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Summary

Preview der MDR-Dokumentation "Chemnitz - Ein Jahr danach" sorgt für Diskussionen

Am Abend des 22. August präsentierte der Mitteldeutsche Rundfunk unter dem Label "mdr mittendrin" im Cinestar im Einkaufszentrum Galerie Roter Turm eine Dokumentation unter dem Titel "Chemnitz - ein Jahr danach". Thema des 45-minütigen Films war die Frage, wie sich das Leben und das Sicherheitsgefühl in der Stadt seit dem konfrontationsgeladenen Spätsommer 2018 verändert hat.

Wolf-Dieter Jacobi während der Diskussion mit den Gästen

Thomas Datt, einer der verantwortlichen Redakteure der Dokumentation auf dem Podium

Tarek Kehllo flüchtete nach Deutschland und arbeitet nun beim MDR

Antje Riediger, war an der Produktion der Doku beteiligt

Auch Gäste aus dem rechten Sprektrum waren bei der Preview, hier Dieter Jörg List, Stadtratskandidat von Pro Chemnitz

Ein Chemnitzer berichtet von Gewalt, die aus der rassistischen Demo hervor ging

Der AfD-Mann Arthur Oesterle fällt einem Redner ins Wort

Die verantwortlichen Redakteure und MDR Fernsehprogrammdirektor diskutieren mit Chemnitzer Bürgern über die Dokumentation

D. Jörg List, ein Stadtratskandidat der rechtsradikalen Vereinigung Pro Chemnitz bezeichnet sich als Bürger aus der Mitte der Gesellschaft

AfD-Spitzenpolitiker auf dem Trauermarsch der AfD am 1. September 2018

Teilnehmer der rassistischen Ausschreitungen vor einem Jahr attakieren eine Polizeikette

Teilnehmer der rassistischen Ausschreitungen vor einem Jahr

Teilnehmer der rassistischen Ausschreitungen zeigen ihre Haltung gegenüber Pressevertretern

Ein Blick zurück auf die Chronologie der Geschehnisse des Sommers 2018:

Vor knapp einem Jahr, in den frühen Morgenstunden des 26. August 2018 mündet das, was als Streit begann, in einer Gewalttat: Drei Männer werden durch Messerstiche schwer verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert. Einer von ihnen, Daniel H., ein junger Chemnitzer mit deutsch-kubanischen Wurzeln, stirbt wenig später an seinen schweren Verletzungen.

Kurz vor 8:00 Uhr am gleichen Tag veröffentlicht das zur Morgenpost gehörende regionale Boulevard-Newsportal TAG24.de einen Online-Artikel über die Tat. In der knappen Nachricht mutmaßt das Blatt, die Belästigung einer Frau sei Ausgangspunkt der Tat gewesen. Um die Mittagszeit wird der inzwischen schon unzählige Male geteilte Artikel unter Berufung auf die Polizei um die Information ergänzt, dass sich die Auseinandersetzung zwischen "mehreren Personen unterschiedlicher Nationalitäten" abgespielt haben soll und die Tatwaffe, ein Messer, bereits sichergestellt werden konnte. Erst am späten Nachmittag revidiert Tag24 die bisherige Darstellung des Tatherganges, nachdem die Polizei erneut deutlich macht, dass es bisher keine Erkenntnisse zum Ursprung der Auseinandersetzung gibt.

Während die Ermittlungen der Polizei noch am Anfang stehen, verbreitet sich bereits im Laufe des Vormittags in den Sozialen Medien ein Aufruf, sich noch am gleichen Nachmittag am Nischel zu versammeln, um zu "zeigen wer in der Stadt das sagen hat !" (sic). Ausgehend von Seiten und Facebookgruppen gewaltbereiter rechtsextremer Hooligangruppen wie Kaotic Chemnitz verteilt sich der Aufruf massenhaft. Nachdem das Stadtfest aus Angst vor Ausschreitungen vorzeitig beendet wird, versammeln sich am Nachmittag hunderte gewaltbereite Rechtsextreme zu einer nicht angemeldeten Demonstration am Marx-Monument. Aus dieser Versammlung lösen sich immer wieder Gruppen, die dann durch die Innenstadt ziehen und Jagd auf vermeintliche Ausländer machen. Laut vielen übereinstimmenden Medienberichten kann die völlig überforderte Polizei dem Treiben im Wesentlichen nur zusehen.

