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Summary

Nimm mein Mixtape, Baby! (Mredak - Oster- Spezial)

Nanu, was ist denn hier los? Die Musikredaktion beschenkt sich gegenseitig mit Mix-CDs um diese daraufhin auch noch öffentlich zu rezensieren. Was soll dieser übersteigerte Narzissmus zum heiligen Osterfest? Sind die denn noch normal? Nun, das können wir so genau jetzt auch nicht beantworten.

Uns bleibt nur zu sagen, dass wir das große Osterloch (Ja, das gibt es auch!) genüsslich dazu nutzen, dem alltäglichen CD-der Woche- Trott zu entfliehen und uns endlich selbst ein Denkmal zu setzen, bevor wir die Welt wieder mit fantastischen und musikalisch relevanten Hörtipps bescheren. Die Spielregeln: die Redakteure bastelten einen Mix nach eigenem Gusto, welcher in einem großen Losbeutel geworfen wurde. Es folgte eine Ziehung ohne Zurücklegen, sowie allgemeine Begeisterung in Kombination mit Mangel einer „ordentlichen“ CD der Woche, weshalb man sich dazu verpflichtet fühlte, die eigenen Sampler zum Non-Plus-Ultra des Osterfestes zu erklären.

 

 

Künstler: arno-music (bürgerlicher Name: Arne Musik)
Kunstwerk: radio-unicc ostermixtape

Selbstverständlich mag niemand House und das ändert sich auch kaum. Doch dass davon gelegentlich abgesehen werden muss, ist ebenfalls hinreichend bekannt. Das „radio-unicc ostermixtape“ von arno-music ist noch viel mehr als eine solche gelegentliche Ausnahme: Es ist vor allem Zauber, Macht und Schönheit. Es hat Geist, ein Herz, eine Seele und sei doch zu höherem berufen als Lebewesensein. Zum Beginn der Zeit beschwört Herr Musik Klang-konstellationen, die nur in Glückseligkeit zerfließen und dabei jeden Kitsch entbehren. Mit ernstem Handwerk und wütender Strenge baut der Schöpfer sein Heiligtum in maßlose Weiten, die zu „hören“ ein menschliches Ohr nie in der Lage sein kann. Jeder, dem dieser reinigende Rausch bisher verwährt blieb, hat das Recht sich an höchster Stelle darüber zu beschweren. Es ist überflüssig anzumerken, dass Worte das „Gehörte“ nicht beschreiben können.

Nicht annähernd der gleiche „Mensch“ wie vorher: Eric Kanold.

 

The Contemporary „Tape“ (von Lisa)

Welch herrliche Zeiten müssen es gewesen sein, als man seine liebsten Lieder noch in handarbeitlicher Präzision auf Kassetten spielte. Wie ein Archaismus wirkt die heimliche Urform der Raubkopie heutzutage im Vergleich mit der modernen Mixtape-Produktion. Da hält man eine neumodisch funkelnde CD in den Händen, die nicht mal mehrere einzelne Songs enthält, sondern nur eine einzige zeitgenössische Teufelei namens „Datei“. Wicked!! Eine File, kunstvoll verpackt ist  im puristischen A4-Blatt-Design. Ebenso stilsicher wie das Artwork ist auch die darauf befindliche Auswahl musikalischer Delikatessen. Diese kann man grob als elektronisch fokussiert mit Hang zum chilligen Laissez- Faire taggen. So verspeist man zu Beginn gemeinsam mit Marbert Rocel eine Schüssel Cornflakes und gibt sich dem lässigen Ohrwurmcharakter des Openers hin. Es folgt ein Klassiker im kühlen Remixgewand: Grizzly Bear hauchen Feists „My Moon, My Man“ eine wesentlich subtilere und anmutigere Note ein, als es Boys Noize einst tat. Eine harmonische  Melange aus Gehypetem (The xx, Bonobo und Four Tet), Altbewährten (Zoot Woman, Jazzanova, Nightmares On Wax) und Frischem (Rahel, Marbert Rocel) lullt den Hörer sanft in eine Welt der angenehmen Tagträumerei. Die Übergänge sind stimmig, die Beats präzise und auch wenn manche Tracks etwas zu friedlich dahin plätschern: der Eintritt in das moderne Zeitalter der Mixfiles lohnt sich allemal.

