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Summary

General Fiasco - Buildings

Indie in die Zerre!

Band: General Fiasco
Album: Buildings
Mitglieder: Owen Strathern, Enda Strathern, Stephen Leacock
Herkunft:  Magherafelt, Nordirland
Klingt wie: die geregelte Ausnahme 

 

Des einen Freud ist des andern Leid – oder anders: des einen Freud ist des andern General Fiasco. My fellow people: Once again, it´s Indie-Rock! Das Trio aus Nordirland sticht in eine Wunde, die eigentlich längst ausgeblutet ist. Zwei Brüder + Verteilung von Instrumenten = eine der zehn Hoffnungen für die nähere Zukunft. Zumindest laut NME. Dann folgen die obligatorischen Tour-Referenzen wie The Wombats, The Pigeon Detectives oder The Enemy. Nach drei Jahren Bandgeschichte nun also das Debüt: Buildings.

Wäre der Erstling tatsächlich ein Gebäude, dann ein zehn stöckiges Hochhaus und das Hören der Platte wäre der Sprung vom selbigen. Anlauf, Absprung und dann zehn Stockwerke in die Tiefe:

10. Stock - We Are The Foolish

Track 1 macht Hoffnung: jung, naiv, verzerrt, dynamisch. Endlich scheint die Phase des viel zu weichgespülten Pubertätspops überstanden zu sein. Vielleicht sollte man nicht gleich von Todesmut sprechen, mit denen sich General Fiasco über die Klippe stürzen, dennoch lässt sich im Vergleich zu anderen Genrevertretern deutlich verwurzeltere Härte und weniger elektronische Phrasenhaftigkeit erkennen.

9. Stock  - Ever So Shy

Im 9ten Stock wird das Tempo des Falls ein wenig gebremst. Ever So Shy ist zwar nicht unbedingt schüchtern, klingt aber wieder nach dem Quäntchen zu viel Jugendlichkeit. Pluspunkt ist hier allerdings die Authentizität: man kauft dem Refrain die durch die Adern gepumpte Emotionalität sogar ab.

8. Stock – Please Take Your Time

Dem Titel entsprechend bildet Please Take Your Time die erste wirkliche Verschnaufpause der Platte. Vielleicht wäre es zu hyperbolisch von einem Lückenfüllertrack zu sprechen, ein Abfall des Niveaus ist aber leider hörbar. Parallel zur Energie geht hier auch die Aufmerksamkeit des Hörers etwas verloren.

7. Stock – Buildings

Auf einem Titeltrack lasten immer besondere Erwartungen. Buildings ist zureckt Herzstück der Platte, bietet er doch alles, was das unabhängige Herz begehrt: Ein sanfter Einstieg, der es vermag, Mitgefühl zu erwecken. Ein Refrain, der Herzblut, Leidenschaft und das richtige Maß an Pathos vermittelt. Eingängig, aber nicht abgedroschen. Emphatisch, aber nicht kitschig. Das Ende gestaltet sich ausgedehnt, fast hymnisch. Die mit Streicherarrangements gefüllte, instrumentale Überlänge und polyphone Gesänge machen deutlich, dass General Fiasco doch mehr sind, als ein weiteres Produkt postinfantiler Kurzlebigkeit.

6. Stock – I´m Not Made Of Eyes

Leider wird die Messlatte von Buildings ziemlich hoch angesetzt, sodass der nachfolgende Song in der Belanglosigkeit versinkt. Die knackige Präzision von We Are The Foolish und die Ehrlichkeit des Titeltracks lässt sich nicht aufrecht erhalten. Nachdem man die ersten Meter freien Falls unbeschadet überstanden hat wird bei I´m Not Made Of Eyes zum ersten Mal der Blick auf den harten Boden der Tatsachen deutlich.

5. Stock – Sinking Ships

Die zweite Hälfte der Platte beginnt mit einer traumhaften, verspielten Pop-Ballade. Sinking Ships steigert sich vom anfänglich reduzierten, verspielten Akustik-Song zum tragenden, weitschweifigen Potpourri aus träumerischer Melodiösität.

4. Stock – Rebel Get By

Rebel Get By knüpft an We Are The Foolish an und vermittelt neben dem archetypischen Indie-Schwung doch einiges an (zumindest in Ansätzen) Punk-Attitüde. Fäuste hoch, die Daumen folgen!

3. Stock – Talk To My Friends

Das Ende von Buildings ist eine kleine Enttäuschung. Zwar entpuppt sich Talk To My Friends als ausgereifter Dancefloor-Kandidat, dennoch fehlt die gewisse Individualität. Ab jetzt verliert sich Buildings im Schon-Mal-Gehört-Charakter.

2. Stock – Dancing With Girls

Dancing With Girls versucht noch einmal den Clean-Kanal des Verstärkers in Vergessenheit geraten zu lassen. Zumindest auf Platte wirkt dieses letzte Aufbäumen allerdings zu undefiniert, zu schwammig, zu wenig gereift.

1. Stock – First Impressions

Der Fall aus dem zehnten Stock, der anfänglich so viel Adrenalin und Endorphin freigesetzt hat, wird jetzt durch das Ziehen der Reißleine gebremst. Der eigene Ton, der zu Beginn aufkeimte, wird vor allem in First Impressions durch aufgeworfene Parallelen zu anderen Indie-Größen in Nichtigkeit verwandelt.

Erdgeschoss: General Fiasco machen Hoffnung, dass sich jugendliche Kreativität trotz aller Szeneeinflüsse noch an prähistorischer Rohheit und Straightness orientieren kann. Im Großen und Ganzen betrachtet, fehlt dennoch der rote Faden. Der Take-Off war erstklassig, die Landung leider viel zu weich.

 

Anspieltipps:

  • We Are The Foolish
  • Buildings
  • Sinking Ships
  • Rebel Get By

 

http://www.myspace.com/generalfiasco

 

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