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Summary

Das Wave-Gotik-Treffen 2017 - Eine etwas andere Reportage

Da waren wir nun, am Donnerstag, dem 1. Juni in einer langen Schlange voller schwarz-gekleideter Menschen. Vielen sind sie unter dem Name „Gruftis“ bekannt. Ich mag den Ausdruck und finde ihn keineswegs abstoßend. Gegen 14 Uhr entschied ich mich, mich an der Bändchenausgabe anzustellen und bemerkte, dass es nicht wie angekündigt 15 Uhr begann, sondern, dass die Mitarbeiter schon fleißig am Bänder anlegen waren. Nach ca. 20 Minuten hatte ich es dann, das Festivalband, was mir zu allen Veranstaltungen Einlass gewähren sollte. 

Zeitsprung. Freitag 16 Uhr, ich war zu spät. Das Viktorianische Picknick war im vollen Gange. Laut Veranstalter waren 5.000 Besucher gekommen. Aufgeregt beeilte ich mich, um nicht allzu spät anzukommen. Viele spannende Menschen kamen mir entgegen. Lange Kleider, Schleier, kostümartige Gebilde und Outfits zu verschiedenen Stilen huschten vor meinen Augen umher. Besonders eindrucksvoll empfand ich die Personen, die zu Pferd unterwegs waren. Aber auch sonst, ein gelungenes, wenn auch überfülltes Picknick im Clara-Zetkin-Park. Ein Muss für jeden Kunstinteressierten oder Porträtfotograf und natürlich für den Festivalbesucher.
Gegen 18 Uhr ging es dann schnell mit dem Auto Richtung Agra. Ja ich weiß, für die Besucher des WGT’s, wie man es im Kreise der schwarzen Szene nennt, gibt es zwei eigene Straßenbahnlinien, die von Location zu Location fahren. Das Beste, sie sind "schwarz". Ich finde nur, dass anstatt Linie 31 und 32, wären doch Linie 666 und 777 viel authentischer gekommen. Nun ja. Es ging dann für mich auf schnellstem Weg zur Agra. Nach langer Parkplatzsuche konnte es endlich losgehen. Ein Nachteil des WGT’s ist tatsächlich, dass immer mehr Parkplätze Jahr für Jahr gestrichen werden. Letztendlich lief es darauf hinaus, dass wir uns einen WGT Parkschein für 15 Euro erworben haben, sodass wir auf sämtlichen WGT Parkplätze sorgenfrei parken konnten. Aber zurück zur Musik. Umbra Et Imago waren als Opening Act in der großen Agra-Halle angesagt. Ich hatte schon viel von ihnen gehört - eine Fetischband, die es auf der Bühne richtig zu Sache kommen lässt. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch und was soll ich sagen, sie wurden enttäuscht. Es geschah nichts auf der Bühne, Sänger Mozart traf auch nicht unbedingt die Töne und seine Gefährtin Madleine tauchte viel zu selten auf und ihren Gesang hörte man gar nicht. Aus diesem Grund führte mein Weg nach 40 Minuten Umbra Et Imago ins Heidnische Dorf zu Tanzwut. Lustiger Mittelalterrock und natürlich ein stark gefülltes Dorf. Das ist ja nichts Neues. Gemütlich ließ ich den Abend mit Freunden guter Musik und einem verflixt guten Essen ausklingen. Unbedingt sollte man die Crepes und das „Reis und Gemüs“ mit Bärlauchsoße ausprobieren. Man war das gut! Während mein Kollege die Abschlussbands auf der Agra fotografierte, ruhte ich schon meine Knochen in einem kuschligen Bett aus.

