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Summary

Blaudzun - Promises Of No Man's Land

Newcomer die keine mehr sind

Künstler: Blaudzun
Album: Promises Of No Man's Land
Mitglieder: Johannes Sigmond und 8 sehr gute aber zu vernachlässigende Gastmusiker
Herkunft: Utrecht, Niederlande
Klingt wie: 20 Sekunden The XX, übermannt von Arcade Fire

Sobald in dieser aberwitzig gemeinten Spalte 'Klingt wie' da oben kein witzig-smarter, im besten Fall ein wenig provokanter Spruch steht, sollte beim a-typischen Leser solcher Rezensionen die Alarmglocken lautstark schrillen. Der Blick wandert jetzt zumeist nochmal nach oben: 'Was hat dieser Typ denn da als Referenz angegeben?!'

Aha, Arcade Fire also. Die Heerschar um Win Butler und Régine Chassagne. Grammy-prämiert, in der 'zweitbesten Show im deutschen TV' zu Gast und 2013 dem Overkill an Medienpräsenz nahe. Das Ganze ist vorbei. Die werte Kollegin Andrea Topinka von laut.de hat das doch ganz nett formuliert:

„Der Overkill an Begeisterung für die Kanadier hat sich gerade so weit gelegt, dass man sich bei deren bloßer Erwähnung nicht genervt abwendet, aber klingt noch genug nach, um Interesse zu wecken. Vielleicht nur Zufall, dass Promises Of No Man's Land ausgerechnet jetzt erscheint.“

Völlig Banane ob nun Absicht oder nicht. Johannes Sigmond liefert auch dieses mal spitzenmäßig ab. 2012 mit Heavy Flowers zum Singer-Songwriter Superstar avanciert, räumte er in Holland alles ab was ging. Er gewann den sagenumwobenen Edison Award (Wer kennt ihn nicht?!) als bester Künstler und das Album erreichte Gold Status. Und um diesen sarkastischen Auswuchs von gerade eben zu begradigen, das ist immerhin das holländische Pendant zum Grammy! (hat es das jetzt besser oder schlechter gemacht...?)

Euphoria, der erste Track der Platte erinnert an The XX, aber nur kurz. Genau bis zu dem Zeitpunkt als Sigmonds Stimme einsetzt. Eine eigenwillige Stimmfarbe, ein Mix aus verzweifelt-trauerndem Wehklagen und der unerschütterlichen Message, dass die Welt doch nicht so scheiße ist, wie es auf den ersten Blick aussieht, bzw. es sich anhört.

Der Titeltrack Promises of No Man's Land, wie fürs Radio geschaffen. Deswegen auch schon vor einer gefühlten Ewigkeit in unserer Rotation. Kann man doch mal wieder in die Playlist hauen. (...und während er diese Zeilen schrieb wippte sein Fuß im Rhythmus und die Fingerkuppen schlugen im Takt auf die Tastatur...)

Back to the Beginning: Ist es eigentlich ein gutes Zeichen ohne große Anstrengungen gleichklingende Künstler zu finden um diese als Referenz angeben zu können?! Oder sollte bei 'Klingt wie' nicht sowas stehen wie: 'ein einzigartiger Mix aus Folk, Rock und Falsett'?! Darüber können sich die Geister streiten. Fakt ist: Das Album rangiert auf einem hohen Niveau und kann sich ab und an mit unserer CD des Jahres Reflektor messen. Zum Ende hin fällt sie leider ein wenig ab, vielleicht ist es aber auch nur der Eindruck dieses imaginären Win Butlers, der aus dem Hinterstübchen des Hirns immer wieder 'Plagiat!? Plagiat!?' schreit.

Anspieltipps:

  • Promises Of No Man's Land
  • Too Many Hopes For July
  • Any Cold Wind (Sweet Selene)
  • Wingbeat

Hält von Vergleichen nicht viel, hat aber leider viel zu viel darüber geschrieben: Daniel Meinel

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