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Summary

Die Türen - Popo

Dieses Album könnte auf keinen Fall den Titel tragen: 'Uns ging es gut'; Uns ging es teilweise miserabel. Viel lieber wären wir immer reich, gut ausssehend und glücklich gewesen...

Band: Die Türen
Album: Popo
Mitglieder: Maurice Summen (Sänger); Gunter Osburg (Gitarre); Ramin Bijan (Bassist); Michael Mühlhaus (Keyboarder); Markus Spinn (Drummer)
Herkunft: früher Westfalen, nun Wahlberliner

Hach, was haben wir geschmunzelt, als wir, in Persona von Steee, Florian und mir, zum ersten Mal das Booklet des neuen Türen Albums, namens „Popo“ auseinander nahmen. Angeheizt durch die Hülle (im klassischen Aldi-Format mit blau-weißen Streifen und dem dazugehörigen Logo) fanden mir im Sekundentakt neue Feinheiten und Reminiszenzen an den Billig-Discounter. Das Begleitmaterial zur Cd, welche als Schinkenwurst getarnt ist, wurde nämlich im allwöchentlich erscheinenden Prospektformat gedruckt. Natürlich mit Dauertiefpreisen!

Bei den Türen bekommt man jetzt jedenfalls mehr fürs Geld. Denn aus dem Trio ist ein Quintett geworden. Neu dazu gekommen, um die Labelgründer von Staatsakt, sind der Ex-Blumfeld Keyboarder Michael Mühlhaus und der Drummer Markus Spinn.

Im Folgenden das neue Album in Stenographieform:

  • Pausen machen geht nicht:  fluffiger Disco-Soul-Beat, wie „Ulrich Tukur und die Rhythmusboys“ alias The Bee Gees in den Siebziger Jahren; es geht inhaltlich um die Leistungsgesellschaft – um die Hatz - wer nicht mitkommt, der wird ersetzt.

 "Kein Geld, aber Disco..."

  • Die Welt wird mich von seiner spießigsten Seite kennen lernen: oh, da wird geswingt, ganz viele Bläser ertönen und alle rufen „Spießer, ihr Spießer!“
  • Der Blues kommt zurück in die Stadt: unglaublich politisch; die Verelendung des Arbeitertums durch erlassene Gesetze, welche in der Agenda 2010 festgelegt wurden, und das in letzter Zeit belastende Phänomen der Flaschensammler werden thematisiert

"Sei nicht traurig, dass letzte Hemd hat keine Taschen
Sei nicht traurig, da ist immer noch genug Pfand auf die Flaschen
Sei nicht traurig, man kann einem nackten Man nicht in die Taschen greifen"

  • Sei Schlau, Bleib Dumm:  das beginnt wie der Hit von Fettes Brot namens „Emanuela“; sehr elektronisch, aber so was von eingängig; grandios; Refrain wird von zwei Frauen intoniert; erinnert mich persönlich immer an die Erzählungen eines Freundes über die Bar 25 in Berlin, wo jede Woche ein neuer Trend geboren wird.

"Hey, cooler Laden! Gleich spielt noch 'ne neue No-Wave Band,
die kenn ich aus dem INTRO-Magazin
Single der Woche im NME

Hey schau mal da vorn steht Mona, die war in London
da gehen wir hin
Was sie kennt den Drummer, ist ja der Hammer
Hier laufen echt die interessantesten Leute rum"


  • Eier: die Stimme des Sängers klingt stark nach der des Fehlfarben Sängers Peter Hein; wiederum sehr politisch angehaucht...dies könnte auch ein Lied von den Goldenen Zitronen sein.

        „In meinem Schinken da schwimmt ein Ei
und setzt gezielt die Leistung frei."

  • Daddy Uncool: Hehe; klassischer Geschlechter-Konflikt; es werden viele textliche Samples, wie zum Beispiel von Grönemeyer, verwendet; tolle Keyboardhooks; Unterstützung des Feminismus.

Sie:" Doch nun will ich, ein Kind von dir
Alles was ich will, ist eine Höhle mit dir bauen."

Er:"Alles was ich will, ist die Regierung der Schürzen!"
Refrain:"Er ist Uncool
Doch Uncool ist das neue Cool!"

