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Summary

Georg Schwedt: Faszinierende chemische Experimente. Für Entdecker, Gesundheitsbewusste und Genießer

Chemie ist bekanntlich überall – man kann auch sagen: alles ist aus Chemie gemacht. Nur meistens denkt man bei "Chemie" eher an das Periodensystem der Elemente oder an die Lebensmittelindustrie, die Geschmacksstoffe herstellt. Dass es auch anders, nämlich ganz und gar alltäglich, geht, zeigt Georg Schwedt in seinem neuen Buch "Faszinierende chemische Experimente. Für Entdecker, Gesundheitsbewusste und Genießer". Wohin die Reise geht, zeigt schon der Untertitel: Es ist für jeden etwas dabei. Unsere Redakteurin Anja hat sich das Buch genauer angesehen.

Schon mit dem Vorwort zu "Faszinierende chemische Experimente. Für Entdecker, Gesundheitsbewusste und Genießer" nimmt Georg Schwedt seine experimentierfreudige Leserschaft an die Hand, indem er nachzeichnet, wie sein eigenes Interesse an der Chemie geweckt wurde. Er zieht Beschreibungen aus Experimentierbüchern seit dem 19. Jahrhundert heran und bietet so nicht nur Einblicke in die spannende Chemie des Alltags, sondern auch in die Geschichte chemischer Experimente für interessierte (mehr oder weniger) Laien.

"Die chemischen Eigenschaften derjenigen Stoffe, denen wir in unserem Alltag ständig begegnen, lassen sich auch in einfach durchführbaren Versuchen und in jeder Küche [...] erforschen. Dazu liefert dieses Buch die Informationen und Anleitungen." (S. X)

Die Experimente sind in verschiedene Zielgruppen oder Interessengebiete unterteilt und sympathisch benannt – für Hobbychemiker und Gesundheitsbewusste, Mineraliensammler und Ökonomen, Genießer und Entdecker. Den Kapiteln ist eine Einleitung vorangestellt, immer wird auch die Wissensentwicklung im Laufe der Geschichte nachgezeichnet, immer wird erst einmal geklärt: Was ist das eigentlich, was wir untersuchen wollen? "Faszinierende chemische Experimente" geht über Formeln und Anweisungen weit hinaus, und genau das macht es zu einem hervorragenden Experimentierbuch.
Geht es bei den Hobbychemikern unter anderem um Säuren und Basen, widmet sich das Kapitel für Gesundheitsbewusste dem weiten Feld der Heilwässer, verschiedenen Salzen bzw. Badesalzen, der pflanzlichen Drogerie der Phytopharmaka und natürlich dem weiten Feld der Gesundheitstees aus Heilpflanzenaufgüssen. Mineraliensammler können chemische Elemente in Mineralen nachweisen, für die Ökonomen geht es vor allem um Alltagsprodukte wie Seife, Leder, Papier, Kohle – und natürlich um's Geld. Wein- und Bierfreunden sei das Kapitel "Für Genießer" ans Herz gelegt. Um, im gleichen Kapitel, Obst und Gemüse zu untersuchen, ist eine kleine Warenkunde zuvor natürlich unerlässlich – ausführlich, übersichtlich und sehr erhellend, wie bereits das Kapitel zu den Tees. Für die Botaniker unter den Lesern gibt es schließlich das Kapitel "Für Entdecker".

Eine komplette Aufstellung aller 157 Experimente sowie ein umfangreiches Literatur- und Stichwortverzeichnis schließen das Buch rund ab. Um die beschriebenen Experimente durchführen zu können, braucht man noch einen Chemiebaukasten, der die Grundausrüstung stellt. Interesse an der Chemie des Alltags ist natürlich unbedingte Voraussetzung; Vorkenntnisse im Rahmen dessen, was der Experimentierkasten bietet, schaden nicht.
Erklärtes – und erreichtes – Ziel des Buches ist es, nicht nur Experimente nach Anleitung durchzuführen, sondern zu eigenen Erkenntnissen zu gelangen.

Georg Schwedt "Faszinierende chemische Experimente. Für Entdecker, Gesundheitsbewusste und Genießer" erschien im August 2019 bei Wiley-Vch.

Audiobeitrag

Im Oktober 2020 hat Sebastian Fitzek sein neues Werk "Der Heimweg" auf den Markt gebracht. In der folgenden Rezension erfahrt ihr mehr zum Buch.