Nach einer langen Nacht wartete Tag zwei des 26. WGT’s auf mich, dass übrigens insgesamt 21.000 Besucher hatte. Fast 2.000 weniger als im Jahr zuvor. Aber das merkte man überhaupt nicht. Heute führte der Weg als erstes zur Kirchruine Wachau. Aber da so viele Menschen den selben Gedanken hatten, gab es einen Einlassstop. Mist. Ich gesellte mich zu den Toten und flocht mir, zwischen den Grabsteinen sitzend, Gänseblümchen in die Haare. Ein ganz normaler Nachmittag also.
Nachdem die Frisur saß machten wir uns auf zum Steampunk-Picknick. Im Gegensatz zum Viktorianischen Picknick war es sehr sehr übersichtlich und klein. Aber die Menschen waren mindestens genauso schön. Das Wetter wurde nur ein wenig trüb, weshalb der Weg schon gegen 17 Uhr in den Kohlrabizirkus zu Stahlmann führte. Die Jungs waren ganz cool, auch wenn die Lieder im Refrain, dem immer gleichen Beat folgten. Brüllen sie bei dem einen Lied „Stahlmann“, beim nächsten „Bastard“ und dann „Sardist“. Nun ja. Tanzen konnte man trotzdem.
Xandria hatte ich noch nie live gesehen, nur ein Video kannte ich, und das hatte mich nun gar nicht überzeugt. Da ich aber auf symphonischen Metal stehe, musste ich der Band wenigstens mal eine Chance geben. Da kam sie heraus, Sängerin Dianne van Giersbergen. Optisch ein bisschen in den Achtzigern hängen geblieben, dennoch eine Megastimme. Ich war ein bisschen von dem Kontrast - elegantes Kleid und Opernstimme zu Metalfäusten und schnellen Bewegungen - überrascht. Insgesamt einen sehr positiven Eindruck, wenn auch nach über einer Stunde die hohe Stimme ein bisschen angefangen hat zu nerven, aber ich hatte sowieso Kopfschmerzen. Den Besuchern ist es wahrscheinlich aufgefallen, zumindest denen die während des Konzert von Xandria Regentropfen auf die dunklen Häupter bekamen. Es regnete. Nein. Es schüttete mittlerweile. Und zwar in die Konzertlocation. Da hatte wohl jemand den letzten Sicherheitscheck an den Fenstern vergessen. Zum Glück gab es fleißige Reinigungskräfte, die mit ihren Wischmopps schneller umher gewirbelt sind, als es regnen konnte. Mutig kämpfte ich mich für eine Pause nach draußen und kehrte zu Amorphis in die Halle zurück. Die Stimmung war toll und die Band besser, als beim ersten Konzert, auf dem ich sie gesehen hatte.  

Am Sonntag war alles genauso gediegen wie am Tag zuvor. Ich bin ungern ein Mensch der Hektik. Also hieß der erste Veranstaltungspunkt Shoppen und alte Freunde im Wonderland13 besuchen. Lange Rede kurzer Sinn - viel zu viele Menschen und ein Gefühl des Tetris-Spielens in dem supersüßen Geschäft. Ich ging leer aus, wohingegen meine männliche Begleitung eine Stunde (!) lang Schuhe anprobierte und letztendlich auch erwarb. Gegen 16.30 Uhr freute ich mich auf Chrom im Kohlrabizirkus. Die Elekto-Formation ist einfach cool und gerade der Song „Walk The Line“ ließ mein Herz höher schlagen. Ein tolles Konzert. Als nächstes standen The 69 Eyes auf dem Programm. Die Agrahalle war voller als ich sie je gesehen hatte, was bei solch eine Kult-Gothic-Band zu erwarten war. Sie spielten eine ganz coole Show. Die nächste Band war The Mission aus Groß Britannien. Während der ersten Lieder konnten die Briten mich leider nicht so recht mitreißen, weshalb ich persönlich das Konzert in Richtung Shoppingmeile verließ. Da ich am Tag zuvor nichts in den Geschäften gefunden hatte, besuchte ich noch einmal das Heidnische Dorf und später die Agra-Shoppingmeile. Natürlich fand meine männliche Begleitung eine Tasche und ich ging wie immer leer aus. Das Shopping ist immer ein Highlight für mich, umso trauriger war ich, dass ich dann doch nicht genug Zeit hatte, um in Ruhe zu stöbern. Vielleicht konnten Skinny Puppy meine Laune heben, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte, die aber als großes Mitternachtsspezial angekündigt wurden. Okay spätestens jetzt bereute ich das Ganze. Ich stand als kleine 1,60 Meter Dame zwischen großen Männern und sah nicht annähernd etwas von der Bühne. Die Musik begann, es wurde spannend. Nach ungefähr einem Lied war mir klar: Das klingt bescheiden. Um ehrlich zu sein war der Sound alles andere als gut, die Melodien, der Gesang, die Instrumentalisierung, einfach alles. Ich ließ mir von den großen Menschen, die um mich herum standen sagen, dass Skinny Puppy einfach eine Showband sind und dass sie nur wirken, wenn man sieht und hört. Das mag sein. Aber anscheinend sahen das sehr viele (!) Menschen anders. Die ganze Zeit kamen mit Personen entgegen, die den Ausgang suchten. Nun an der Stelle war ich auch raus und froh das WGT vorzeitig verlassen und in mein Bett fallen zu können. Immerhin brauchte ich meine Kräfte für den letzten Festivaltag.

