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Summary

James Vincent McMorrow - Post Tropical

Tropische Wintermusik

Künstler: James Vincent McMorrow
Album: Post Tropical
Mitglieder: James Vincent McMorrow
Herkunft: Dublin, Irland
Klingt wie: die letzten Zuckungen des Bali-Urlaubs

Nun ist es soweit. Der ach so lang erwartete Winter hält Einzug. Wenn man aus dem Fenster schaut nichts außer Schnee und man mag gar nicht daran denken bei diesen Temperaturen einen Fuß vor die Tür zu setzen. Die nächsten Tage lassen sich wohl ausschließlich mit Mütze, Schal und Handschuhen ertragen. Doch gerade passend zu dieser Zeit, in der man dem Zimtstern-Overkill gerade so entkommen ist und bald wieder matschig grauer Schnee die Straßen schmückt, kommt James Vincent McMorrow mit seinem neuen Silberling daher, um uns die triste Zeit ein wenig zu versüßen.

Und natürlich! Der Ire versteht sein Handwerk. Man könnte meinen es liegt an der Landschaft, dass uns dieses Fleckchen Erde so wundervolle Singer/Songwriter beschert. Eine Landschaft wie sie im Buche steht. Weite grüne Wiesen, auf der sich das ein oder andere Schaf verlaufen hat, steile Klippen und dahinter die raue See, von der aus einem der Wind und Regen ins Gesicht peitscht. Wahrscheinlich sind das die Zutaten für Texte über Sehnsüchte, Herzschmerz und Melancholie, die McMorrow bereits auf seinem Debüt "Early in the Morning" zum Besten gab. Mit seiner Akustikgitarre sang er über Sparrow and the Wolf und Breaking Hearts und hatte damit reihenweise Mädchenherzen auf seiner Seite.

Mit dem zweiten Album erfolgte ein Tapetenwechsel, der McMorrow weg von der friedlichen grünen Insel in die texanische Einöde führte. Vor den Toren Mexikos, in der Stadt El Paso, ließ sich der gemütliche Ire nieder um Inspiration zu finden und an seinem Zweitwerk zu feilen. Was zunächst als Wermutstropfen für die eingefleischten McMorrow Fans gelten könnte, ist die Tatsache, dass er sich auf Post Tropical von seiner Akustikgitarre weitestgehend verabschiedet hat. Sein treuer Begleiter wird durch viel Handclapping und beinahe R´n´B ähnliche Beats ersetzt, über die seine, sehr an James Blake erinnernde, Kopfstimme in Stücken wie Red Dust oder Gold im Falsett hinweg schwebt, ohne dabei übertrieben kitschig zu klingen. Mit diesem Schritt schafft McMorrow die Verbindung die sich gerade bei vielen Musikfans großer Beliebtheit erfreut. Er begibt sich auf den schmalen Grad zwischen Folkeinflüssen und R´n´B und folgt damit Künstlern wie Damien Rice, Frank Ocean oder dem besagten James Blake.

Auch wenn der Ire mit "Post Tropical" das starke Debüt nicht toppen kann, es ist doch eine Weiterentwicklung. Mit der ersten Single Auskopplung "Cavalier" hat uns der smarte Singer/Songwriter einen Appetizer geliefert, der einen Hinweis auf die besungenen Horizonte der Platte liefert.

Der Opener entwickelt sich langsam, schleicht unaufdringlich durch die Gehörgänge und schafft es im Ohrwurmzentrum anzudocken. Ganz nach dem Prinzip "Weniger ist Mehr" sind die ersten Sekunden von der Kopfstimme dominiert, begleitet von Keys und den später dazu stoßenden seichten Handclapping. Dieser Minimalismus gipfelt in einem Arrangement aus Drums und Beats, um dann wieder die träumerische Anfangsposition einzunehmen.

Wenn man sich darauf einlässt, schafft es McMorrow einem die kalte und unfreundliche Zeit zu verkürzen und auf einen kurzen tropischen Trip zu entführen. Es scheint ein perfektes Konzept, bei dem der Titel "Post Tropical" in Verbindung mit dem Cover, geziert von Flamingo, Palmen und einem Eisbär, der dann wohl das Post im Tropical ist, und McMorrows Texten das Kopfkino zum Laufen bringen. Am Strand liegend kann man das beruhigende Meeresrauschen hören und die seichten Wellen, die vereinezelt Fahrt aufnehmen, nur um sich dann wieder dahinplätschernd in ein großes Ganzes zu fügen. Das Album ist mehr winterliche Tropenmusik als grauer Beton oder wie McMorrow es selbst beschreibt „For me, ‘Post Tropical’ evokes a style of music without you having a clue what
it sounds like. It’s warm and familiar, but there’s something there that’s maybe
not quite what you think it is. I just wanted to make the most beautiful thing
that I could imagine. And that was it."

Anspieltipps:

  • Cavalier 
  • Red Dust 
  • Glacier 

Bereits jetzt den Frühling erwartend: Vanessa Berger

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