Am darauf folgenden Montag findet erneut eine rechte Demonstration statt, diesmal angemeldet durch Vertreter der rechtsextremen Vereinigung Pro Chemnitz. Auch an diesem Tag ist die unterbesetzte Polizei kaum Herr der Lage. Aus der Demo der Rechten fliegen Gegenstände in Richtung der Gegenproteste, Nazi-Parolen werden gebrüllt und Hitlergrüße gezeigt. Nur einen Tag später veröffentlichen gleich mehrere Akteure vom politisch rechten Rand, unter ihnen der mehrfach vorbestrafte PEGIDA-Gründer Lutz Bachmann, den Haftbefehl gegen den Hauptverdächtigen. Später stellt sich heraus, dass dieser von einem Justizbeamten illegal weitergegeben worden war.

Ihren vorläufigen Höhepunkt finden die ausländerfeindlichen Demonstrationen am 1. September 2018. Führende Köpfe von Pro Chemnitz, der AfD und weitere rechtsradikale Gruppen marschieren gemeinsam mit etwa 8000 teilweise offensichtlich gewaltbereiten Personen durch die Chemnitzer Innenstadt. Begleitet von deutlichen Gegenprotesten verüben einige Teilnehmer des von den Organisatoren so genannten Trauermarsches brutale Übergriffe auf Medienvertreter und Polizeibeamte und skandieren rechtsextreme Parolen. Der Polizei fällt es trotz eines Rekordaufgebotes von 1800 Beamtinnen und Beamten schwer, die aufgebrachte Menge ausländerfeindlicher Demonstranten in Schach zu halten. Durch diesen Aufmarsch und die folgenden monatelangen ausländer- und asylfeindlichen Demonstrationen gerät Chemnitz weltweit in den Fokus der Medien. Am 3. September zeigt die Chemnitzer Zivilgesellschaft mit einem spontan durch die Chemnitzer Band Kraftklub initiierten Großkonzert mit etwa 65.000 Gästen, dass es in Chemnitz mehr gibt als rechte Schreihälse und gewaltbereite Hooligans.

Am 4. September 2018 zeigt die ARD die Dokumentation "Chemnitz - Eine Stadt in Aufruhr". Der 45-minütige Film wurde vom Mitteldeutschen Rundfunk produziert und zeichnet die Chronologie der Ereignisse eine Woche nach der Bluttat nach. Anhand der Geschichten einzelner Menschen machen die Filmemacher des MDR das Klima in der Stadt und die Stimmung ihrer Bewohner deutlich.

Einige der Protagonisten dieser Dokumentation begleiteten die verantwortlichen Redakteure in den vergangenen Monaten weiter.

Der so entstandene zweite Dokumentarfilm wurde einem kleinen Publikum am 22.08.2019 bereits vor der öffentlichen Ausstrahlung im Fernsehprogramm der ARD durch eine Preview präsentiert. Diese Veranstaltung schlug schon im Voraus hohe Wellen. Ursprünglich plante der MDR im Anschluss an die Filmvorführung eine Podiumsdiskussion zwischen einigen der im Film begleiteten Akteure, der Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz Barbara Ludwig und dem Programmdirektor des MDR-Fernsehens Wolf-Dieter Jacobi. Nachdem bekannt wurde, dass Arthur Oesterle, Mitglied der AfD und Chefordner der ausländerfeindlichen Demonstrationen im Herbst 2018, mitdiskutieren sollte, sagte der Großteil der Diskutanten ihre Teilnahme ab. Um die Veranstaltung nicht absagen zu müssen, planten die Verantwortlichen des Mitteldeutschen Rundfunks um und stellten ein Podium aus den verantwortlichen Redakteuren und Journalisten der Dokumentationsproduktion zusammen. Sowohl Vertreter anderer Medien als auch die Chemnitzer Stadtbevölkerung wurden eingeladen,  sich den Film anzusehen und mit den Redakteuren darüber ins Gespräch zu kommen.