Montag. Im historischen Speisesaal ging es zum Pizzaessen in den Hauptbahnhof. Nach anschließendem Photoshoot an der alten Reichsbahn flog ich mit meinem Hexenbesen auf schnellstem Wege zum Kohlrabizirkus, da sich Erdling angekündigt hatten. Süße Show, aber im Vergleich zu dem, was mich an diesem Tag noch erwarten sollte, war das Konzert wirklich einfach nur süß.
Hin- und hergerissen zwischen Agra, Täubchenthal und Felsenkeller - also Suicide Commando, The Creepshow oder Equilibrium - fiel die Entscheidung für Letztere aus.
Wir testeten das erste Mal den Biergarten des Felsenkellers und begegneten den letzten Tönen von Finsterforst. Die Formation aus dem Schwarzwald war eine gute Einstimmung in den Abend. Equilibrium kannte ich bisher nur vom Namen und hatte nie zuvor auch nur einen Song gehört. Dementsprechend neugierig war ich. Sie übertrafen all meine Erwartungen. Das allerletzte Konzert auf diesem WGT war der Hammer! Einfach nur eine geniale Stimmung. Eine Wall of Death, Schweiß und headbangende Menschen. Während die eleganten geheimnisvollen Gothics und Waver die Emporen des Felsenkellers in Beschlag genommen hatten und sich Luft zu fächerten, stand ich unten zwischen den Metallern und versuchte zu headbangen. Gut, bei mir sieht das immer ein bisschen komisch aus, ich übe noch. Aber alles in allem war es ein super geiles, erinnerungswürdiges Konzert. Bei einem Drink in der Moritzbastei ging das 26. Wave Gotik Treffen zu Ende.   

Fazit: Das 25. WGT war um Längen besser, schon allein wegen dem mega Auftakt im Belantis Freizeitpark. Aber auch das LineUp war in diesem Jahr nicht ganz so toll. Auf jeden Fall hat das Abschlusskonzert überzeugt und man hat wieder viele tolle Menschen treffen dürfen.

Das Kosmos Wochenende neigt sich dem Ende. Nach der Eröffnung am Freitag in der Stadthalle startete der Samstag auf dem Gelände zwischen Limbacher- und Theaterstraße mit vielen Panels, Talks und Infoständen, Sportangeboten und vielen weiteren kleineren Aktionen. Gerade die verwinkelten Straßen und Höfe rund um die Markthalle sorgten dafür, dass man auch wenn man keine konkrete Veranstaltung ansteuerte an jeder Ecke etwas spannendes entdecken konnte.

Ab 12 Uhr fanden in der Schule am Hartmannplatz die Debatten mit Arne Semsrott und danach mit Luisa Neubauer statt. Letztere war so stark besucht, dass viele Leute keinen Ort mehr finden konnten, an dem der Talk zu sehen oder auch nur ohne Einschränkungen zu hören war.

Ebenfalls um diese Zeit begannen verteilt auf zahlreiche Bühnen die vielen Konzerte auf denen auch etliche Artists aus dem Radio UNiCC Programm vertreten waren. Für uns ging es los mit Power Plush auf der Trailer Stage. Es folgte Yola, welche erst kurz vor dem Event noch dem Line-up hinzugefügt wurde, auf der Bühne im ehemaligen Puppentheater. Ihren Auftritt performte sie dabei nicht alleine. Dani Lia unterstütze sie bei ein Paar ihrer gemeinsamen Lieder. Im Anschluss daran fand ihr eigenes Konzert auf der Trailer Bühne statt, bei dem wiederum Yola für ein paar Lieder vorbei schaute.

Auf der Hauptbühne begann dann ab 19 Uhr die ganz große Show mit ok.danke.tschüss, danach Alexander Marcus und zum Abschluss der geheime Headliner 01099. Schaut euch gerne die Impressionen oben in der Slideshow an :)

Abschließend lässt sich sagen, dass das Kosmos dieses Jahr ein voller Erfolg war. Es konnte sehr gut die Lücke nach dem Kulturhauptstadtkosmos trotz geringeren Budgets füllen und sich vielfältig neu erfinden. Wie jedes Jahr bleibt abschließend nur die Hoffnung, dass das Festival für Demokratie und Vielfalt auch 2027 wieder stattfinden wird.

