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Kommentar: Gewalt, Angst und Eis

Der abgebildete Flyer hängt am 7.08. bis zum Abend in der Mensa Reichenhainer Straße aus. Der Fachschaftsrat Wirtschaftswissenschaften versucht, mit Eis, Kaltgetränken und Poker neue Mentor*Innen für die kommende O-Woche zu akquirieren. Die Art und Weise, wie die Bewerbung des Events stattgefunden hat, stößt dabei nicht nur bei unserer Redaktion auf Unverständnis und Fassungslosigkeit.

Der abgebildete Flyer hängt am 7.08. bis zum Abend in der Mensa Reichenhainer Straße aus.

In einer auf Instagram veröffentlichten Stellungnahme entschuldigt sich der FSR am späten Abend für das Aufhängen des Flyers und benennt unter anderem unbeabsichtigte politische Statements und die “Assoziation zu politischen Begriffen” als Problem.

In einer auf Instagram veröffentlichten Stellungnahme entschuldigt sich der FSR am späten Abend für das Aufhängen des Flyers und benennt unter anderem unbeabsichtigte politische Statements und die “Assoziation zu politischen Begriffen” als Problem.

”ICE-Prüfungsphase abschieben” heißt es in der Überschrift.

ICE steht einerseits für “United States Immigration and Customs Enforcement” und andererseits für Tränengas, Razzien, sexuelle Übergriffe und Todesfälle. Die US-Behörde ist mit der Neuordnung der US-amerikanischen Regierungsstrukturen nach den Anschlägen am 11. September 2001 entstanden. Sie hat die Aufgabe, die US-amerikanischen Einwanderungsgesetze durchzusetzen, einschließlich der Festnahme, Inhaftierung und Abschiebung von Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus.

Seit Donald Trumps zweiter Amtszeit häufen sich die medialen Bilder von vermummten, bewaffneten ICE-Agent*Innen, die brutal auf teilweise unschuldige Menschen einschlagen. Renée Good und Alex Pretti werden von ihnen im Januar 2026 erschossen. Beide Tötungen werden von der Human Rights Watch als "unjustifiable" eingestuft. Darüber hinaus dokumentiert die Menschenrechtsorganisation in den ersten 500 Tagen von Trumps zweiter Amtszeit 50 weitere Todesfälle in ICE-Gewahrsam.

 

Mit einem Wortwitz über die Aufgabe der Behörde macht der Fachschaftsrat Wirtschaftswissenschaften Werbung für sich, ein nettes Get-together und Eis. Der gedachte Witz ist klar. ICE aber als bloße Abschiebebehörde darzustellen, ist milde formuliert unzureichend, denn ICE steht auch für Traumata, Angst und unschuldige Todesopfer. Das im Kontext einer Auszeit von den Uni-Prüfungen als Bild heranzuziehen und damit zu verharmlosen, ist ignorant wie geschmacklos.

 

In einer auf Instagram veröffentlichten Stellungnahme entschuldigt sich der FSR am späten Abend für das Aufhängen des Flyers und benennt unter anderem unbeabsichtigte politische Statements und die “Assoziation zu politischen Begriffen” als Problem. Allerdings ist das bloße politische Wesen der verwendeten Begriffe nicht das eigentliche Problem. Hätte an derselben Stelle ein Verweis auf das Elterngeld oder die Rentenreform gestanden, hätte es die Stellungnahme wohl kaum gebraucht.

Die Formulierung, beim Erstellen des mittlerweile entfernten Flyers mittels KI “ist dabei eine Wortkombination entstanden (...)” schiebt darüber hinaus die Schuld einer anscheinend wildgewordenen künstlichen Intelligenz zu und steht damit in auffälligem Kontrast zu den demütigen und damit tatsächlich angebrachten Passagen des Statements.

 

Es bleibt die Frage, wie ein FSR Wirtschaftswissenschaften, der laut Eigenaussage für ein weltoffenes, respektvolles und inklusives Miteinander steht, überhaupt dazu kommt, einen Flyer mit diesem Wording zu erstellen, abzunicken, auszudrucken und aufzuhängen. Wir hoffen, dass der KI nicht auch die Aufarbeitung des Vorfalls überlassen wird.

 

Ich wollte die anstehende Bundestagswahl zum Anlass nehmen, euch mal meine Sicht der Dinge darzulegen. Dabei geht es in zwei Teilen: zum einen um Migration und dann noch um die echten Probleme.

Beim letzten Mal ging es um Migration, aber keine Angst, es gibt außer Geflüchteten noch andere Gruppen in Deutschland, die sich schlecht wehren können und gegen die man deshalb leicht treten kann, um von den wahren Problemen abzulenken.

Bald finden wieder Wahlen statt in unserem schönen Bundesland. Mit auf den Wahlzetteln steht die erwiesenermaßen rechtsextreme AfD. Nicht selten schüren Kandidaten dieser Partei Ängste, um ihre Ziele zu rechtfertigen. So auch der Bürgermeisterkandidat aus den Reihen der AfD im ostsächsischen Ebersbach-Neugersdorf. Unser Redakteur Bernd lebt seit einiger Zeit in dieser Kleinstadt in der Oberlausitz und hat ein Wahlversprechen des aktuellen AfD-Landtagsabgeordneten und Bewerber um das Amt des Bürgermeisters seiner Heimatstadt Mario Kumpf in einem Kommentar genauer unter die Lupe genommen:

Als weltoffener und um Selbstreflexion bemühter Mensch ist es mir – egal, wie unzufrieden ich mit der aktuellen Politik auch sein mag – völlig unbegreiflich, wie man auf die Idee kommen kann, dass eine rassistische und rechtsextreme Partei wie die AfD auch nur im Ansatz eine Alternative sein kann.

Chemnitz trägt seit langem einen ganz besonderen Titel: Größter Regionalbahnhof Deutschlands! Nun, das ist nichts auf das man stolz sein könnte, denn immerhin ist mit diesem zweifelhaften Titel die Abkoppelung von etwa 1,2 Millionen Menschen in der Region vom Fernverkehr verbunden, aber immerhin, es ist ein Titel. Weil seit kurzem ein neuer Titel, nämlich der der Europäischen Kulturhauptstadt 2025 hinzugekommen ist, bleibt für den alten Schmuddel-Titel, den man immerhin schon seit 2006 trägt, kein Platz mehr.