Zutritt zu der durch Security stark abgesicherten Veranstaltung erhielt nur, wer sich vorher angemeldet hatte und ausweisen konnte. Im Foyer vor den Kinosälen präsentierte sich der Mitteldeutsche Rundfunk und fing Stimmen der Besucher der Veranstaltung ein. Der für die Veranstaltung angemietete Kinosaal war zu etwa drei Viertel gefüllt. Zwischen vielen Bürgerinnen und Bürgern waren auch einige Mitglieder des Chemnitzer Stadtrates anwesend. Ebenfalls anwesend waren Personen, die bereits im Zusammenhang mit den rassistischen Ausschreitungen im vergangenen Jahr und deren Organisatoren in Erscheinung getreten waren. Darunter auch Arthur Oesterle, damals Chefordner auf vielen der von Pro Chemnitz initiierten Aufmärschen.

Die Vorführung der 45-minütigen Dokumentation unter dem Titel „Chemnitz - Ein Jahr danach“ verlief störungsfrei. Im Film wurde zunächst die Arbeit des Stadtordnungsdienstes und Maßnahmen der Stadtverwaltung zur Erhöhung der Sicherheit, vor allem im Stadtzentrum, thematisiert. Anschließend ließen die Filmemacher verschiedene Akteure aus der Gesellschaft zu Wort kommen und zeigten auch, wie sich ihr Leben nach den Ereignissen des Spätsommers 2018 verändert hat. Zu den Portraitierten gehören unter anderem eine Professorin der TU Chemnitz mit tunesischen Wurzeln, eine junge Chemnitzer Bürgerin, die sich neben ihrer Berufsausbildung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit engagiert, und ein Chemnitzer Unternehmer, der sich auch gesellschaftlich für Chemnitz engagiert. Auch eine Flüchtlingsfamile aus Syrien kam zu Wort. Die studierten Juristen waren mit ihren zwei Kindern vor dem Krieg in ihrem Heimatland geflohen und in Chemnitz angekommen. Nach den rassistischen Ausschreitungen im vergangenen Jahr fühlten sie sich in Chemnitz nicht mehr sicher, fürchteten sich vor Übergriffen und sind so ein zweites Mal geflohen, dieses Mal aus Chemnitz. Mittlerweile haben sie in Hamburg neu angefangen und lernen die deutsche Sprache, um sich zu integrieren.

Ein ebenfalls im Film vorgestellter Gastwirt einer Chemnitzer Gartenkneipe war selbst nicht bei den Demonstrationen, äußerte aber Verständnis dafür, dass Bürgerinnen und Bürger sich an den von Pro Chemnitz organisierten Protesten beteiligt haben. Er erzählte, dass sein Biergarten mit Einbruch der Dunkelheit immer leer werde; das sei früher anders gewesen, doch die Leute fühlten sich nicht mehr sicher. Konkrete Bedrohungen für seine Gäste nannte er nicht. Ein Stammtisch des Chemnitzer Fußballclubs, der sich in regelmäßig im Biergarten der Gartenkneipe trifft, meinte, dass Politik an ihrem Tisch nichts verloren habe; es ginge nur um Fußball. Als die Stammtischmitglieder vom Filmteam auf die umstrittene Ehrung des verstorbenen Neonazis und Hooligans Thomas Haller am Rande eines CFC-Spiels angesprochen wurden, kippte die Stimmung.

Die wohl umstrittenste Person im Film ist der AfD-Mann Arthur Oesterle. Während der fremdenfeindlichen Ausschreitungen im Spätsommer 2018 war Oesterle als Chefordner auf den von Pro Chemnitz organisierten Aufmärschen in den Fokus der Medienberichterstattung geraten. Oesterle war schon Protagonist in der ersten MDR-Doku wenige Tage nach den ersten Krawallen. Im Film wird gezeigt, wie sich Oesterle im Wahlkampf der AfD engagiert. Zwar wird auch Oesterles guter Kontakt zu Rechtsaußen-Kreisen wie Pro Chemnitz oder dem vom Verfassungsschutz beobachteten fremdenfeindlichen Verein Heimattreue Niederdorf und seine Teilnahme an Demonstrationen der rechtsaußen-Splitterpartei Der III. Weg thematisiert, jedoch gibt die Dokumentation Oesterle auch die Möglichkeit, dies zu relativieren.

Nach Ende der Dokumentation waren aus dem Publikum erste Buh-Rufe zu vernehmen, bevor der Kinosaal überhaupt wieder vollständig beleuchtet war. Im Anschluss an die Filmvorführung diskutierten die Redakteure und Verantwortlichen um MDR- Fernsehprogrammdirektor Wolf-Dieter Jacobi mit den Besuchern. Zu Beginn erläuterte Jacobi, dass sich der ursprüngliche Plan einer Podiumsdiskussion mit den Protagonisten der Dokumentation nicht umsetzen ließ und man so diesen Kompromiss gefunden habe.