 

  • Ehrliche Arbeit: und schon wieder das Thema die Arbeit; diesmal die Krux arbeiten zu müssen, um zu überleben, doch damit leidet die Freizeit und man lebt nur noch um zuarbeiten...wie damals in der Industrialisierung

      „Die Welt ist schlecht(jajaja)
    Allein von Arbeit (neinneinnein)
    Kann man nicht leben (dochdochdoch)“

  • Tanz Den Tanz: oh, ist das Bernd Begemann?; das Lied hat sehr viel Soul...
  • Indie Stadt: die erste Single aus diesem Album; beschreibt die Tristesse in einer kleinen Stadt und die Sehnsucht nach Mehr in einer großen Stadt; beschreibt aber auch den Einheitsbrei an Kultur im Indie.

Man kann dieses Album als sehr programmatisch betrachten. Es wird über Arbeit, Nicht-Arbeit und Sozialabbau geredet bzw. gesungen. Und da passt das Bild, welches die Türen benutzen, als sie die Konzeption des Billigdiscounter (früher der Inbegriff sozial unterer Schichten) verwenden. Auch der Albumname ist bewusst mit „Popo“ gewählt wurden. Denn dieser ist ein Synonym für „Arsch“ und was sagt ein einfacher Mensch, wenn er wieder das Gefühl hat von der Politik vernachlässigt zu werden. Genau...“Leckt mich am Arsch!“

Fazit: Eine knallharte Analyse des sozioökonomischen Abstiegs des einfachen Arbeiters, mit all seinen Erscheinungsformen und Facetten. Dabei wird an Kritik an der Gesellschaft und der vorherrschenden Politik nicht gespart. Musikalisch gesehen kann man den Türen ein hohes Spektrum von Ideen attestieren. Auf der einen Seite dieser fluffige, immer wieder in den Schlager abdriftende Popsound und auf der anderen dieser eingängige Teppich von elektronischen Beats.

Wenn der Sport der Bruder der Arbeit ist, ist die Kunst die Cousine der Arbeitslosigkeit“ (Thomas Kapielski)

 

Anspieltipps:

  • Indie Stadt
  • Sei Schlau, Bleib Dumm
  • Daddy Uncool
  • Pausen Machen Geht Nicht
  • Der Blues kommt zurück in die Stadt
  • Eier

 

Die Bandhomepage: www.dietüren.de

Die Labelhomepage: www.staatsakt.de 

Will indie große Stadt, denn er hat die Kleine satt: Constantin Muhs

 

die Anti-Agenda 2010 in Audio.

Zugezogen Maskulin melden sich nach über zwei Jahren eindrucksvoll zurück, viel verändert hat sich nicht. Und das ist auch gut so. Die Wut mit der sie schon auf „Alles Brennt“ rappten, bringen Testo und Grim jetzt auch auf „Alle gegen Alle“ rüber.

Der Titel ist Programm. Im neuen Album wird nahezu jede Gesellschaftsschicht und jedes Milieu Deutschlands und der westlichen Welt thematisiert, von Berlin Mitte über scheinbar kluge Satiriker bis zur ostdeutschen Provinzbevölkerung. Und vor allem deren Gräben. Quasi Alle gegen Alle.

Obwohl sie zwei Jahre an dem Album gearbeitet haben, treffen sie einen Nerv - das Auseinanderdriften der Gesellschaft, ganz besonders das moralische Erheben Einzelner gegenüber der breiten, teilweise abgehängten Masse.

Besonders hervor sticht neben den beiden Vorab-Singles „Alle gegen Alle“ und „Was für eine Zeit“ auch der Track „Yezzy Christ Superstar“. Dieser steht symbolisch für das Leben der heutigen Jugend. Solange das Outfit und der Instagram-Feed stimmen, ist alles ertragbar. Dass die moderne Leistungsgesellschaft auch Opfer hat, thematisieren Zugezogen Maskulin auf „Der müde Tod“. Denn nicht für alle Menschen ist das Leben Friede, Freude, Kunstaustellung.

Musikalisch knüpft „Alle gegen Alle“ beim Vorgänger „Alles Brennt“ an. Genauso impulsiv und frontal präsentiert sich das Klangbett und passt damit bestens zu Testo und Grim. Somit ist bei ihren Konzerten wieder Abriss, Ekstase und Pogo garantiert.

