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Summary

Die Songs des Jahres 2010

Die Musikredaktion lebt nicht nur vom Ruhme und Glanz all der CDs der Wochen, die sie stets mit kritischem Hinterfragen („Nee, ist nicht so geil, aber haben wir überhaupt andere Alternativen?“) kürt, sondern vor allem auch von all den unzähligen Songs, die Woche für Woche angehört, abgewogen und abgestimmt werden müssen. Ein schwieriger Prozess, der in Extremfällen nur mit einem demokratischen Iphone-App-Münzwurf entschieden werden kann – aber enorm wichtig ist, da er über die essentielle Frage des Rotierens oder Nicht-Rotierens entscheidet. Aber am Ende steht die Klangfarbe. Und welche 15 Songs ebendiese im Jahre 2010 besonders bunt machten, haben die beiden Chefs ganz demokratisch mit Münzwurf entschieden.

Memory Tapes – Bicycle:

Eigentlich ja voll 2009, aufgrund merkwürdiger Veröffentlichungspolitik aber auch voll 2010, gleichzeitig auch voll New Order. Außerdem Vorreiter einer musikalischen Formel, die sich ungefähr folgendermaßen formulieren lässt: Dreampop + New Wave + Electronica + LoFi = Chillwave = fragwürdiges Hipster-Subgenre. Letztlich vor allem aber eins: voll genial.

Insekten: www.youtube.com/watch

 

Efterklang – Modern Drift
Die sphärischen Welten, in die man beim Hören von Modern Drift abdriftet, sind nicht von dieser.

live:http://www.youtube.com/watch?v=nbS32_u466M

Caribou – Odessa
Genau in „Odessa“ manifestiert sich zwischen all den herum flirrenden psychedelischen Soundpartikeln ein handfester, pulsierender Popsong, der durch den Einsatz repetitiver Elemente und einer äußerst einprägsamen Bassline zum großen Hit avanciert.

www.youtube.com/watch

Local Natives – Airplanes
Der direkte Weg ist immer der Beste: Airplanes verbindet lyrische Simplizität (‚I Want You Back‘) mit intelligenter musikalischer Komplexität.

Verfall: www.youtube.com/watch

Arcade Fire – Ready To Start:
Stadionrock für Indie-Nazis: Win & Co erklimmen dieses Jahr endgültig den ewigen Olymp des gottesgleichen Indie-Rocks, thronen dort gewohnt pompös und erscheinen als musikalische Lichtgestalten in massentauglicher Bestform: wuchtig, bombastisch, fantastisch.

Stadion voller Indie-Nazis: www.youtube.com/watch

Two Door Cinema Club – I Can Talk
Junger, frischer Sing-Along-Pop aus dem Vereinigten Königreich. Geht durch jeden Muskel (Zunge und Beine).

I Can Talkshow: www.youtube.com/watch

These New Puritans – Attack Music
Aus kühlem Post-Punk wird hier Schall & Wahn. Experimentelle Popmusik mit kriegerischen Ambitionen. Bedrohlich und schwarz. Und überhaupt, wer braucht schon Gitarren, wenn es Fagotte gibt?

Bedrohliche Ästhetik: www.youtube.com/watch

Foals – Spanish Sahara
Spanish Saraha ist ein eigener Organismus. Atmosphärisch dicht verstrickt sich jede Silbe mit jedem Ton und drängt pulsierend hin zum großen Finale.

Eiswüste: www.youtube.com/watch

Broken Social Scene – All To All
Call of forgiveness/I'm like the beat of the hurt/I'm not the only one/ You tried to save when you fell out“ - kanadischer KollektivRock goes subtiler Synthiepop. Ein Song, erfrischend wie ein lauer Frühlingstag, wabert in warmen Wogen um des Hörers Ohren.

Life in Slowmotion: www.youtube.com/watch

Hundreds – Happy Virus
Auch Viren können fröhlich sein. Vor allem zu hundert.

Tiny Little Chemnitz: www.youtube.com/watch

The National – Bloodbuzz Ohio
Üppiges Arrangement, süffiger Sound, und die wahrscheinlich beste männliche Singstimme der Welt singt: „I still owe money, to the money, to the money I owe/ I never thought about love, when I thought about home“. Weniger ist zwar oft mehr, aber manchmal ist mehr eben auch alles.

Blutbus: www.youtube.com/watch

Kele – Tenderoni
Die Evolution von Bloc Party gipfelt in Kele Okerekes Solo-Album. Eine Techno-Dance-Hit reiht sich an die Nächste und ‚Tenderoni‘

Ghetto? www.youtube.com/watch

Glasser – Apply
Treibende Tribaldrums schreien „Welcome To The Jungle!“. Sublimiert durch fragilen Gesang. Gekrönt durch den wohl schönsten und seltsamsten Japser des Jahres.

Gelb: www.youtube.com/watch

Crystal Castles feat. Robert Smith – Not In Love
Endlich auch mal anders rum. Trotz Robert Smiths Nichtverliebtheit haben die Kuppelversuche mit den Crystal Castles gefruchtet und so konnte ‚Not In Love‘ seinen Weg aus den 80ern in die Gegenwart finden.

www.youtube.com/watch

Maximum Ballon – Groove Me (feat. Theophilus London)

Blubbernder Electropop-Hit, dem Theophilus London seine sprechsingende Stimme verleiht - tanzflächenfreundlich, verhalten kitschig und dem Titel „Groove Me“ absolut würdig.

frisch gewaschen: vimeo.com/15081749

 

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