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Summary

The Antlers - Hospice

Hospital Beds

Band: The Antlers
Album:Hospice
Herkunft:
Brooklyn, New York, USA
Mitglieder: Peter Silbermann (Gesang, Gitarre, und weiteres),  Michael Lerner (Schlagwerke), Darby Cicci (Tastenbedarf, Trompete, Banjo)
Klingt wie: Folkpop im Post – Rock – Gewand

 

Eigentlich war Peter Silbermann auch nur ein gewöhnlicher Liedermacher, der seine Geschichten erzählen wollte. Und wie alle ordentlichen Singer/Songwriter, die etwas auf sich halten (Justin Vernon zum Beispiel), distanzierte auch er sich von seiner Außenwelt und übte sich zwei Jahre lang in sozialer Isolation, um aus totaler Abgeschiedenheit neue Kreativität zu schöpfen. So begann er, vollkommen isoliert in seiner urbanen Waldhütte, also einem New Yorker Apartment, seine Songs zuschreiben. Doch er blieb nicht allein. Seine beiden Gastmusiker kamen immer und immer wieder. Was als Soloprojekt beginnen sollte, endete als Trio. Fortan ist Peter also doch Glied einer sozialen Gruppe, einer Band namens „The Antlers“.

Seine Geschichte erzählt er trotzdem. Sie trägt den Titel „Hospice“. Eine Liebesgeschichte im weitesten Sinne, aber keine glückliche, sondern eine von beklemmender Tragik. Kein kitschiger Rosengarten, keine romantischen Kulissen. Einzig die nüchterne, trostlose Atmosphäre eines Krankenhauses, schlimmer noch, der Krebsstation dienen als Handlungsrahmen der Geschichte, die uns „The Antlers“ mit „Hospice“ ans Herz legen. Es ist die Geschichte eines Krankenhausangestellten, der sich in eine todsterbenskranke Patientin verliebt.

Ein Drama in zehn Akten, ganz klassisch mit „Proloque“ und „Epiloque“, dazwischen schonungslos erzählte Songs über das Leid der Liebenden, über Angst, Abhängigkeit, Ärzte, Abtreibung, Albträume und Aussichtslosigkeit.   

In „Kettering“ singt Peter Silbermann auf berührend behutsame und lyrisch meisterhafte Art und Weise über die erste Begegnung der beiden Protagonisten:

I wish that I had known in that first minute we met/ the unpayable debt that I owed you […]

… You said you hated my tone/ it made you feel so alone/ so you told me I had to be leaving but something kept me standing by that hospital bed/ I should have quit but instead I took care of you”

 So versuchen sich die Songs der komplexen, schwierigen Beziehung, die geprägt ist von Hoffnungs – und – Hilflosigkeit, von Krankheit und Tod, aus verschiedenen Perspektiven zu anzunähern.

 “You're screaming, and cursing, and angry, and hurting me,
and then smiling, and crying, apologizing”

 Und so spinnt das Album seine herzzerreißend tragische und, laut Peter Silbermann, auch autobiografische Story über Liebe, Krankheit und Verlust, ohne dabei kitschigen Klischees zu verfallen.

Musikalisch setzen The Antlers das Thema zwar weniger trostlos, doch nicht minder komplex um. Pop – Songs mit Post – Rock – Sound, könnte man sagen, deren Folkwurzeln noch deutlich zu vernehmen sind. Hier ein ambientes Instrumental (Prologue), da der dramatische Ausbruch (Kettering), dort noisige Verzerrung (Sylvia). Mittendrin dann fast harmlos anmutender Folkpop (Bear, Two) oder tragende Chorgesänge (Wake), kombiniert mit liebevoll und vorsichtig vorgetragenen Vocals, die dem ganzen epischem Klang eine zerbrechliche Note verleihen.

 „Hospice“ ist auch musikalisch ein Epos. Doch es holt nicht weit aus, sondern geht in die Tiefe.
Mit den herausragenden, einfühlsam erzählten Texten, der bewegenden Story und deren perfekter musikalischer Umsetzung schaffen The Antlers ein berührendes, intensives und vor allem tiefsinniges kleines Meisterwerk.

Schmerzhaft schön.

 

Anspieltipps:

 

  • Kettering
  • Bear
  • Two
  • Wake
  • Epiloque

 

There’s nothing to do here, some just whine and complain: Johanna Eisner

 

Surftipps:

 

www.myspace.com/theantlers

 

(hier übrigens findet man zwei EPs der Band zum kostenfreien Download)

 

www.antlersmusic.com

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