Viel lassen Sie nicht vermissen, außer eventuell eine Radiosingle. Aber wer Untergrund rappt, braucht diese auch nicht. Zugezogen Maskulin schaffen mit der neuen Platte den perfekten Nachfolger zu „Alles Brennt“ und setzen eindrucksvoll ihren Stempel auf das prall gefüllte Deutschrapjahr 2017.

Text: Marcel Kröber

Video

ODESZA (Harrison Mills und Clayton Knight) gelten zurecht als eine der populärsten Gruppen im Bereich der elektronischen Musik und haben den Ruf, ihre Fans auf ihren regelmäßig ausverkauften Live-Konzerten besonders glücklich zu machen.

Harrison Mills und Clayton Knight haben in ihrer noch jungen Karriere bereits eine Grammynominierung sowie goldene Schallplatten für ihre Singles erhalten und bei Spotify und YouTube zusammen über eine halbe Milliarde Plays angehäuft. Mit zwei komplett selbst produzierten Studioalben erschafft das Duo aus Seattle atmosphärische, filmische Musik, die die Grenzen zwischen den Stilen verwischt, in denen sie sich bewegen. Gleichzeitig legen sie aber viel Wert darauf, live auch jene Instrumente zu spielen, die im Studio zum Einsatz kamen, wie es ihre zahlreichen Konzerte bezeugen. Nebenbei schafften sie es sowohl 2015 als auch 2016, jedes ihrer Konzerte auszuverkaufen (nebst Headlinershows auf den größten Festivals weltweit), zuletzt erst bespielten sie die Bühne des knapp 10.000 Plätze fassenden Red Rocks Amphitheaters – gleich zwei Abende hintereinander.

Das neue Album „A Moment Apart“ präsentiert sich gereift; ein Sound, der insbesondere auf Atmosphäre setzt, auf funkelnde Synth-Lines – und auf Gefühle wie Nostalgie, Zuversicht und Hoffnung. Die namhaften Gäste auf dem Album sind u.a. Leon Bridges, Regina Spektor, und RY X. Eklektisch? Aber sicher!

Das Schlussstück des Albums, „Corners Of The Earth (feat. RY X)“, eines der beiden heute bereits veröffentlichten Vorabstücke, baut auf einer schaurigen Gesangsperformance von RY X auf, die sich durch episch-donnernde Low-EndSynthesizer kämpft, während Bläsersätze und Chöre zum Finale in ein wahrhaftes Crescendo hineinsteigern. Der Track verschmilzt so zu einem emotionalen, nahezu filmischen Höhepunkt, ganz nach der geschätzten Produktionsweise von ODESZA.

„Meridian“ ist ein weiterer ODESZA-typischer Track, der mit rhythmisch pulsierenden Drums und kraftvollen Vocals gleichermaßen die subtile Klangverschiebung des Duos hörbar macht, die man womöglich bereits der Covergestaltung abzulesen wusste, die von Harrison Mills und Michelle Gadeken besorgt wurde.

Die 16 Tracks des Albums ergeben ein Gesamtbild und erzählen eine musikalische Geschichte, welche Odesza zu erzählen wissen: diffizil, abwechslungsreich, sphärisch und auf der Reise zwischen Pop und Elektro; feingliedrig und manchmal auch kurz brachial:
Macht euch ein eigenes akustisches Bild, wir können es euch absolut...

In der Musik ist es wie im Weltgeschehen. Findet ein Systemwandel statt, lässt die Gegenrevolte meist nicht lange auf sich warten. Die Zukunft der Musik konnten in den 1980er-Jahren nur Besserverdiener gestalten. Sampling war das Zauberwort der Stunde und wer eine halbe Million Dollar lockermachen konnte, durfte mitsampeln - an inzwischen vollkommen veraltet-bräsigen Maschinen. Die Jugend, seit jeher wichtigster Impulsgeber der Popmusik, durfte keinen Trevor Horn vorweisen, weil sie sich der Produktionsmittel nicht bedienen konnte.