Digital ist besser: Johanna Eisner

 

Johannas Mixtape klingt wie: tiefschürfende Neurosen, die dann doch lieber in Form von musikalischer und textiler Stilsicherheit ausgelebt werden…

inventioDas Auffinden des Stoffes

Wahrscheinlich sind Blogs die am tiefsten verzweigte Quelle für Musik. Hier sind die Strukturen am feinsten, die Filtration am rückstandfreisten und die Auslese am quantitativsten… und außerdem gibt’s dort den neuesten Scheiß. Das vorliegende Mixtape bedient sich 13 Tracks, die ebenso aus dem Pulk der Hype-vor-dem-Hype-Mentalität vielfältiger Blogosphären rühren, wie sie sich im Repertoire alteingesessener Musikgrößen begründen.

dispositioDie Gliederung des Vortrages und elocutioEinkleidung der Gedanken in Musik

Die ersten Songs des Mixtapes definieren die Grundstimmung der gesamten Platte: schüchtern, reduziert, einsam statt zweisam. Die vertonte Peripherie. Umgebung statt Hingabe. Die Exposition mit Broken Social Scene, The Radio Dept. und Wave Machines lenkt den Lausch subtil aber stetig in Richtung Klimax. Zu finden ist der in Form ausgeprägter Melodiösität á la Broken Bells, Efterklang und Memory Tapes. Hier hört man das Konzentrat irdischer Sakralität. Das folgende retardierende Moment ist elektronischer Natur. Bibio und Caribou stimmen den Heimweg an. Folgt man der tragischen Theorie, führt dieser direkt ins Verderben: Der herbeigesehnte Ausbruch bleibt allerdings aus. Keine Katastrophe, dafür katatonische Strophe. Zwar ist die Wellenlänge des EKG (Eigenkreiertes KlangGut) durchaus zum treibenlassen geeignet, die Amplitude pendelt sich dennoch thematisch wie sensorisch irgendwo zwischen stürmisch drängiger Dramentheorie und barocker Vergänglichkeit ein.

Jakob Sauerwein

 

O/ Ei (von: Eric)

Los geht der Mix mit dem introvertierten Pop-Sound der schwedischen Elektroniker JJ. Beim ausgewählten Song handelt es sich um einen überaus traurigen und reduzierten Track, der justamente aus dem nüchtern schönen Gesang von Elin Kastlander sowie zarten Klaviermelodien besteht. Als der Hörer gerade dabei ist in allgemeinen Weltschmerz zu versinken, geht der Mix rechtzeitig, nein, nicht in die Vollen, zieht aber mit dem Moderat Track „A New Error“ deutlich an.

Noch sanfter folgt dann der Joy Orbinson Rmx des Four Tet Tracks „Love Cry“. Drei weitere Tracks aus der Elektronik Schublade von Toro y Moi, Mount Kimbie und Burial &Four Tet, machen den O/Ei Mix zum kompatiblen Soundtrack für Elektronik-Liebhaber und für Ewigkeiten dauernde, sonnige Sonntage. Mit „Kino“ aus der Produktion von The Knife wird man dann jedoch jäh aus der zart wabbernden elektronischen Klangblase geholt. Hier trifft Musik aus dem Land der aufgehenden Sonne auf Hau-drauf-Rave; einfallsreich, aber wie gewohnt 'nen Ticken grotesk. Beim nächsten Track von Joker meint man  wieder entfernte asiatische  Klänge zu erahnen, „Digidesign“ wird dominiert von knarzenden Beats und Dubstep-Synkopen mit einer Prise Rave. Nach dem ganzen Geknarze erwartet den Hörer dann ein wenig durch Pink Floyd injizierte, psychedelische Entspannung. Super, schon lange nicht mehr gehört und ein Klassiker der Musikgeschichte. Geradezu perfekt schließt sich das wunderbare „Bluish“ vom Tierkollektiv an. Als wären Pink Floyd ihre Gründerväter gewesen.Der letzte Track auf dem Mix kommt von Deerhunter, Rocky, Happy, Good Bye.

