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Summary

How To Dress Well - Total Loss

Schöne Kleider braucht das Land!

Künstler: How To Dress Well (Tom Krell)
Album: Total Loss
Herkunft: Brooklyn
Klingt wie: die Zukunft des Rhythm and Blues

 

 

 

 

 

Es gibt Musikrichtungen, die sind einfach so verdammt verpönt beim selbsternannten alternativen Publikum. Dazu gehört prinzipiell erst einmal alles, was potentiell viele Käufer finden könnte, ganz egal, ob die Qualität das nicht sogar rechtfertigt. Fällt also die Beschreibung R&B für einen Künstler, schreckt das wirklich jeden Jutebeutelträger vor allem eins: ab! Doch in letzter Zeit taucht eine immer größer werdende Anzahl an Songwritern auf, deren Ziel es ist, dieses Feld aus dem Mainstream in die Kammern der einsamen Tocotronic-Anhänger zu etablieren.

How To Dress Well alias Tom Krell aus Brooklyn ist einer davon. Vor zwei Jahren, und damit als einer der ersten dieser Quasi-Bewegung, zeigte er mit „Love Remains“, dass es möglich ist, die oberflächliche Tanzflächengeilheit aus dem neumodischen Usher-R&B herauszureißen, und mit eigenen Elementen, wie stets dem Song-dienende Unterproduziertheit, neu zu verfeinern. Heraus kamen: gefühlvolle Kopfstimmenperlen, bei denen jedes Mal aufs Neue die Welt unterzugehen scheint.

Auch auf „Ocean Floor For Everything“ geht Krell diesen Weg weiter: Midtempomörderballaden treffen auf stimmliche Höchstsphären, in die sich bisher höchstens Michael Jackson vorgewagt hat. Viel verändert hat sich also eigentlich nichts. Immer noch kann man sich wirklich jeden Song beispielsweise sehr gut als Untermalung eines Arterhaltungsvorgangs vorstellen. Aber genau das stört gleichzeitig zu keinem Zeitpunkt, ist dieses musikalische Feld des (nennen wir es einfach mal) Future-R&B bisher noch viel zu wenig in Erscheinung getreten. Jamie Woon und Active Child lassen grüßen.

Auch wenn hier vermeintlich sehr viel gelitten wird: Die erste Single „& It Was U“ und der Titeltrack „Ocean Floor For Everything“ zeigen stellvertretend, dass noch nicht alles zu spät ist. Die richtige Stimmung muss also durchaus gegeben sein. Und wie immer bei neuen Gefilden gehört auch eine gewisse Portion Mumm dazu. Dann gehört dem verschlossenen Indie-Publikum auch eine weitere bisher unentdeckte musikalische Erfahrung.

Anspieltipps:

  • Say My Name Or Say Whatever
  • Cold Nites
  • & It Was U
  • Talking To You

http://www.howtodresswell.com
http://howtodresswell.blogspot.de
http://www.myspace.com/howtodresswellmusic

Übt weiterhin die Kopfstimme fleißigst: Christian Laude.

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