Während des Wechsels ins neue Jahrzehnt roch es förmlich nach Revolution in den Clubs, als DJs die Musik schnelltaktignachhaltig veränderten. Mit einfachen Mitteln: Zündende Ideen, zwei Turntables, ein mittlerweile erschwinglicher Sampler, ein Mikro und eindringliche oder originelle Stimmen. Die Hits kamen wieder aus dem Underground, von schweißgebadeten Fanatikern, die House-Beats mit eigenen kurzen-prägnanten Melodien mischten. Techno-Dance, die Jugend- und Partykultur, deren Ausläufer bis heute andauern, krempelte die Musikwahrnehmung für immer um.

Alex Christensen, DJ erster Stunde - übrigens: lange bevor es USB-Sticks gab! - war tonangebender Mitinitiator der Techno-Dance- und Eurodance-Bewegung. Er ließ erst Deutschland, dann Europa und schließlich die ganze Welt tanzen. Beinahe im Alleingang. Ritmo de la noche, der Sommerhit des Jahres 1990 stammte aus seiner Feder. Danach ging es für den selbsternannten Musikverrückten aus Hamburg Schlag auf Schlag: Die erste Goldene für Ritmo, endlos Anfragen für Produktions-Jobs, jeder Club wollte den DJ von der Elbe als Garant für volle Häuser buchen.

1991 zündete er schließlich einen Knaller ungeahnten Ausmaßes: Das Boot von U96 hielt sich geschlagene 13 Wochen auf #1 der deutschen Singles-Charts, sorgte europaweit für Furore und ebnete der Techno-Szene eigenhändig den Weg in den Mainstream. Alex Christensen wurde allgegenwärtig: BRAVO-Titelbild, Gastrollen in Hollywood-Filmen und in der Marienhof-Serie - das volle Programm. Was zunächst keiner ahnte, ist heute Gewissheit. Der Name Alex Christensen ist zu einem der wenigen beständigen Brandings der internationalen Musikszene geworden.

Die Liste seiner Credits liest sich so lang wie beeindruckend. Er arbeitete mit Udo Lindenberg, Helene Fischer, Söhne Mannheims, Tom Jones, Paul Anka, Sarah Brightman, Mark Wahlberg aka Marky Mark, er saß bei Popstars in der Jury, feierte immer wieder mit eigenen Songs Riesenerfolge (Du hast den schönsten Arsch der Welt) und blieb dabei immer einer, der sich am liebsten hinter den Kulissen verortete. Spricht man heute mit ihm, bezeichnet er sich als "Familienmensch und Musikbesessener, der es nicht sein lassen kann und sich immer wieder selbst herausfordert, neue musikalische Abenteuer auszuprobieren".

Musik fördere bei ihm geradezu kindhaften Spieltrieb, führt er weiter aus. Immer noch. Nach zigtausenden Stunden im Studio, im DJ-Booth, an Analog-Equipment, mit dem mühelos ein Truck zu füllen gewesen wäre. Man glaubt es ihm ungesehen. Seine Range, die Bandbreite an Musikspielweisen, mit denen er der Popmusik seit mittlerweile drei Jahrzehnten Impulse verleiht, ist beispiellos. Dance-Tracks, Balladen, Electronic-Exkursionen, klassische Singer-Songwriter-Projekte, lupenreiner Pop - in der Produktionsweise von Alex Christensen klingt alles, wie es klingen soll, aber nie beliebig. Das bislang außergewöhnlichste Projekt von Alex Christensen, steht nun endlich vor der Vollendung.

Mit ...

Die irisch-amerikanische Folk-Rock-Band Flogging Molly (dt.: peitschende Molly) haben am 2. Juni ihr neues Album "Life Is Good" veröffentlicht. Bekannt sind sie seit ihrer Gründung 1997 durch ihren einmaligen irischen Sound, unterstrichen von Violine, Mandoline und Akkordeon. Das neue Album ist - als Nachfolger von Speed of Darkness (2011) - das nun schon sechste Studioalbum. Nie waren soziales und politisches Bewusstsein mehr im Vordergrund. 

Auf der Platte befinden sich tolle tanzbare Nummern wie The Hand of John L. Sullivan, Welcome to Adamstown oder The Bride Wore Black. Besonders die Verbindung zu ihren Wurzeln lassen sie deutlich spüren. Sehnsuchtsvolle Nummern wie The Last Serenade (Sailors and Fishermen) oder Life Is Good sind auch vorhanden. 