Unser Redakteur Wieland hat seit 3 Jahren zum ersten mal ein Buch in der Hand und berichtet von seinen Erfahrungen mit "QualityLand 2.0"

Wer manchmal auch aus der deutschsprachigen Literatur ausbrechen möchte, oder einfach neugierig ist auf aktuelle kreative Texte von Autoren und Autorinnen unterschiedlicher Professionalität und Couleur, sei herzlich dazu eingeladen, sich das Journal "Turning Pages" einmal näher anzuschauen.

 

Die erste Ausgabe des künftig jährlich erscheinenden Journals für kreatives Schreiben wurde 2019 im Universitätsverlag der TU Chemnitz veröffentlicht. Initiiert und herausgegeben wird es von der Professur für Anglistische Literaturwissenschaft, namentlich Prof. Cecile Sandten und Mandy Beck.

Die versammelten Texte und Grafiken der ersten Ausgabe stammen von Studierenden, Schülerinnen und Schülern, Lehrenden sowie internationalen Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Ebenso bunt wie die Autorinnen und Autoren sind die Texte selbst: Die Bandbreite reicht von Lyrik über Kurzdramen bis hin zu Prosa. Alles ist dabei, und alles zeigt, wie vielfältig die englische Sprache jenseits des wissenschaftlichen Kontext ist.

 

An dieser Stelle sollte eigentlich ein Lesetipp stehen - mein persönlicher Favorit. Es fällt mir aber schwer, mich zu entscheiden. Die Grafik "Coffee" von Maria Costantino ist jedenfalls ein perfekter Einstieg in die Sammlung. Beeindruckend, berührend, tiefsinnig, amüsant, oder schlicht wundervoll fand ich sowohl Gedichte ohne Titel (z. B. von Prue Goredema, Seite 20), als auch die Beiträge von Lisa-Marie Pöhland ("Spacewalk"), Mandy Beck ("Divorce Battle" & "Divorce Battle II", einfach großartig), Ian Watson ("Aquarelle: Writing in the Gallery") und Cecile Sandten ("Clear Mind"). Eine hervorragende Verbindung aus Gedicht und bildlicher Umsetzung ist auch "A Short Poem about Humans" von Michelle Seifert.

Und nun, da ich noch einmal alle Beiträge Revue passieren lasse, habe ich doch zwei Highlights, die ich den Interessierten Leserinnen und Lesern gern ans Herz legen möchte: Der Auszug aus dem Stück "No Man is an (Irish) Island" von Play it by Ear & Barry Sloan regt zum Nachdenken an, ebenso "A Journey 'nach' Chemnitz" von Amjad Alfayad. Beide Texte, aber bei Weitem nicht nur diese beiden, schlagen eine Brücke zwischen Literatur und Wirklichkeit. Sie spiegeln die Themen der Zeit in die Kreativität ihrer Autorinnen und Autoren hinein, und von dort zu uns, die wir lesen.

 

"Turning Pages. An Annual Creative Writing Journal at Chemnitz University of Technology", Ausgabe 1, erschien 2019 als Open-Access-Publikation im Universitätsverlag der TU Chemnitz.

Mögen noch viele weitere Ausgaben folgen!

 

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Das Leben ist manchmal absurd, vor allem in alltäglichen Kleinigkeiten. Aber es steckt eben darum auch voller Humor und Widersinn.

Ein Könner in der Aufdeckung dieser Absurditäten war Słavomir Mrożek. 2019 erschien in der Reihe "Minute Books" des Diogenes Verlag eine Zusammenstellung von kurzen Erzählungen Mrożeks, jeweils Themen des Alltags zugeordnet.

Es handelt sich dabei um geistreiche kleine Texte mit geschliffenen Formulierungen, intelligente Kurzdramen, die den Blick auf alltägliche wie nicht alltägliche Absurditäten richten. Es geht um Nobelpreise und Bürokratie, um Ängste, Moral und auch den Tod.

Meine persönlichen Lieblingstexte dieser Sammlung sind:

  • Auf dem Turm (zum Thema Angst)
  • Der Partner (zum Thema Business)
  • Der Entschluss (zum Thema Entschlossenheit) und
  • Brief nach Schweden (zum Thema Literatur).

Mein persönliches Highlight ist:

  • Archäologie (zum Thema Bürokratie).