Kathrin Müller

 

Melodie & Rhythmus (von Jakob)

„Melodie ist doch das schönste, was es gibt. Melodie und Rhythmus.“ Zitat frei nach Jakob Sauerwein. Das Oster-Mixtape des Gitarrenmusik-Spezialisten ist der auf eine Polycarbonatscheibe gebrannte Beweis dafür, dass er damit vollkommen Recht hat. Die Zusammenstellung überzeugt vor allem durch ihre Vielseitigkeit, verliert dabei aber nie den roten Faden, der alle Tracks miteinander verbindet. Die besaitete Musik von Alkaline, The Gaslight Anthem, Juliette and the Licks, Voicist und vielen mehr ist euphorisch, sentimental, sehnsüchtig und zuversichtlich. Alles in allem haben wir es hier mit einer gelungenen Compilation zu tun, die auch den ungeübten Hörer dieses Genres begeistert.


Lisa Haupt 

 

Zugezogen Maskulin melden sich nach über zwei Jahren eindrucksvoll zurück, viel verändert hat sich nicht. Und das ist auch gut so. Die Wut mit der sie schon auf „Alles Brennt“ rappten, bringen Testo und Grim jetzt auch auf „Alle gegen Alle“ rüber.

Der Titel ist Programm. Im neuen Album wird nahezu jede Gesellschaftsschicht und jedes Milieu Deutschlands und der westlichen Welt thematisiert, von Berlin Mitte über scheinbar kluge Satiriker bis zur ostdeutschen Provinzbevölkerung. Und vor allem deren Gräben. Quasi Alle gegen Alle.

Obwohl sie zwei Jahre an dem Album gearbeitet haben, treffen sie einen Nerv - das Auseinanderdriften der Gesellschaft, ganz besonders das moralische Erheben Einzelner gegenüber der breiten, teilweise abgehängten Masse.

Besonders hervor sticht neben den beiden Vorab-Singles „Alle gegen Alle“ und „Was für eine Zeit“ auch der Track „Yezzy Christ Superstar“. Dieser steht symbolisch für das Leben der heutigen Jugend. Solange das Outfit und der Instagram-Feed stimmen, ist alles ertragbar. Dass die moderne Leistungsgesellschaft auch Opfer hat, thematisieren Zugezogen Maskulin auf „Der müde Tod“. Denn nicht für alle Menschen ist das Leben Friede, Freude, Kunstaustellung.

Musikalisch knüpft „Alle gegen Alle“ beim Vorgänger „Alles Brennt“ an. Genauso impulsiv und frontal präsentiert sich das Klangbett und passt damit bestens zu Testo und Grim. Somit ist bei ihren Konzerten wieder Abriss, Ekstase und Pogo garantiert.

Viel lassen Sie nicht vermissen, außer eventuell eine Radiosingle. Aber wer Untergrund rappt, braucht diese auch nicht. Zugezogen Maskulin schaffen mit der neuen Platte den perfekten Nachfolger zu „Alles Brennt“ und setzen eindrucksvoll ihren Stempel auf das prall gefüllte Deutschrapjahr 2017.

Text: Marcel Kröber

Video

ODESZA (Harrison Mills und Clayton Knight) gelten zurecht als eine der populärsten Gruppen im Bereich der elektronischen Musik und haben den Ruf, ihre Fans auf ihren regelmäßig ausverkauften Live-Konzerten besonders glücklich zu machen.