Das Album entführt den Hörer in einen irischen Pub, wo sich Gott und die Welt bis spät in die Nacht bei bester Musik über Dinge austauscht, die die Leute bewegen. Denn darum geht es bei Flogging Molly, dieses Gefühl von irischer Mentalität. Die Songs peitschen nur so die gute Stimmung und Laune voran. 

Sänger Dave King:"In Irland geht man in einen Pub, um sich zu unterhalten. Genau das machen wir jeden Abend auf der Bühne: in den Pub gehen und Geschichten austauschen."

In aller erster Linie sind Flogging Molly allerdings eine noch coolere Liveband, die gerade mit den Broilers und Vollbeat auf Tour ist: 
14. Juli: Dresden - Elbufer (w. Broilers)
15. Juli: Berlin - Wuhlheide (w. Broilers)
30. Juli: Thun - Stockhorn Arena (w. Vollbeat) SCHWEIZ
1. September: Graz - Messe (w. Vollbeat) ÖSTERREICH
3. September: Schweinfurt - Willy Sachs Stadion (w. Vollbeat) 

Video 1

Album Teaser

Mit Hits wie "Waterfalls", "No Scrubs" und "Creep" sowie 65 Millionen verkauften Alben, vier Grammys, Platin- und Diamant-Auszeichnungen, zehn Top-10- und vier Nummer-1Singles gehören TLC bis heute zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Girlgroups aller Zeiten. Das Tomboy-Trio vermengte Rap, R&B und Soul auf ganz eigene Weise, setzte modische Statements, predigte die Selbstermächtigung der Frau und legte in den 90er Jahren schon den Grundstein für die nächste Girlgroup-Generation um Beyonce Knowles und ihre Destiny's Child.

Aber nach dem Lisa "Left Eye" Lopes im Jahr 2002 sieben Monate vor der Veröffentlichung des letzten TLC-Albums "3D" bei einem Autounfall ums Leben kam, wurde es ruhig um die beiden verbliebenen Mitglieder Tionne "T-Boz" Watkins und Rozonda "Chilli" Thomas. Erst 2013 kehrten die beiden zurück auf die Bildfläche, spielten in Japan restlos ausverkaufte Konzerte und erhielten dort für ihr Lebenswerk den MTV Legend Award.

Nach anschließenden Touren in den USA und Australien meldeten TLC sich 2015 schließlich mit einem Spendenaufruf zurück. Mithilfe der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sammelte das Duo 430.000 US-Dollar für die Produktion einer neuen Platte. Künstler wie Katy Perry, New Kids on the Block und Justin Timberlake beteiligten sich an der Aktion. Das Ergebnis: "TLC", das erste TLC-Album seit 15 Jahren!

Und gleich der erste Track gibt die Marschrichtung vor. Der Name "No Introduction" ist dabei Programm. Die Sprechchöre, die lautstark "T-L-C!" skandieren, machen deutlich: Nein, diese beiden Damen brauchen garantiert keine Vorstellung mehr. "Way Back" mit Westcoast-Rap-Legende Snoop Dogg lässt im Anschluss Erinnerungen an alte Zeiten wach werden. Ein astreiner Throwback-Track zu dessen Golden-Era-Sound T-Boz und Chilli sich an unbeschwerte Highschool-Partys und das Hören von Michael-]ackson-Alben erinnern - und gleichzeitig die Hochs und Tiefs ihrer Freundschaft zelebrieren.

Auf "TLC" geben sich T-Boz und Chilli so vielseitig wie eh und je. "Scandalous" zieht einen mit nervösen Hi-Hats, brummenden Bässen und hypnotisiernden Synthies auf den Dancefloor, während "Aye MuthaFucka" als zurückgelehnt-selbstbewusster Representer auf Blechbläserbasis daherkommt. Und wenn Left Eye sich im nach ihr benannten Interlude via archivierter Anrufbeantworteraufnahme über einen lockeren Beat zu Wort meldet, dann fühlt es sich für einen ganz kurzen Moment so an, als seien die drei wieder vereint.

Aber TLC blicken nicht nur zurück. "Haters" ist ein echter Pop-Banger.

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