Das Schöne an diesem Minute Book ist neben der Kurzweiligkeit und der knackigen Kürze der Texte auch das Format der Reihe selbst: Das Buch passt bequem selbst in die Hosentasche und ist schnell hervorgeholt.

Meine einzige Kritik betrifft ein redaktionelles Missgeschick: Der Titel ist unterschrieben mit "mit Zeichnungen von Chaval", jedoch ist bei der Minute Book Ausgabe das Buchcover selbst die einzige Seite, die ein Werk Chavals zeigt. Dem Lesegenuss tut dies indes keinen Abbruch.

Das Minute Book "Das Leben für Anfänger. Ein zeitloses ABC" von Słavomir Mrożek, 2019 im Diogenes Verlag erschienen, ist ein kurzweiliges, humorvolles, überraschendes und sehr lesenswertes kleines Büchlein für jede Gelegenheit, das überdies Lust auf Mehr macht.

Auch als kleines Geschenk oder Mitbringsel ist es sehr gut geeignet.

 

 

"Unser Gehirn - durchschnittlich 1,4 Kilogramm schwer, etwa drei Fäuste groß, runzlig wie eine Walnuss, rosa und von der Konsistenz eines Wackelpuddings - ist das komplexeste Organ im ganzen bekannten Universum." [S.11] 

Und wir alle wissen: Je komplexer ein System ist, umso störanfälliger ist es, und umso vielfältiger sind die Ergebnisse, wenn etwas im Detail abweicht oder schlicht anders läuft als normal.

In “Der Nobelpreisträger, der im Wald einen höflichen Waschbär traf” versammelt Monika Niehaus, wie schon in seinem Vorgänger, "Die Frau, die ihren Mann für einen Doppelgänger hielt", verschiedene neuropsychiatrische Erkrankungen, die alle eines gemeinsam haben: nämlich, dass eben etwas anders läuft in der komplexen Maschinerie des Gehirns, als beim Durchschnittsmenschen. 

Dreißig ausgewählte Syndrome fügen sich in alphabetischer Reihenfolge zu einem spannenden Konglomerat zusammen und geben Einblicke in Irritierendes, Verstörendes, Sonderbares. Hinzu kommt eine wichtige Erkenntnis: 

"[...] das, was wir als "gesund" oder "krank" bezeichnen, [ist] eher eine gesellschaftliche Übereinkunft [...] als eine wissenschaftliche Erkenntnis: Sieht eine Gesellschaft Sklaverei als normal und gottgegeben an, dann ist jemand, der diesen Konsens nicht akzeptiert, eben "verrückt".
Der Übergang zwischen gesundem und krankhaftem Verhalten ist stets fließend und eine Grenzziehung ist immer schwierig, wenn nicht gar unmöglich."
[S.12]
So wird die Frage, wie zwischen geistig gesund und psychologisch auffällig unterschieden wird, immer wieder aufgegriffen. Ein erfundenes Syndrom aus der Zeit der US-amerikanischen Sklaverei hat so Eingang ins Buch gefunden: Die so genannte Drapetomanie - der Drang davonzulaufen - wird durch die Autorin als das entlarvt, das sie war: Eine Erfindung einer pervertierten Psychiatrie, die unmenschliche Umstände und deren Aufrechterhaltung scheinbar medizinisch begründete.

Niehaus bietet auch einen Exkurs zu kulturgebundenen Syndromen, also solchen, die nur innerhalb bestimmter kultureller Umgebungen beobachtet werden. Neben der Beschreibung der Syndrome und Fallbeispielen bietet die Autorin immer auch einen Blick auf die kulturelle Verarbeitung des Syndroms, denn viele der im Buch vorgestellten Syndrome fanden Eingang in Literatur, Film und Bühne, in die Malerei und die Musik.

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Lektüre ist außerdem diese: Nicht alle psychischen Syndrome sind psychische Störungen und müssen behandelt werden. Manche sind harmlos, aber beunruhigend für die Patienten, wie das Exploding-Head-Syndrom. Andere sind schlicht ungewöhnlich, wie das Hyperthymestische Syndrom, das eine außergewöhnliche biografische Gedächtnisleistung mit sich bringt. 

Die Kapitel von “Der Nobelpreisträger, der im Wald einen höflichen Waschbär traf” können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Am Ende findet sich, neben der erwähnten kulturellen Verarbeitung des besprochenen Syndroms, immer auch der eine oder andere Querverweis auf andere, ähnliche Syndrome im Buch oder seinem Vorgänger. ...