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Summary

M.I.A. - Maya

More than just paper planes

Band: M.I.A.

Album: Maya

Herkunft: London - Sri Lanka - London - USA


Mit ihrem neuen Album bringt Mathangi "Maya" Arulpragasam aka. M.I.A. ihre Familie wieder zusammen. Nach den Alben „Arular“ (nach ihrem Vater benannt) und „Kala“ (nach ihrer Mutter benannt) erscheint nun M.I.A.’s  dritte Platte „Maya“. Mit gerade mal 34 Jahren hat Maya schon einiges erlebt. Geboren ist sie in London, aufgewachsen in ihrer eigentlichen Heimat Sri Lanka. Mit 10 Jahren musste sie mit ihrer Mutter zurück nach London. Ihr Vater hatte sich der paramilitärischen Organisation „Liberated Tigers of Tamil Eelam“ angeschlossen und sie waren nicht länger sicher. Kein Wunder also, dass Maya schon in jungen Jahren mit Politik, Gewalt und Ungerechtigkeit konfrontiert wurde.

 Politisch war sie schon auf ihren ersten beiden Alben. Wenig verwunderlich also, dass sich das auf „Maya“  fortsetzt. Manchmal mehr, manchmal weniger offensichtlich und manchmal mehr und manchmal weniger radikal. In „Lovalot“ versetzt sie sich sogar in die Rolle einer mutmaßlichen Selbstmordattentäterin. Im Opener kritisiert sie Google und den sogenannten „info war“ ("The hand-bone connects to the internet / Connects to the Google / Connects to the government"). Dieses Thema greift sie auch im Cover-Artwork auf, das ganz im YouTube- und iTunes-Design gehalten ist. YouTube wurde ja bekanntlich von Google aufgekauft.

 

"Du kannst 'Sri Lanka' googlen, und erst auf Seite 56 tauchen Infos über die im Bürgerkrieg Ermordeten und Bombardierten auf."                                                 (M.I.A.)

 

Die erste Hälfte des dritten M.I.A.-Albums zeigt sich überwiegend aggressiv, subversiv und ist die gelungene Vertonung ihrer in die Lyrics gepackte Kritik. Seien es durch Vocoder verzerrte und entstellte Vocals, Motorsägen-Samples oder Sirenen – M.I.A. experimentiert in gewohnter Manier und schafft so ein außergewöhnliches Hörerlebnis. Unterbrochen wird dieses Spektakel lediglich durch die erste Singleauskopplung „XXXO“, die mit ihren Synthie-Elementen schon fast melodisch-poppig daherkommt und eindeutigen Ohrwurmcharakter besitzt.

Der musikalische Umbruch kommt plötzlich und unerwartet mit dem Track „It Takes A Muscle“. Mit überraschend harmonischem Reggae-Sound und Songtext („it takes a muscle to fall in love“) leitet der Song den ruhigen, melodischeren Teil des Albums ein, der sich im Elektro-Pop-angehauchten „It Iz What It Iz“ fortsetzt. Doch – ganz genau – der Schein trügt. Wie in der ersten Hälfte „XXXO“, unterbricht auch in der zweiten Hälfte ein schon vor Veröffentlichung von „Maya“ bekannter Track die gerade neu gefundene  Linie. „Born Free“ und das dazugehörige Video wirbelten bereits Wochen vor dem Albumrelease durch die Medien. In dem gut 8-minütigen Kurzfilm wurden offensichtlich US-amerikanische Soldaten gezeigt, die rothaarige Menschen festnahmen, erschossen oder über ein Minenfeld rennen ließen. Eine radikale und metaphorische Kritik an Rassismus und Diskriminierung in der heutigen Gesellschaft. Erwähnenswert ist auch „Tell Me Why“, das wie die Vorgängeralben von Diplo produziert und wurde, angenehm sommerlich daherkommt und für einen runden Abschluss des Albums sorgt. 

Stilistisch kann man „Maya“ keinem einzelnen Genre zuordnen. Ähnlich wie bei „Arular“ und „Kala“ fließen lässt M.I.A. verschiedenste Stile zusammenfließen und lässt sich dabei unter anderem von Elektro-Pop, Hip Hop, Dubstep, Grime und Industrial beeinflussen.

 

fügt das musikalische Puzzle zusammen: Lisa Haupt 

 

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