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Summary

Interpol - Interpol

Turn Off The Bright Lights

Band: Interpol
Album: Interpol
Herkunft: New York Cares
Mitglieder: Paul Banks (Gesang, Gitarren, Frauen), Daniel Kessler (Gitarre, Gesang), Samuel Fogarino (Drums), (Carlos Dengler (Bass, Keyboards, Style))
klingt nicht wie: die Editors

Das Los, es ist kein leichtes. Die Diagnose: Motorschaden.
Im Falle Interpol war der treibende Motor eine Bassgitarre. Oder vielmehr die Person hinter dieser: Carlos Dengler. Gleichermaßen Antrieb, Arrangeur, Gehirn und äußeres Erscheinungsbild Interpols. Nun also, nach Aufnahme des vierten Albums, fällt der Motor aus: Dengler verlässt die Band. Er hinterlässt noch Spuren, eine große Lücke, vor allem aber auch Zweifel. Wogen der Skepsis schlagen Interpol nun entgegen. Man spricht vom Ende einer Ära, von Abschied, von einer Zukunft, so schwarz wie die Anzüge, die die Band mit Vorliebe auf der Bühne aufträgt.

Es gilt, dagegen anzukämpfen, Zweifel zu beseitigen. Die Zerreißprobe bestehen zwischen ewiger Selbstreferenzierung und Innovation. Stets bestrebt, dem eigenen meisterlichen Schaffenswerk das Wasser zu reichen. 2002, vor acht Jahren also, knipsten Interpol mit ihrem Debüt die hellen Lichter an, in deren Glanz sie seit jeher stehen. Auf „Turn On the Bright Lights“ türmten sie einst totgeglaubte Post-Punk-Gitarren zu imposanten Klangflächen, finstere Kompositionen in grau, verbitterte Lyrik – so definierten sie ihr musikalisches Leiden. Somit legte das Debüt (inklusive natürlich dem best Song ever) die Latte zu hoch, an welcher sich sich nun immer wieder messen müssen, ohne sich daran aufzuhängen.

Mit strenger Selbststilisierung und einem ambitionierten Streben nach Perfektionismus beschreiten sie dennoch ihren Weg, polieren ihr Image als arrogante, zynische Dandys, verziehen kaum eine Mine und gelangen doch weit nach oben in den Olymp des Indie-Rocks. Dort teilen sie sich mit The National und Arcade Fire zwar das Pathos, doch agieren sie im Gegensatz zu diesen stets aus der Distanz heraus.
Vier Alben und acht Jahre später, schalten sie die hellen Lichter wieder aus.

Nicht nur, dass mit dem Ausscheiden von Carlos Dengler die angebliche Ära Interpol für beendet gilt – das vierte, selbst betitelte Werk könnte schwärzer kaum sein. Wie ein bedrohlicher, klobiger Brocken liegt es vor einem und versperrt zunächst jeglichen Zugang. Unheimlich hallen die typischen Interpol-Gitarren aus der Tiefe und werfen lange Schatten auf die depressiven Lyrics von Paul Banks. Man betrachte nur einmal das Video zur ersten Single Lights: in der kühl-mechanischen Peripherie eines, klar, UFOs, welches sich still und bedrohlich durch die Schwärze des All schiebt, produziert eine schwarz vermummte Frau auf unansehnliche Weise eine helle Substanz, vielleicht Licht. Abstoßend, futuristisch, kalt: Lights mag der Schlüsselsong auf „Interpol“ sein, seine Faszination entfaltet der Song erst nach dem gefühlten 50. Hörgang.

Und ewig hinkt der Joy Division Vergleich: gegenüber einem derart morbiden Song wie „All Of the Ways“ wirken jene fast schon wie ein fuchsfröhlicher Karnevalsverein. „Tell me you're fine/Tell me it's hard to fake it time after time/Who is this guy/Does he say that he'd like to know you/ Does he say that he wants to know“ fleht Banks zu kryptisch zerrenden Gitarren, den charakteristischen Interpol-Gitarren, in denen seit jeher eine resignative Sehnsucht mitschwingt. Ohnehin zeigt sich das Lyrische Ich Paul Banks, der einst Literatur studierte und nun in seinen Texten für Interpol große Interpretationsfreiräume schafft, ungewohnt verletzlich und desperat.

Hier wirft Schatten Licht. Selten fällt welches auf die spröden, nüchternen Klänge und beleuchtet den schwermütigen Sound. „Summer Well“ zum Beispiel gibt sich fast schon harmlos und freundlich. Oder "Barricade", die zweite Single, deren farbenfrohes Video mit all der vorher präsentierten Finsternis bricht. Mit treibender Dynamik brennen sich Textzeilen wie „I did not take to analysis/so I have to make up my mind“ oder „Sometimes it feels like a barricade/To keep us away, keep us away/It kind of does /How much fear can you fabricate/To keep us away, keep us away/You know us“ ein.

Interpol haben das Licht ausgemacht. Zurück bleibt ein Kammerspiel des Post-Punk; sperrig, beklemmend und prosaisch benötigt es vom Hörer viel Zuwendung und Aufmerksamkeit, die es sich zugeben lohnt. Auf „Interpol“ führen sie den Hörer an einen Ort, an welchem die Abstinenz von Tageslicht symptomatisch scheint. In karger, klaustrophobischer Enge leitet ein schmaler Pfad die Band - gemäß des Albumtitels - zu sich selbst. “I always thought you had great style/And style was worthwhile/Because I was /I was on my way“ heißt es in „The Undoing“, so als wolle man Carlos D. und damit auch einen Lebensabschnitt verabschieden.

Anspie

  • Lights

  • Success

  • Summer Well

  • Try It On

  • The Undoing

  • Barricade


her stories are boring and stuff: Johanna Eisner

you should be in my space:

http://www.myspace.com/interpol

Live:

http://pitchfork.com/tv/pov/interpol


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