor der Veröffentlichung des letzten TLC-Albums "3D" bei einem Autounfall ums Leben kam, wurde es ruhig um die beiden verbliebenen Mitglieder Tionne "T-Boz" Watkins und Rozonda "Chilli" Thomas. Erst 2013 kehrten die beiden zurück auf die Bildfläche, spielten in Japan restlos ausverkaufte Konzerte und erhielten dort für ihr Lebenswerk den MTV Legend Award.

Nach anschließenden Touren in den USA und Australien meldeten TLC sich 2015 schließlich mit einem Spendenaufruf zurück. Mithilfe der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sammelte das Duo 430.000 US-Dollar für die Produktion einer neuen Platte. Künstler wie Katy Perry, New Kids on the Block und Justin Timberlake beteiligten sich an der Aktion. Das Ergebnis: "TLC", das erste TLC-Album seit 15 Jahren!

Und gleich der erste Track gibt die Marschrichtung vor. Der Name "No Introduction" ist dabei Programm. Die Sprechchöre, die lautstark "T-L-C!" skandieren, machen deutlich: Nein, diese beiden Damen brauchen garantiert keine Vorstellung mehr. "Way Back" mit Westcoast-Rap-Legende Snoop Dogg lässt im Anschluss Erinnerungen an alte Zeiten wach werden. Ein astreiner Throwback-Track zu dessen Golden-Era-Sound T-Boz und Chilli sich an unbeschwerte Highschool-Partys und das Hören von Michael-]ackson-Alben erinnern - und gleichzeitig die Hochs und Tiefs ihrer Freundschaft zelebrieren.

Auf "TLC" geben sich T-Boz und Chilli so vielseitig wie eh und je. "Scandalous" zieht einen mit nervösen Hi-Hats, brummenden Bässen und hypnotisiernden Synthies auf den Dancefloor, während "Aye MuthaFucka" als zurückgelehnt-selbstbewusster Representer auf Blechbläserbasis daherkommt. Und wenn Left Eye sich im nach ihr benannten Interlude via archivierter Anrufbeantworteraufnahme über einen lockeren Beat zu Wort meldet, dann fühlt es sich für einen ganz kurzen Moment so an, als seien die drei wieder vereint.

Aber TLC blicken nicht nur zurück. "Haters" ist ein echter Pop-Banger.

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