Als erstes ergriff Arthur Oesterle das Wort und brachte seinen Respekt gegenüber dem Sender zum Ausdruck - er sei zufrieden mit dem Ergebnis. Im selben Atemzug warf er dem Sender Unehrlichkeit über die Ursachen der Absage der Podiumsdiskussion vor.
Jacobi entgegnete: "Wenn ich keine Runde mehr habe, kann ich auch keine machen. Die Idee ist nicht aufgegangen."

Im Verlauf der Diskussion äußerte ein Gast Kritik daran, dass der Sender einem Akteur wie Oesterle, der der Stadt geschadet und sie in einen schlechten Ruf gebracht habe, überhaupt so viel Spielraum in der Gestaltung seiner Rolle eingeräumt habe. Eine der Redakteurinnen des Films entgegnete darauf, dass sie der Meinung sei, dass die Figur Arthur Oesterle wichtig für die Doku sei: "Wir sind der Meinung, dass der Film ein sehr guter Spiegel der Realität ist. Man kann nicht einfach ein Stück wegschneiden."

Kontra bekam Oesterle auch von einem Zuhörer, der aus eigener Erfahrung davon berichtete, dass am 27. August 2018 aus der von Pro Chemnitz veranstalteten Demonstration Gegenstände auf die Gegendemonstranten geworfen wurden. Oesterle reagierte darauf aufbrausend, fiel dem Man ins Wort und bezichtigte ihn der Lüge.

Ein weiterer Diskussionspunkt mit mehreren sich widersprechenden Redebeiträgen war die Definition der bürgerlichen Mitte. Besonders polarisierte dabei, dass sich Dieter Jörg List, der im Mai erfolglos auf der Liste von Pro Chemnitz für den Chemnitzer Stadtrat kandidierte, selbst als parteiloser Bürger aus der Mitte der Gesellschaft bezeichnete. List gab außerdem an, dass er mit seiner Wirtschafts- und Unternehmensberatung erfolgreich mit Lehrstühlen der TU Chemnitz kooperiere.

Nach ca. 45 Minuten beendete die Moderatorin die Diskussion. Die Redebeiträge der Besucher zeigten, dass die Dokumentation des MDR, aber auch der Umgang mit Vertretern des rechten Spektrums in den Medien durchaus kontrovers diskutiert werden.

Die Dokumentation „Chemnitz - Ein Jahr danach“ läuft am Montag, dem 26. August ab 22:45 Uhr im Ersten und am Mittwoch, dem 28. August um 20:45 im MDR Fernsehen.

Der aufstrebende Indiekünstler aus Meißen und seine Band besuchen bei der Geschichten aus gebrochenem Glas Tour Anfang 2027 die Städte Frankfurt, Bonn, Berlin, Magdeburg, Hannover, Hamburg, Leipzig und Dresden. Der Kaktuseis-Connoisseur hat dabei alles selbst geplant und begibt sich für seine Fans in ein finanzielles Risiko. Trotz seiner Mangelnden Kenntnis in Bezug auf Steuern und Finanzen wird es auch für materiell wenig betuchte Musikenthusiasten Soli-Tickets ab 16,1€ geben. Für alle, die noch nie auf einem Rosenrausch Konzert waren ist das jetzt die Gelegenheit, denn auch die regulären Tickets sind im Vergleich zu großen Konzerten für einen schmalen Taler erwerbbar.

Website von Rosenrausch

Volt[age] ist zurück! Nach dem großen Erfolg der Weltpremiere im letzten Jahr und den mittlerweile zwei internationalen Preisen, kehrt die Fortsetzung des immersiven Balletts im September und Oktober dieses Jahres zurück auf die Bühne des Leipziger Kunstkraftwerkes.

Das Stück vereint Tanz, Sound und visuelle Projektionen zu einem einzigartigen, immersiven Erlebnis. Sechs Tänzer erzählen in insgesamt fünf Akten eine emotional aufgeladene Geschichte von der wechselseitigen Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Dabei wird die Bühne selbst zur Schnittstelle zwischen beiden Welten.

