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Summary

Albumreview: Taylor Swift - Folklore (VÖ: 24.7.2020)

Neues Album, neuer Stil, neue Taylor? Die Überraschung war groß, als Taylor Swift am Donnerstag, den 23. Juli, ankündigte, dass in weniger als 16 Stunden ihr neues Album „Folklore“ das Licht der Welt erblicken würde. „Die meisten Dinge, die ich für diesen Sommer geplant habe, haben nicht stattgefunden, aber es gibt etwas, was ich nicht geplant habe und das findet statt. Und das ist mein 8. Studioalbum, Folklore. Überraschung“, schrieb sie auf ihren sozialen Kanälen. Normalerweise kennen wir Taylor als jemanden, der alles über Wochen hinweg genau plant, geheime Listening-Sessions überall auf der Welt macht, Hinweise in Bildpostings versteckt… und diesmal ist alles anders…

Taylor Swift: Folklore

Unvorbereitet traf es mich und ich war froh, denn damit konnte ich leicht darüber hinweg kommen, nicht auf dem einzigen Deutschlandkonzert, was vor vier Wochen auf der Waldbühne Berlin hätte stattfinden sollen, gewesen zu sein. Ich war mega gespannt, was sich hinter Folklore verbergen würde. Das Cover verriet schon mal, dass es in die Natur geht und vielleicht folkiger werden würde. Und tatsächlich, der Sound hat sich geändert und wir haben ein Album mit 16 Tracks vor uns, was viel ruhiger ist, als all seine sieben Vorgänger. Indie trifft Folk und steht auf Pop.

Taylor ist erwachsen geworden und betrachtet die Liebe nicht mehr durch die rosa-rote Märchenbrille. Sie fokussiert sich auf Story-Telling, was sie schon immer mit ihren Songtexten super konnte. Manche Songs greifen historische Geschehnisse auf, andere erzählen von ihrer Kindheit oder eine Jugendliebe. Diesmal ist auch nicht alles autobiografisch, wie sie sagt. Aber ich habe euch einmal meine Gedanken zu den einzelnen Lieder zusammengepackt:

Track by Track:

The 1

The 1 ist ein Abschiedssong einer Beziehung und ich kann den Vibe irgendwie fühlen, aber obwohl er traurig ist, werde ich nicht wirklich traurig dabei.

Cardigan

Cardigan ist die erste Single und irgendwie erwische ich mich dabei, den Song zu singen ohne ihn zu hören.  Ich mag ihn nicht so gern, wie andere Songs, er ist von der Story ähnlich wie The 1 oder My Tears Ricochet. Das Musikvideo ist aber echt klasse.

The Last Great American Dynasty

Hier haben wir ein Lied über das Leben von Rebekah Harkness, einer der einflussreichsten Frauen des 20. Jahrhundert in Amerika. Sie war eine Künstlerin und wurde durch ihre Ehe sehr bekannt und reich, aber ihr Ruf wurde sehr von außen beschmutzt. Taylor Swift kaufte 2013 ihr „Holiday House“ in Rhode Island.

Exile (feat. Bon Iver)

Exile ist einfach ein hervorstechendes Duett mit Bon Iver, einem Weltklassesänger. Das Lied hat mich beim ersten Mal hören schon so ergriffen, dass ich weinen musste. Der Refrain ist super krass, die Bridges ebenso. Ich liebe das Lied einfach und kann alles mitfühlen. Es ist eine bessere Version vom alten Swift Song The Last Time, wie ich finde. Es ist einfach ein Meisterwerk, bei dem man mitleidet.

My Tears Ricochet

Das Lied klingt, als wäre Taylor diesmal diejenige, die eine Beziehung beendet hat, weil sie nicht gut behandelt wurde. Dabei dachten alle bei Lover sie hat endlich ihren Traumprinzen gefunden… Das Lied gehört mit zu meinen Lieblingen. Es ist sehr besonders und hat diese melancholische Art. Ich liebe diese Zeilen: „If I'm on fire, you'll be made of ashes too| Even on my worst day, did I deserve, babe | All the hell you've gave me? | 'Cause I loved you, I swear I love you | 'Til my dying day“.

Mirrorball

Taylor beschreibt sich als eine Discokugel und reflektiert alles, was auf der Tanzfläche passiert. Es ist gleichzeitig wie im Zirkus und sie versucht, den unbekannten tollen Mann zu beeindrucken. Gleichzeitig zerspringt sie in tausend Teile, wenn man sie verletzt. Das Lied hat eine chillige Stimmung. Es passt gut zum Rest des Albums.

