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Summary

Apparat - The Devils Walk

 

Teuflische Schüchternheit

Band: Apparat

Album: The Devil´s Walk

Mitglieder: Sascha Ring

Klingt wie: Ein mexikanischer Totentanz

Spätestens seit Quentin Tarantinos „From Dusk Till Dawn“ wissen wir, dass man in Mexiko lieber nicht an verruchten Spelunken rastet, denn man könnte schnell dem personifizierten Bösen gegenüberstehen. Ähnliches wie den Protagonisten im Film, muss auch Sascha Ring widerfahren sein, als er 2010 durch Mexiko reiste und mit der Arbeit an seinem dritten Album „The Devil´s Walk“ begann. Wie sonst kommt man auf einen solchen Titel? Tatsächlich hat ihn jedoch der positive Umgang der Mexikaner mit der (für uns so furchterregenden) Tatsache des Ablebens zu diesem Albumtitel inspiriert. Im Gegensatz zu den meisten Gästen des „Titty Twister“ scheint Sascha Ring den Aufenthalt in der mexikanischen Wüste heil überstanden zu haben, denn er vollendete „The Devil´s Walk“ im sicheren und von Todesangst getriebenen Europa.

„The Devil´s Walk“ kann als Elektro Pop Album bezeichnet werden. So abschreckend diese Einordnung im ersten Moment auch wirken mag, Elektro Pop ist ja nicht gleich Elektro Pop. Das Album ist jedenfalls keines, bei dem man sich einen Lieblingssong raussuchen kann und diesen rauf und runter hört. Um Himmelswillen! Bloß nicht! …das würde ja den ganzen Hörgenuss zunichte machen. Apparat hat es nämlich, wie nur wenige Musikschaffende drauf, ein Album zu produzieren, dass von der Dramaturgie her wie aus einem Guss klingt. „The Devil´s Walk“ kann eher als musikalisches Gedicht verstanden werden, das mit dem Song „Sweet Unrest“ leicht und verträumt beginnt, sich dann über sehr sphärische Klänge immer weiter aufbaut, beim hymnenhaften „The Soft Voices Die“ sehr erhaben und monumental klingt, um dann über die letzten Tracks des Albums wieder den Kreis zum Verträumten zu schließen. Ok, diese Dramaturgie ist jetzt nicht neu, aber die Ausführung ist genial. Vielleicht ist es gerade die Mischung aus mexikanischer Freude über den Tod und europäischer Trauer über das Leben, die dieses Album so besonders machen, obwohl es ja ein Pop Album ist und sich die Worte „Pop“ und „besonders“ so schlecht vertragen. Bei Apparat sind sie hingegen sehr gute Freunde, die in befruchtender Eintracht voneinander profitieren.

Anspieltipps:

  • Black Water
  • Goodbye
  • The Soft Voices Die
  • Ash Black Veil

Fanpage:

www.facebook.com/apparat.official


Im Titty Twister an der Bar: Arne Zwanzig

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