Dank Motion-Tracking reagieren die visuellen Projektionen in Echtzeit auf die Bewegungen der Tänzer. Dies spiegelt die in der Geschichte dargestellte Abhängigkeit zwischen Mensch und Technik besonders eindrucksvoll wider.

Die Choreografie von Mirko Mahr, Sara Brandao und Lolita Valao interpretiert die klassische Tanzart des Balletts neu und wird von Tänzern der Musikalischen Komödie Leipzig zum Leben erweckt.

Begleitet wird die Inszenierung von einem eindrucksvollen Sounddesign aus elektronischen Technosounds und orchestralen Elementen, welches genau wie die Visuals vom französischen Digitalkünstler und Artistic Director Nicolas Landrieux stammt.

Wer sich diese beeindruckende Inszenierung nicht entgehen lassen möchte und Lust hat, hautnah in das Wechselspiel aus Mensch und Technik einzutauchen, findet auf der Website des Kunstkraftwerkes noch letzte Tickets.

 

Das Kollektiv Ulepuschkinrose aus Halle Nord spielen am 13.11. Als Teil ihrer Demotour in der Location im Wirkbau. Die Rapper, Musiker und Produzenten Partizan, Cyndholz und Hermann Eff (aka Ganove f) vereinen in ihrer Musik atzigen Studentenrap mit ironischen Texten und antikapitalistischen Messages. Ein wiederkehrendes Element in ihren Texten ist auch ihr Verhältnis zu Halle und der Nachbarstadt Leipzig. Bereits seit 2018 erscheinen ihre EPs. Über die Zeit konnten sie sich eine Fanbase von 969 Tidalfans aufbauen. Wer Spaß an subtilen Anspielungen und Hooks zum mitsingen hat, für den ist das Konzert des Trios definitiv sehenswert.

Das Kosmos Wochenende neigt sich dem Ende. Nach der Eröffnung am Freitag in der Stadthalle startete der Samstag auf dem Gelände zwischen Limbacher- und Theaterstraße mit vielen Panels, Talks und Infoständen, Sportangeboten und vielen weiteren kleineren Aktionen. Gerade die verwinkelten Straßen und Höfe rund um die Markthalle sorgten dafür, dass man auch wenn man keine konkrete Veranstaltung ansteuerte an jeder Ecke etwas spannendes entdecken konnte.

Ab 12 Uhr fanden in der Schule am Hartmannplatz die Debatten mit Arne Semsrott und danach mit Luisa Neubauer statt. Letztere war so stark besucht, dass viele Leute keinen Ort mehr finden konnten, an dem der Talk zu sehen oder auch nur ohne Einschränkungen zu hören war.

Ebenfalls um diese Zeit begannen verteilt auf zahlreiche Bühnen die vielen Konzerte auf denen auch etliche Artists aus dem Radio UNiCC Programm vertreten waren. Für uns ging es los mit Power Plush auf der Trailer Stage. Es folgte Yola, welche erst kurz vor dem Event noch dem Line-up hinzugefügt wurde, auf der Bühne im ehemaligen Puppentheater. Ihren Auftritt performte sie dabei nicht alleine. Dani Lia unterstütze sie bei ein Paar ihrer gemeinsamen Lieder. Im Anschluss daran fand ihr eigenes Konzert auf der Trailer Bühne statt, bei dem wiederum Yola für ein paar Lieder vorbei schaute.

Auf der Hauptbühne begann dann ab 19 Uhr die ganz große Show mit ok.danke.tschüss, danach Alexander Marcus und zum Abschluss der geheime Headliner 01099. Schaut euch gerne die Impressionen oben in der Slideshow an :)

Abschließend lässt sich sagen, dass das Kosmos dieses Jahr ein voller Erfolg war. Es konnte sehr gut die Lücke nach dem Kulturhauptstadtkosmos trotz geringeren Budgets füllen und sich vielfältig neu erfinden. Wie jedes Jahr bleibt abschließend nur die Hoffnung, dass das Festival für Demokratie und Vielfalt auch 2027 wieder stattfinden wird.

Am 4.8.2026 spielten Soulfly im Leipziger Hellraiser. Für den Opener-Slot sorgten Prophets Of The Rising Dead – eine Truppe mit deftigen Sounds, die gar nicht weit her stammt: aus Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt, quasi aus der Nachbarschaft. Ihr Sound war hart und genau richtig, um die Stimmung für die Titanen des Abends aufzuwärmen: brutale Gitarrensoli, heftige Riffs, ein Schlagzeug wie ein Maschinengewehr und zwei Sänger, die sich zwischen Growls und Gesang abwechselten. Ein würdiger Einstieg in einen Abend, der im Hellraiser stattfand – einer waschechten Heavy-Metal-Bude für Kenner. Wer hier schon mal war, weiß: Das ist ein Metal-Tempel!