Seven

Seven ist ein Lied über ihre Kindheit. Es handelt davon, wie sie als Kind in Pennsylvania unbesorgt an einem Bach schaukelt und die Leichtigkeit spürt. Hin und wieder zeigt sie Einblicke in andere Familien, in denen sich oft gestritten wurde und sie realisiert, wie glücklich ihre Kindheit war. Das Lied macht mich ein bisschen high, aber irgendwie finde ich es geil. Es ist ein Sommersong, aber eben mit einer unaufgeregten Atmosphäre.

August

Man munkelt, dass August zu einer Trilogie (mit Cardigan und Betty) auf dem Album gehört. Es wird eine sommerliche Jugendliebe beschrieben, die so leicht und doch so tragisch ist. Man glaubt, die Liebe würde für immer halten, aber jeder weiß, dass das beinahe nie so ist. Das Lied sticht durch seine Beschwingtheit etwas heraus. Daumen hoch. „Cause you were mine to lose... Back when I was living for the hope o fit all

This Is Me Trying

Der Song sticht nicht sehr hervor, er reiht sich eher bei The 1 oder Cardigan ein vom Grundgefühl. Dabei ist er ein Stück weit trauriger.

Illicit affairs

Hach ja… diese illegalen Affären. Es wird das Gefühl einer geheimen Beziehung aus Sicht einer Frau beschrieben. Wie anfangs alles super toll ist und sich die Affäre einfach immer schlimmer anfühlt. Sie liebt ihn, aber er hat eine Ehefrau und ganz viele andere Affären nebenbei. Sie gibt sich für ihn auf und ist ihm gefühlsmäßig ausgeliefert, aber er steht nicht zu ihr, sondern serviert sie ab. Das Lied ist auch sehr schön und obwohl ich noch nie eine Affäre hatte, kann ich alles genau nachempfinden. Taylors Erzählstil ist hier echt genial.

Invisible String

Das Lied ist leicht und sommerlich. Alles kommt wie es soll und man muss sich keine Gedanken machen. Sehr angenehmer Song.

Mad Woman

Hier wird gemunkelt, dass das Lied eine Abrechnung mit Scooter Braun (kaufte Rechte an Swifts Alben gegen ihren Willen) und Scott Borchetta (Taylors Ex-Labelchef) ist. Es gab viele Schlagzeilen um dieses Thema, deshalb gehe ich nicht weiter darauf ein. Das Lied an sich ist ganz gut aufgebaut, aber andere Lieder behalte ich mehr im Kopf.

Epiphany

Epiphany, zu Deutsch "Offenbarung" ist ein sehr ruhiges, verträumtes, aber leidendes Lied über den Militärdienst von Taylors Opa. Hier haben wir also wieder ein historisch geprägtes Lied und es ist wunderbar. Ich mag es, auch, wenn es sehr traurig ist.

Betty

Betty ist der letzte Track der angeblichen Trilogie auf dem Album. Scheinbar hat Taylors Jugendfreund James auch ihre Freundin Betty gedatet und Taylor ist trotzdem mit ihm ausgegangen, obwohl sie es wusste. Nun will sie sich als 17-Jährige entschuldigen und überlegt, wie es wohl sein würde Betty gegenüber zu stehen. Die Mundharmonika im Song prägt das Lied sehr und gefällt mir. Es ist auch schneller und poppiger als andere. Außerdem singt Taylor: „Would you tell me to go fuck myself“, sie nimmt kein Blatt mehr vor den Mund.

Peace

Peace ist ein unscheinbarer Song, der im Hintergrund dudelt. Aber bei genauerem Hinschauen auf den Text versteht man, dass Taylor einen ganz erwachsenen Blick auf die Liebe besingt. „Wäre es genug, wenn ich dir niemals Frieden bringen könnte?“

Hoax

Hoax ist wieder ein trauriges Abschiedslied. Textlich scheint dieselbe Geschichte beschrieben, wie in My Tears Ricochet. Es hinterlässt einen ruhigen, traurigen und verlorenen Nachgeschmack des Albums.

Fazit:

Meine Anspieltipps sind Exile, Betty, August, My Tears Ricochet, Illicit Affairs und Invisible String. Ich liebe das Album, aber kann es am besten als Ganzes genießen, als ein paar Songs einzeln in eine Playlist zu schmeißen. Ich bekomme das Gefühl von Summertime Sadness. Ich gebe Taylor eine 8/10 für dieses Album. Es ist super, aber doch ein wenig eintönig. Textlich ist es auf jeden Fall eine 10/10.

 

Video 1

Video 2

Video 3

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