Harrison Mills und Clayton Knight haben in ihrer noch jungen Karriere bereits eine Grammynominierung sowie goldene Schallplatten für ihre Singles erhalten und bei Spotify und YouTube zusammen über eine halbe Milliarde Plays angehäuft. Mit zwei komplett selbst produzierten Studioalben erschafft das Duo aus Seattle atmosphärische, filmische Musik, die die Grenzen zwischen den Stilen verwischt, in denen sie sich bewegen. Gleichzeitig legen sie aber viel Wert darauf, live auch jene Instrumente zu spielen, die im Studio zum Einsatz kamen, wie es ihre zahlreichen Konzerte bezeugen. Nebenbei schafften sie es sowohl 2015 als auch 2016, jedes ihrer Konzerte auszuverkaufen (nebst Headlinershows auf den größten Festivals weltweit), zuletzt erst bespielten sie die Bühne des knapp 10.000 Plätze fassenden Red Rocks Amphitheaters – gleich zwei Abende hintereinander.

Das neue Album „A Moment Apart“ präsentiert sich gereift; ein Sound, der insbesondere auf Atmosphäre setzt, auf funkelnde Synth-Lines – und auf Gefühle wie Nostalgie, Zuversicht und Hoffnung. Die namhaften Gäste auf dem Album sind u.a. Leon Bridges, Regina Spektor, und RY X. Eklektisch? Aber sicher!

Das Schlussstück des Albums, „Corners Of The Earth (feat. RY X)“, eines der beiden heute bereits veröffentlichten Vorabstücke, baut auf einer schaurigen Gesangsperformance von RY X auf, die sich durch episch-donnernde Low-EndSynthesizer kämpft, während Bläsersätze und Chöre zum Finale in ein wahrhaftes Crescendo hineinsteigern. Der Track verschmilzt so zu einem emotionalen, nahezu filmischen Höhepunkt, ganz nach der geschätzten Produktionsweise von ODESZA.

„Meridian“ ist ein weiterer ODESZA-typischer Track, der mit rhythmisch pulsierenden Drums und kraftvollen Vocals gleichermaßen die subtile Klangverschiebung des Duos hörbar macht, die man womöglich bereits der Covergestaltung abzulesen wusste, die von Harrison Mills und Michelle Gadeken besorgt wurde.

Die 16 Tracks des Albums ergeben ein Gesamtbild und erzählen eine musikalische Geschichte, welche Odesza zu erzählen wissen: diffizil, abwechslungsreich, sphärisch und auf der Reise zwischen Pop und Elektro; feingliedrig und manchmal auch kurz brachial:
Macht euch ein eigenes akustisches Bild, wir können es euch absolut...

In der Musik ist es wie im Weltgeschehen. Findet ein Systemwandel statt, lässt die Gegenrevolte meist nicht lange auf sich warten. Die Zukunft der Musik konnten in den 1980er-Jahren nur Besserverdiener gestalten. Sampling war das Zauberwort der Stunde und wer eine halbe Million Dollar lockermachen konnte, durfte mitsampeln - an inzwischen vollkommen veraltet-bräsigen Maschinen. Die Jugend, seit jeher wichtigster Impulsgeber der Popmusik, durfte keinen Trevor Horn vorweisen, weil sie sich der Produktionsmittel nicht bedienen konnte.

Während des Wechsels ins neue Jahrzehnt roch es förmlich nach Revolution in den Clubs, als DJs die Musik schnelltaktignachhaltig veränderten. Mit einfachen Mitteln: Zündende Ideen, zwei Turntables, ein mittlerweile erschwinglicher Sampler, ein Mikro und eindringliche oder originelle Stimmen. Die Hits kamen wieder aus dem Underground, von schweißgebadeten Fanatikern, die House-Beats mit eigenen kurzen-prägnanten Melodien mischten. Techno-Dance, die Jugend- und Partykultur, deren Ausläufer bis heute andauern, krempelte die Musikwahrnehmung für immer um.