Jolle stammt aus NRW. Ihre Songtexte handeln von Hoffnungslosigkeit, ihrer schweren Vergangenheit mit ihrem alkoholabhängigen Vater, dem Versuch nicht so zu werden wie er, dem eigenen Abfall in die Sucht und versuchtem Suizid, aber letztlich auch der Hoffnung, dass alles mit der Hilfe ihrer Freunde und Freundinnen abzulegen und sich komplett neu in ihrer Musik zu finden. Emotionale Indie-Balladen und experimentelle elektronische Klänge definieren ihren distinkten Sound.

Am 21.09.2026 tritt sie als Teil ihrer Ballons halten Tour 2026 in der Moritzbastei in Leipzig auf. Supportet wird sie von Enni. Die Tour dreht sich rund um ihr Debütalbum sunny side up vom 04.09.2026. Bekannt geworden war Jolle bereits abseits der Musik mit Vertonungen diverser deutscher Werbetexte für Funk und Fernsehen. Musikalisch erreichte sie den Durchbruch mit ihrer Single "Alle Märchen sind gelogen" von 2025. Nebenbei tauchte sie unter anderem gemeinsam mit Cro, Anaïs und Kitschkrieg jeweils auf gemeinsamen Songs auf. Ihre Lieder fanden auch schon den Weg in das Radioprogramm von Radio UNiCC. Nach einem erfolgreichen Festivalsommer geht Jolle nun zum ersten Mal auf große Deutschlandtour.

Am 4.8.2026 spielten Soulfly im Leipziger Hellraiser. Für den Opener-Slot sorgten Prophets Of The Rising Dead – eine Truppe mit deftigen Sounds, die gar nicht weit her stammt: aus Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt, quasi aus der Nachbarschaft. Ihr Sound war hart und genau richtig, um die Stimmung für die Titanen des Abends aufzuwärmen: brutale Gitarrensoli, heftige Riffs, ein Schlagzeug wie ein Maschinengewehr und zwei Sänger, die sich zwischen Growls und Gesang abwechselten. Ein würdiger Einstieg in einen Abend, der im Hellraiser stattfand – einer waschechten Heavy-Metal-Bude für Kenner. Wer hier schon mal war, weiß: Das ist ein Metal-Tempel!

Und dann kam Soulfly, und es war einfach nur brachial. Wer Max Cavalera kennt, wusste, worauf er sich einzustellen hatte: pure Energie. Wer ihn bis dato nicht kannte, konnte es an diesem Abend herausfinden. Der Mann ist schlichtweg ein Heavy-Metal-O.G. – so viel hat er für die Szene getan, so viele Impulse mit seinem Sound gesetzt, dass dieses Konzert wirklich etwas Besonderes war.

Lustigerweise fiel der Konzertabend genau auf Max Cavaleras Geburtstag – Prophets Of The Rising Dead hatten schon während ihres Sets darauf hingewiesen. Kaum betrat Soulfly die Bühne, stimmte das Publikum spontan ein Happy-Birthday-Ständchen an. Später im Set äußerte Max dann selbst den Wunsch, das Lied noch einmal auf Deutsch zu hören – und ließ sich das Publikum kein zweites Mal bitten: Noch bevor er seine Bitte zu Ende ausgesprochen hatte, ging es schon los. Wenn das mal kein Liebesbeweis ist, lieber Max!

Wer dachte, die Band würde angesichts ihres reiferen Alters etwas ruhiger auftreten, hat sich gewaltig getäuscht. Der Sound von Soulfly ist ohnehin schon brachial und animiert zu Chaos und Wildheit – und genau das lieferten die Bandmitglieder auch auf der Bühne: Sprünge bei den Breakdowns, hin und her rennen, direkte Interaktion mit dem Publikum. Wahrlich heftig! Im Laufe des Konzerts holte Cavalera zudem sein Berimbau raus, das traditionelle brasilianische Instrument, und spielte damit ein Solo. Der brasilianische Touch, der "Tribe-Vibe", für den Soulfly bekannt sind, kam immer wieder eindeutig zum Vorschein: So legten Cavalera, Gitarrist Mike DeLeon und Bassist Chase Bryant ihre Instrumente zur Seite und kamen jeweils mit einer Trommel zurück auf die Bühne – ein mitreißender Percussion-Part. Am Schlagzeug saß übrigens ebenfalls ein Cavalera: Zyon, Max' Sohn – Vater und Sohn gemeinsam auf der Bühne, das hat schon was!