Und dann kam Soulfly, und es war einfach nur brachial. Wer Max Cavalera kennt, wusste, worauf er sich einzustellen hatte: pure Energie. Wer ihn bis dato nicht kannte, konnte es an diesem Abend herausfinden. Der Mann ist schlichtweg ein Heavy-Metal-O.G. – so viel hat er für die Szene getan, so viele Impulse mit seinem Sound gesetzt, dass dieses Konzert wirklich etwas Besonderes war.

Lustigerweise fiel der Konzertabend genau auf Max Cavaleras Geburtstag – Prophets Of The Rising Dead hatten schon während ihres Sets darauf hingewiesen. Kaum betrat Soulfly die Bühne, stimmte das Publikum spontan ein Happy-Birthday-Ständchen an. Später im Set äußerte Max dann selbst den Wunsch, das Lied noch einmal auf Deutsch zu hören – und ließ sich das Publikum kein zweites Mal bitten: Noch bevor er seine Bitte zu Ende ausgesprochen hatte, ging es schon los. Wenn das mal kein Liebesbeweis ist, lieber Max!

Wer dachte, die Band würde angesichts ihres reiferen Alters etwas ruhiger auftreten, hat sich gewaltig getäuscht. Der Sound von Soulfly ist ohnehin schon brachial und animiert zu Chaos und Wildheit – und genau das lieferten die Bandmitglieder auch auf der Bühne: Sprünge bei den Breakdowns, hin und her rennen, direkte Interaktion mit dem Publikum. Wahrlich heftig! Im Laufe des Konzerts holte Cavalera zudem sein Berimbau raus, das traditionelle brasilianische Instrument, und spielte damit ein Solo. Der brasilianische Touch, der "Tribe-Vibe", für den Soulfly bekannt sind, kam immer wieder eindeutig zum Vorschein: So legten Cavalera, Gitarrist Mike DeLeon und Bassist Chase Bryant ihre Instrumente zur Seite und kamen jeweils mit einer Trommel zurück auf die Bühne – ein mitreißender Percussion-Part. Am Schlagzeug saß übrigens ebenfalls ein Cavalera: Zyon, Max' Sohn – Vater und Sohn gemeinsam auf der Bühne, das hat schon was!

Musikalisch spannte die Setlist einen Bogen über nahezu die gesamte Bandgeschichte: Von Klassikern wie "Eye For An Eye" und "Tribe" (beide vom Debütalbum 1998) über "Seek 'n' Strike" und "Downstroy" (vom Album "3", 2002) bis zu "Execution Style" und dem Titeltrack "Prophecy" (2004) war praktisch jede Ära vertreten. Klar, mit "Chama" spielte die Band auch den Titeltrack ihres aktuellen, 2025 erschienenen Albums sowie die Vorab-Single "Storm The Gates" – doch trotz der starken neuen Songs wollte Soulfly ihren Fans die alten Perlen nicht vorenthalten, wodurch das Set vollgepackt war mit Heavy-Tracks wie "No Hope = No Fear" und "Bring It". Fast zum Ende hin legte die Band dann noch mal eine heftige Schippe drauf: Das Publikum wurde aufgefordert, in die Knie zu gehen und sich zum Springen bereit zu machen. Wer Soulfly kennt, konnte schon ahnen, was kommt: "Jumpdafuckup" – ein legendärer Track, der einfach nur mitreißt. Und könnt ihr euch vorstellen, wie es ist, in der Hocke zu sitzen und zu wissen, dass gleich richtig die Post abgeht? Wie wenn man einen heftigen Böller anzündet und wartet, bis die Zündschnur zu Ende brennt – ein Mischmasch aus extremer Freude und Energie, gepaart mit etwas Ehrfurcht. Und dann ging es los: Der ganze Hellraiser sprang, Becher flogen, das Haus bebte. Einfach nur genial!

Ein extrem gelungener Abend – Soulfly sind definitiv eine Entertainer-Band und ein absoluter Tipp für alle Fans des harten Sounds!

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