Alex Christensen, DJ erster Stunde - übrigens: lange bevor es USB-Sticks gab! - war tonangebender Mitinitiator der Techno-Dance- und Eurodance-Bewegung. Er ließ erst Deutschland, dann Europa und schließlich die ganze Welt tanzen. Beinahe im Alleingang. Ritmo de la noche, der Sommerhit des Jahres 1990 stammte aus seiner Feder. Danach ging es für den selbsternannten Musikverrückten aus Hamburg Schlag auf Schlag: Die erste Goldene für Ritmo, endlos Anfragen für Produktions-Jobs, jeder Club wollte den DJ von der Elbe als Garant für volle Häuser buchen.

1991 zündete er schließlich einen Knaller ungeahnten Ausmaßes: Das Boot von U96 hielt sich geschlagene 13 Wochen auf #1 der deutschen Singles-Charts, sorgte europaweit für Furore und ebnete der Techno-Szene eigenhändig den Weg in den Mainstream. Alex Christensen wurde allgegenwärtig: BRAVO-Titelbild, Gastrollen in Hollywood-Filmen und in der Marienhof-Serie - das volle Programm. Was zunächst keiner ahnte, ist heute Gewissheit. Der Name Alex Christensen ist zu einem der wenigen beständigen Brandings der internationalen Musikszene geworden.

Die Liste seiner Credits liest sich so lang wie beeindruckend. Er arbeitete mit Udo Lindenberg, Helene Fischer, Söhne Mannheims, Tom Jones, Paul Anka, Sarah Brightman, Mark Wahlberg aka Marky Mark, er saß bei Popstars in der Jury, feierte immer wieder mit eigenen Songs Riesenerfolge (Du hast den schönsten Arsch der Welt) und blieb dabei immer einer, der sich am liebsten hinter den Kulissen verortete. Spricht man heute mit ihm, bezeichnet er sich als "Familienmensch und Musikbesessener, der es nicht sein lassen kann und sich immer wieder selbst herausfordert, neue musikalische Abenteuer auszuprobieren".

Musik fördere bei ihm geradezu kindhaften Spieltrieb, führt er weiter aus. Immer noch. Nach zigtausenden Stunden im Studio, im DJ-Booth, an Analog-Equipment, mit dem mühelos ein Truck zu füllen gewesen wäre. Man glaubt es ihm ungesehen. Seine Range, die Bandbreite an Musikspielweisen, mit denen er der Popmusik seit mittlerweile drei Jahrzehnten Impulse verleiht, ist beispiellos. Dance-Tracks, Balladen, Electronic-Exkursionen, klassische Singer-Songwriter-Projekte, lupenreiner Pop - in der Produktionsweise von Alex Christensen klingt alles, wie es klingen soll, aber nie beliebig. Das bislang außergewöhnlichste Projekt von Alex Christensen, steht nun endlich vor der Vollendung.

Mit ...

Die irisch-amerikanische Folk-Rock-Band Flogging Molly (dt.: peitschende Molly) haben am 2. Juni ihr neues Album "Life Is Good" veröffentlicht. Bekannt sind sie seit ihrer Gründung 1997 durch ihren einmaligen irischen Sound, unterstrichen von Violine, Mandoline und Akkordeon. Das neue Album ist - als Nachfolger von Speed of Darkness (2011) - das nun schon sechste Studioalbum. Nie waren soziales und politisches Bewusstsein mehr im Vordergrund. 

Auf der Platte befinden sich tolle tanzbare Nummern wie The Hand of John L. Sullivan, Welcome to Adamstown oder The Bride Wore Black. Besonders die Verbindung zu ihren Wurzeln lassen sie deutlich spüren. Sehnsuchtsvolle Nummern wie The Last Serenade (Sailors and Fishermen) oder Life Is Good sind auch vorhanden. 

Das Album entführt den Hörer in einen irischen Pub, wo sich Gott und die Welt bis spät in die Nacht bei bester Musik über Dinge austauscht, die die Leute bewegen. Denn darum geht es bei Flogging Molly, dieses Gefühl von irischer Mentalität. Die Songs peitschen nur so die gute Stimmung und Laune voran. 

