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Summary

Antony And The Johnsons - The Crying Light

Transgenderierter Kammerpop.

Band: Antony And The Johnsons
Album:
The Crying Light
Mastermind:
Antony Hegarty
Bandmitglieder:
Julia Kent(Cello, String Arrangements), Doug Wielselman, Jeff Langston, Maxim Moston(Violin, String Arrangements), Rob Moose(Guitar, Violin), Parker Kindred(Drums, Percussions)
Herkunft:
New York, Vereinigte Staaten von Amerika
Artverwandtes: Baby Dee
Save Inside The Day (2008) + CocoRosie The Adventures of Ghosthorse and Stillborn (2008)

Schon das Cover lässt tief schließen. Dort erkennt der Betrachter ein Wesen mit schwarzem Kleid, einer Blume im Haar, dessen feminin wirkender Kopf in den Nacken gelegt ist und die grazilen Hände ineinander verschachtelt und nach oben zeigend sind. Man könnte glatt die Nudelholz schwingende Eusebia aus den „Fix-und Foxi“ Comics vermuten. Doch nach reichlicher Recherche handelt es sich um Kazuo Ono (Mitbegründer einer in den 60er Jahren in Japan entstandenen Tanzkunst namens Butoh), welcher auf der ersten Seite des Booklet seine Gedanken zum Albumname „The Crying Light“ ausdrückt. Das beim Butoh alles möglich ist, was man sich in seiner Fantasie ausmalt, passt einerseits zu der Aussage eines britischen Journalisten - „Wenn Delphine singen könnten, sie würden sich anhören wie Antony.“- und andererseits zu der von Antony selber: „Wenn ich auf der Bühne stehe, stelle ich mir oft vor, dass Tiere aus meinem Körper fliegen.“

Somit ist der Bogen zwischen Antony Hegarty und dem Serienheld Flipper geschlagen. Biologisch gesehen, ist Flipper nämlich ein weiblicher großer Tümmler und soziologisch werden ihm eine menschenähnliche Intelligenz und Moral, d.h. Unterscheidung zwischen Gut und Böse, attestiert. Auf diese Moral greift auch Antony Hegarty in den Themen seines bereits dritten Albums „The Crying Light“ zurück. Schließlich steigt Er aus dem Menschengeschlecht empor, um ebenjenes zu ermahnen. Das tut er aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern auf eine fürsorgliche Art und Weise. Fast so wie eine Mutter (Antony) zum Kinde (Menschheit).

Schon beim ersten Lied des Albums „Her Eyes Are Underneath The Ground“ wird diese Rolle deutlich. Hier hält er ein Zwiegespräch mit Mutter Natur und bringt seinen Wunsch zum Ausdruck, dass sie am Ende über die von Menschen verursachte Zerstörung siegen wird. Auch „Another World“ beschreibt seine Besorgnis über die zerbrechende Schönheit der Natur. Er singt, als ob es sich um einen Abschied handeln würde.

“I’m gonna miss the wind/
been kissing me so long.
I need another place/
will there be peace/
I need another world.”

 

Seine herausragende „Transgender*-Stimme“, die er mal zitternd, mal bebend, mal laut und leise, mal weiblich und männlich einsetzt, untermalt die Gefühle, die er verwendet. Immer harmonierend mit den Streichern und dem Piano, dass er selber spielt. Es lässt sich sowieso feststellen, dass man fast keine Gitarren vernimmt, ebenso das Schlagzeug. Es ist der Musik von Antony and The Johnsons geschuldet: dezent poppige Kammermusik.

 

Fazit: Ähnlich wie Mike Skinner im Herbst letzten Jahres ( The Streets - Everything is borrowed) thematisiert Antony den Raubbau der Menschen an der Natur und die Unkenntnis, dass sie damit ihren eigenen Lebensraum vernichten. Sozusagen ein Umweltschutzalbum mit dazugehöriger Inszenierung und grandiosen Arrangements. Für die Streicher versteht sich.

Anspieltipps:

  • Aeon
  • Epilepsy Is Dancing
  • Another World
  • Kiss My Name
  • Everglade

 

Bandhomepage: www.antonyandthejohnsons.com

Lyrics der Band

* Ist der Oberbegriff für Menschen, die Geschlechtergrenzen überschreiten. Sie lehnen eine klare Einteilung in männlich und weiblich ab.

 

 

baff: Constantin Muhs

 

Kammermusik, Streicherarrangements und Falsett-Gesang- nachzuhören im Beitrag

 

 

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