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Summary

Maps & Atlases

Kartographie aus Folk und Mathe

Band: Maps & Atlases
Album: Beware And Be Grateful
Mitglieder: Erin Elders, Shiraz Dada, Christ Hainey, Dave Davison
Herkunft: Chicago
Klingt wie: mathematischer Folk

Die Kartographierung von Maps & Atlases begann im Herbst 2004, die ersten Anstiege ihres musikalischen Reliefs erfolgten in Form von 4 EPs zwischen 2005 und 2006 und fanden ihren höchsten Punkt 2010 mit ihrem Debut-Album Perch Patchwork. Einen neuen Wegpunkt können die Chicagoer nun mit ihrer zweiten Platte Beware And Be Grateful verzeichnen. Waren die Anfänge vor allem durch experimentellen Folk geprägt, wurde das Quartett im Laufe ihrer musikalischen Entwicklung mehr und mehr dem Math-Rock zugerechnet. Hierzu passen auch die Tourreferenzen wie Foals und These Arms Are Snakes. Mit der neuen Platte gewinnen Maps & Atlases noch einmal an Zugänglichkeit, aus schwer zugänglichem Gelände formen die Jungs inzwischen mit festen Wegen ausgestattetes Liedgut.

 

Beware And Be Greatful (dt. „Nimm dich in Acht und sei dankbar“) heißt das aktuelle Album und dem Titel entsprechend zurückhaltend tritt einem der erste Song ‚Old & Grray‘ gegenüber, der von langsamen Tempo und vorsichtiger Akzentuierung auf Davisons Stimme lebt und erst nach 2,5 Minuten zum Full-Band-Track wird. Der zaghafte Beginn löst sich barrierefrei in den flolgenden Song ‚Fever‘ auf, bei dem man von Math-Rock-Klängen nicht mehr viel hört. Gefrickel wird zum Flächen-Pop und punktierte Exzentrik verschwimmt zum einheitlich-fröhlichen Klangbild. Und so ist ‚Fever‘ auch gleich der erste Song, der sich direkt im Hörer niederlässt. Ihm folgt die erste Single ‚Winter‘, die sich zwar noch einigen mathematischen Elementen bedient, aber im Großen und Ganzen denselben Weg einschlägt, wie ‚Fever‘. Stellvertretend steht diese Entwicklung für das komplette Album. Sämtliche Berge und Täler der Landkarte wurden zum Zwecke der besseren Erreichbarkeit platt planiert und – im pop-spezifischen Sinne – asphaltiert. Das heißt nichts anderes, als dass der Hörer für seine Rundreise auf Beware And Be Grateful bis hierhin kein besonders festes Schuhwerk braucht und jeder Winkel gleichermaßen gut zu erreichen ist. Das ändert sich auch gegen Ende der Platte nicht grundlegend. Ein wenig meist nur angedeutetes, fohlenhaftes Aufbäumen der Drums und ein nur reduziert zerpflücktes Gitarrenspiel bringen sich gut ein in den allgemeinen Pop-Kontext dieser Tage.

 

Maps & Atlases entwickeln sich auf Beware And Be Grateful weiter und vollenden ihren Weg von der mathematischen Unzugänglichkeit des Folks ihrer Anfangstage zum immer angesagten Radio-Pop. Leider bleiben dabei auch sämtliche Höhen und Tiefen auf der Strecke und so entpuppt sich Beware And Be Grateful als gutes, aber nicht herausragendes Album. Der Pop gewinnt, der Wiedererkennungswert verliert.

 

Anspieltipps:

  • Fever
  • Winter
  • Important
  • Vampires

www.mapsandatlases.org

www.myspace.com/mapsandatlases

 

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