Sänger Dave King:"In Irland geht man in einen Pub, um sich zu unterhalten. Genau das machen wir jeden Abend auf der Bühne: in den Pub gehen und Geschichten austauschen."

In aller erster Linie sind Flogging Molly allerdings eine noch coolere Liveband, die gerade mit den Broilers und Vollbeat auf Tour ist: 
14. Juli: Dresden - Elbufer (w. Broilers)
15. Juli: Berlin - Wuhlheide (w. Broilers)
30. Juli: Thun - Stockhorn Arena (w. Vollbeat) SCHWEIZ
1. September: Graz - Messe (w. Vollbeat) ÖSTERREICH
3. September: Schweinfurt - Willy Sachs Stadion (w. Vollbeat) 

Video 1

Album Teaser

Mit Hits wie "Waterfalls", "No Scrubs" und "Creep" sowie 65 Millionen verkauften Alben, vier Grammys, Platin- und Diamant-Auszeichnungen, zehn Top-10- und vier Nummer-1Singles gehören TLC bis heute zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Girlgroups aller Zeiten. Das Tomboy-Trio vermengte Rap, R&B und Soul auf ganz eigene Weise, setzte modische Statements, predigte die Selbstermächtigung der Frau und legte in den 90er Jahren schon den Grundstein für die nächste Girlgroup-Generation um Beyonce Knowles und ihre Destiny's Child.

Aber nach dem Lisa "Left Eye" Lopes im Jahr 2002 sieben Monate vor der Veröffentlichung des letzten TLC-Albums "3D" bei einem Autounfall ums Leben kam, wurde es ruhig um die beiden verbliebenen Mitglieder Tionne "T-Boz" Watkins und Rozonda "Chilli" Thomas. Erst 2013 kehrten die beiden zurück auf die Bildfläche, spielten in Japan restlos ausverkaufte Konzerte und erhielten dort für ihr Lebenswerk den MTV Legend Award.

Nach anschließenden Touren in den USA und Australien meldeten TLC sich 2015 schließlich mit einem Spendenaufruf zurück. Mithilfe der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sammelte das Duo 430.000 US-Dollar für die Produktion einer neuen Platte. Künstler wie Katy Perry, New Kids on the Block und Justin Timberlake beteiligten sich an der Aktion. Das Ergebnis: "TLC", das erste TLC-Album seit 15 Jahren!

Und gleich der erste Track gibt die Marschrichtung vor. Der Name "No Introduction" ist dabei Programm. Die Sprechchöre, die lautstark "T-L-C!" skandieren, machen deutlich: Nein, diese beiden Damen brauchen garantiert keine Vorstellung mehr. "Way Back" mit Westcoast-Rap-Legende Snoop Dogg lässt im Anschluss Erinnerungen an alte Zeiten wach werden. Ein astreiner Throwback-Track zu dessen Golden-Era-Sound T-Boz und Chilli sich an unbeschwerte Highschool-Partys und das Hören von Michael-]ackson-Alben erinnern - und gleichzeitig die Hochs und Tiefs ihrer Freundschaft zelebrieren.

Auf "TLC" geben sich T-Boz und Chilli so vielseitig wie eh und je. "Scandalous" zieht einen mit nervösen Hi-Hats, brummenden Bässen und hypnotisiernden Synthies auf den Dancefloor, während "Aye MuthaFucka" als zurückgelehnt-selbstbewusster Representer auf Blechbläserbasis daherkommt. Und wenn Left Eye sich im nach ihr benannten Interlude via archivierter Anrufbeantworteraufnahme über einen lockeren Beat zu Wort meldet, dann fühlt es sich für einen ganz kurzen Moment so an, als seien die drei wieder vereint.

Aber TLC blicken nicht nur zurück. "Haters" ist ein echter Pop-Banger.

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