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Kommentar: Hans Jürgen Naumann

Am vergangenen Samstag war in der Freien Presse ein Interview mit Hans Jürgen Naumann, einem Mitglied des Hochschulrates der TU Chemnitz, zu lesen. Im Interview machte Herr Naumann umstrittene Äußerungen, die nun für viel Wirbel sorgen. Unser Reporter Bernd hat Naumanns Aussagen kommentiert.

Kommentar

Professor ehrenhalber Dr.-Ing. ehrenhalber Hans Jürgen Naumann, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, Träger des Sächsischen Verdienstordens und Mitglied des Hochschulrates der TU Chemnitz gilt als ein verdientes Mitglied unserer Gesellschaft. Er ist 1935 in Sachsen geboren und hat nach dem zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik und den USA studiert und Karriere gemacht. Schon 1992 hat er in Chemnitz investiert und mittlerweile ein weltweit tätiges Industrieimperium in unserer Stadt angesiedelt.

Hans Jürgen Naumann ist Geschäftsführender Gesellschafter dieses Industrieimperiums und verdient damit jede Menge Geld. So viel Geld, dass er es sich leisten konnte, der Stiftung der TU Chemnitz anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Universität 175 tausend Euro zu schenken. Ganz zufällig schenkte die TU Chemnitz seiner Firma wenige Tage danach die Namensrechte am zweitgrößten Hörsaal der TU. Eine Ehre, die bis dato nur herausragenden Wissenschaftlern post mortem zuteilwurde. Diese beiden Schenkungen standen natürlich in keinerlei Zusammenhang. Seit dem war mir Herr Naumann suspekt und ich hatte meine Zweifel, ob er die richtige Besetzung für den Hochschulrat unserer Universität ist.

Seit letzter Woche bin ich mir sicher: Hans Jürgen Naumann ist ein Totalausfall als Hochschulratsmitglied. Wie es dazu kommt, ist einfach erklärt: Letzte Woche erschien in der Freien Presse ein Interview mit Herrn Naumann über Donald Trump und die wirtschaftlichen Folgen seiner Präsidentschaft. In diesem Interview spricht Naumann davon, dass Trump erkannt hätte, dass die Weißen dieser Welt zusammenstehen müssen, um den Frieden in der Welt zu erhalten und suggeriert damit, dass alle anderen bestenfalls nichts damit zu tun hätten. Naumann betont, dass den 1,5 Milliarden Weißen sechs Milliarden Asiaten gegenüber stehen würden. Ich frage mich wirklich, warum das für ihn so ein Problem ist. Fühlt er sich davon bedroht, dass Menschen mit weißer Haut auf unserem Planeten in der Minderheit sind? Und worin unterscheiden sich Menschen mit anderer Hautfarbe von den Weißen, dass Naumann sie als eine Bedrohung für den Weltfrieden sieht?

Aber Naumann geht im Interview noch weiter. Er unterstellt der afroamerikanischen Jugend in den USA, sich aus der Verantwortung gezogen zu haben, die Schule vorzeitig zu verlassen und keine Disziplin zu haben. Herr Naumann schert alle wegen ihrer Hautfarbe über einen Kamm und befürwortet es, diesen Menschen die angeblich mangelnde Disziplin zwangsweise beim Militär beizubringen. Naumanns Äußerungen kehren eine tiefverwurzelte patriarchalisch-rassistische Überzeugung nach außen. Eine Überzeugung, die an einer Hochschule, an der jeder vierte Student nicht aus Deutschland kommt, absolut fehl am Platze ist.

Werter Herr Naumann, ich hoffe, die TU Chemnitz liegt Ihnen so am Herzen wie Sie vorgeben, und ich hoffe, Sie ziehen die Konsequenzen aus ihren rassistischen Äußerungen und stellen ihren Sitz im Hochschulrat zur Verfügung. Sollten Sie diese Größe nicht besitzen, so hoffe ich, dass die Staatsministerin Ihnen diese Bürde abnimmt. Aber am allermeisten hoffe ich etwas noch viel Wichtigeres: Ich hoffe inständig, dass alle Menschen auf diesem Planeten, egal welche Farbe ihre Haut hat, zusammenstehen, um den Frieden in der Welt zu erhalten und ihn auch gegen alte weiße Rassisten mit Zugriff auf Atomsprengköpfe zu verteidigen.

Audiobeitrag

Am 27. Januar 1945, heute vor 75 Jahren, befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Ausschwitz und zeigte der Welt zum ersten Mal das ganze Ausmaß der unfassbaren Verbrechen, derer sich das deutsche Volk schuldig gemacht hatte. Seit dem ist nahezu ein ganzes Lebensalter vergangen und es sind nur noch wenige Menschen unter uns, die dieses unfassbare Leid persönlich ertragen mussten.

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