Musikalisch spannte die Setlist einen Bogen über nahezu die gesamte Bandgeschichte: Von Klassikern wie "Eye For An Eye" und "Tribe" (beide vom Debütalbum 1998) über "Seek 'n' Strike" und "Downstroy" (vom Album "3", 2002) bis zu "Execution Style" und dem Titeltrack "Prophecy" (2004) war praktisch jede Ära vertreten. Klar, mit "Chama" spielte die Band auch den Titeltrack ihres aktuellen, 2025 erschienenen Albums sowie die Vorab-Single "Storm The Gates" – doch trotz der starken neuen Songs wollte Soulfly ihren Fans die alten Perlen nicht vorenthalten, wodurch das Set vollgepackt war mit Heavy-Tracks wie "No Hope = No Fear" und "Bring It". Fast zum Ende hin legte die Band dann noch mal eine heftige Schippe drauf: Das Publikum wurde aufgefordert, in die Knie zu gehen und sich zum Springen bereit zu machen. Wer Soulfly kennt, konnte schon ahnen, was kommt: "Jumpdafuckup" – ein legendärer Track, der einfach nur mitreißt. Und könnt ihr euch vorstellen, wie es ist, in der Hocke zu sitzen und zu wissen, dass gleich richtig die Post abgeht? Wie wenn man einen heftigen Böller anzündet und wartet, bis die Zündschnur zu Ende brennt – ein Mischmasch aus extremer Freude und Energie, gepaart mit etwas Ehrfurcht. Und dann ging es los: Der ganze Hellraiser sprang, Becher flogen, das Haus bebte. Einfach nur genial!

Ein extrem gelungener Abend – Soulfly sind definitiv eine Entertainer-Band und ein absoluter Tipp für alle Fans des harten Sounds!

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Die Vorfreude auf ein Line-up wie dieses war groß – und der 3. August im Haus Auensee hat sie mehr als eingelöst.

Los ging es mit Fit For An Autopsy aus New Jersey, die mit ihrem brutalen Deathcore-Sound und heftigen Breakdowns direkt klarstellten, wohin die Reise an diesem Abend geht. Die bereits aufgewärmten Nacken des Publikums bekamen danach von Bleed From Within noch eine Schippe drauf: Die Schotten aus Glasgow, die einst als Lamb-of-God-Coverband in einem Jugendclub angefangen haben, lieferten mit ihrer Mischung aus Metalcore, Melodic Death Metal und Groove Metal einen mehr als würdigen Support für ihre großen Vorbilder. Und dann kamen Thy Art Is Murder aus Sydney – bekannt und gefürchtet für ihren gnadenlos brutalen Deathcore-Sound zwischen technischen Breakdowns und Blastbeats – und setzten noch einmal eine ordentliche Schippe drauf. Wer bis hierhin noch nicht komplett durchgeschwitzt war, war es spätestens nach ihrem Set.

Apropos Schwitzen: Das Haus Auensee war gefühlt fast bis auf den letzten Platz gefüllt, und drinnen erreichten Temperatur und Klima einen wirklich heftigen Zustand. Schon vom bloßen Rumstehen lief einem der Schweiß den Rücken runter – und durch das Moshen und Headbangen der Massen stieg die Temperatur noch mal deutlich weiter an. Ob das ein Grund war, einen Gang runterzuschalten? Definitiv nicht! Und zusätzlich wurden über den Abend verteilt locker – keine Übertreibung – mehr als 50 Menschen per Crowdsurfing über die Köpfe der Menge bis zur Bühne getragen. Nahezu durchgehend war eine Person am Crowdsurfen – so etwas hat man selten erlebt und sagt schon viel über das Konzert aus.

Dann betraten Lamb of God die Bühne und bewiesen einmal mehr, dass sie zu den Titanen im Game gehören. Brutale Sounds, gepaart mit der Energie von Sänger Randy Blythe, der keine Sekunde stillhielt und das Publikum unermüdlich zum Moshen herausforderte. Die Setlist war ein Traum für jeden Fan: Klar, mit "Into Oblivion" ist dieses Jahr ihr neuestes Meisterwerk erschienen, doch echte Lamb-of-God-Kenner sehnen sich immer auch nach den Klassikern – und genau die gab es reichlich. "Laid to Rest", "Ashes of the Wake", "Omerta" und "Redneck" durften nicht fehlen, dazu ging die Reise quer durch die Diskografie: von "Sacrament" über "Wrath" bis zurück zu "512" von "VII: Sturm und Drang". Das Ergebnis: ein Publikum, das keine Sekunde stillstand, und Moshpits, die so groß wurden, dass sie quer durch den kompletten Saal gingen – von Säule zu Säule im Haus Auensee.

