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Summary

Arcade Fire - Neon Bible

“Singin’ hallelujah with the fear in your heart”. Kirchenmusik mal anders.

 

 

Band: Arcade Fire
Album: Neon Bible
Mitglieder: Win Butler (Gesang), Régine Chassagne (Gesang), Richard Reed Parry, William Butler, Tim Kingsbury, Sarah Neufeld , Jeremy Gara, Owen Pallett
Verwendete Instrumente: mehrere Gitarren, ein Schlagzeug, Violine, Geigen, Bass, Keyboards, eine Orgel, Tambourine, Blasinstrumente, Mandoline, Akkordeon, Piano, Kontrabass
Herkunft: Montreal, Quebec Kanada


Stellen sie sich folgendes Szenario vor: Sie sitzen am Sonntag in der Früh in der, wie immer zu kalten, Kirche. Sie kratzen sich noch schnell den Schlaf aus den Augen und schon geht’s mit der allwöchentlichen Predigt los, denn der Priester begrüßt die Gemeinde. Und was macht ein Priester? Richtig, er mahnt, schürt Angst und versucht durch biblische Verse Normen für das friedliche Zusammenleben vor zugeben.

Und da kommt jetzt das neue Album von Arcade Fire ins Spiel. Aufgenommen im eigenen Studio, welches sich die Band in einer Kirche eingerichtet hat, will es genau das erreichen, was ein Priester Woche für Woche seinen Gläubigen einzutrichtern versucht, nämlich habt Angst vor den Folgen eurer Taten! Nicht umsonst präsentierten sie ihr neues Album zuallererst in sakralen Gefilden.

Und da passt es auch ins Bild, welches dieses Album zeichnen will, dass der Frontmann Win Butler ein exmatrikulierter Religionswissenschaftler ist. Denn ihm ist die Rolle des Priesters auf den Leib geschneidert. Aus seinem Ensemble von Messdienern und Chor, welches sich aus dem Rest der Band zusammensetzt, kreiert er ein aussergewöhnliches Erlebnis, das seines Gleichen nicht finden wird. Mal alleine, mal im Duett mit seiner Ehefrau Régine Chassagne. Er trifft immer die richtige Tonlage, mit seiner einprägsamen, wohlklingenden Stimme, für seine Ängste, Sehnsüchte und seine deskriptiven Beobachtungen.

In seiner Neon Bible Predigt nimmt er nur einmal allen Schmerz auf sich, „Intervention“ ist der vorläufige Schlusspunkt ihres ersten Albums Funeral. Die krönende Abschiedsmesse für alle Verstorbenen samt großer Kirchenorgel.
Win Butler lässt in seinen Ausführungen an einigen Stellen („Windowsill“ und „Black Mirror“) seine dezente Kritik an den bestehenden Verhältnissen in Amerika durchblicken. Mit Textzeilen wie

„Don’t wanna live in my father’s house no more.

Don’t wanna fight in a holy war,

Don’t want the salesman knocking at my door,

I don’t wanna live in America no more.

‘Cause the tight is high,

and it’s rising still,

And I don’t wanna see it at my windowsill.”

und

“Mirror, mirror on the wall, show me where them bombs will fall.”

bettet er seine Ängste, vor einem drohenden dritten Weltkrieg, in Worte. Als er die ersten Takte zu „No Cars Go“ intoniert, wo er von einem Ort auf der Welt spricht, der durch keine Flugzeuge und Schiffe erreichbar ist, wo auch keine Autos das Klima vergiften, schwelgen die Gläubigen in einem Zustand „between the click of the light and the start of the dream.“

Nach 47 minütiger Predigt werden musikalisch hypnotisierte Menschen zurück gelassen, die sich geschworen haben ihren Planeten, auf dem sie leben, in einen besseren Ort des Lebens zu verwandeln, denn sie hatten Einblick in den Kosmos von Arcade Fire.

P.S. Bitte besucht die Seite www.neonbible.com! Denn dort könnt ihr euch einen Livemitschnitt aus der St.Johns’ Church in London anschauen. Arcade Fire geben ihre eigene Interpretation von dem Clash Song „Guns of Brixton“ in mitten ihre Gläubigen wieder. Gänsehautstimmung garantiert.

Anspieltipps:

  • Keep The Car Running
  • Intervention
  • Windowsill
  • No Cars Go
  • Black Mirror
  • Black Wave/Bad Vibrations
  • The Well and The Ligthouse

Eigentlich kein Kirchengänger, macht aber für Win eine Ausnahme: Constantin Muhs

-> zum Kirchengang geht's hier

 

Bandhompage: www.arcadefire.com

Albumhompage : www.neonbible.com

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