Ein weiteres besonderes Highlight des Abends: Gitarristen Willie Adler und Mark Morton gönnten sich ein Solo-Moment, bevor Schlagzeuger Art Cruz mit einem eigenen Drum-Solo nachlegte. Wer die Band-Geschichte kennt, weiß, dass Cruz relativ spät zu Lamb of God gestoßen ist – doch mit seinem Konzertauftritt hat er sich spätestens jetzt auch bei den Fans behauptet, die ihn zuvor noch nie live erlebt hatten.

Was insgesamt bleibt, ist ein rundum sehr gelungener Abend. Klar wurde hart gemosht, so wie man es auch bei dem Line up erwartet hat – doch der Umgang im Publikum untereinander blieb durchgehend rücksichtsvoll. Alle Grundregeln des Moshens wurden eingehalten: Stolperte jemand und ging zu Boden, blieben die Umstehenden sofort stehen und halfen wieder hoch. Genau so kennt man das aus der Metal-Community – und genau dafür liebt man sie!...

Am Samstag den 27.06.2026 fand im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden das erste Kraftklub OpenAir des Jahres statt. In wortwörtlich hitziger Erwartung blickten im Vorhinein alle Involvierten auf den Wetterbericht, welcher für den Tag in der Landeshauptstadt wohlig, warme 40 Grad prognostizierte. Trotz der Extremwetterlage war das Stadion extrem gefüllt. Um der Hitze entgegenzuwirken wurden zahlreiche kostenlose Wasserstationen und -sprinkler installiert, Rettungsdecken ausgegeben und das Wasser an den Verkaufsständen um 20% reduziert. Gab es doch einen medizinischen Notfall, so waren die zahlreichen Rettungskräfte direkt vor Ort.

Als erster Voract startete der Rapper yung pepp, welcher mit Sommerkleid und Wassereis die passende musikalische Untermalung für den sich langsam nähernden und damit Abkühlung versprechenden Sonnenuntergang lieferte. Mit seinen 17 Jahren und seinem Featuregast Kid Kapri konnte er die Fans, die sich schon nachmittags in die Stadionsonne trauten, begeistern.

Der zweite Programmpunkt des OpenAir-Abends wurde das Publikum von Blond durch ihre Hits zum mitsingen und mittanzen bewegt, was schon zeigte, dass sich niemand die Partystimmung von der drückenden Wärme kaputt machen lassen würde. Die Outfitchanges in ihrer Bühnenshow sorgten für Erfrischung und auch an das Publikum haben die Chemnitzerinnen gedacht: Wer sich durchgeschwitzt hatte konnte sich direkt am Merchstand mit frischem Blondmerch einkleiden.

Dann um 20:45 Uhr lief der große Timer, welcher von einem Kran über das Stadion gehalten wurde, ab und die Band mit dem K betrat die Bühne. Neben allen Songs vom neuen Album Sterben in Karl-Marx-Stadt überzeugten Kraftklub mit einem bunten Mix aus den größten Hits ihrer vorherigen Alben. Der breiten Masse ging vor allem der Song Kippenautomat nicht mehr aus dem Ohr. Immer wieder hörte man im Verlaufe des Konzerts die Melodie aus dem Zuschauerbereich, sodass die Gruppe aus der ehemaligen Kulturhauptstadt sich sogar dazu bewegen ließ den Song ein weiteres Mal spontan auf die Setliste zu setzen. Weitere Highlights waren das Blond-Feature bei ihrem gemeinsamen Song so schön, der Einsatz einer Schneekanone, welche zusätzlich für Abkühlung sorgte, Konfetti und Raucheffekte, sowie das Publikum selbst, welches bei dem Song Schief in jedem Chor das gesamte Stadion mit seinen Handylichtern magisch zum leuchten gebracht hat. Für alle, die ein Ticket bekommen konnten, wird der Abend sicher in guter Erinnerung bleiben.

Für alle, die jetzt Lust...