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Summary

The Jezabels - Prisoner

Die Flucht nach vorn.

Band: The Jezabels
Album: Prisoner
Mitglieder: Hayley Mary, Heather ShannonNik Kaloper,Sam Lockwood
Herkunft:  Sydney
Klingt wie: der endlose Sommer ohne Kitsch

2012 ist das Jahr des Weltuntergangs. Ist das ein Grund zu flüchten? Wenn ja, wohin? Am Besten in Prisoner, das Debutalbum von The Jezabels, denn sie liefern den perfekten Soundtrack für eine solch finale Gelegenheit.Wie ein Großteil vieler Bands, so wuchs auch das Quartett aus Sydney auf universitärem Boden.  Seit 2007 gibt es die Kombo um Fronsängerin Haley Mary und im Laufe dieser fünf Jahre entstanden drei EPs, auf welche im September 2011 der erste Langspieler folgte. Hierzulande wurde das Album Anfang erst März veröffentlicht. Bereits beim Opener, der mit sakralen Orgelklängen die Luft anfüllt, wird eines klar: The Jezabels machen mit Prisoner keine Gefangene.

Pathos und Pop werden hier groß geschrieben und zielstrebig so kombiniert, dass sich jeder gleichermaßen angesprochen fühlen kann, vom intim-verkrampften Indiehipster bis zur oppulent-extrovertierten Schauspielschülerin. Hier trifft große Geste zum erneuten Male auf intime Momente und die Australier zeigen, dass sich dieser Mix durchaus vom Kitsch abgrenzen lässt. Ein beispielhafter Track dafür ist Endless Summer, der exemplarisch für die komplette Platte steht: Gebettet auf flächigen Synthesizerakkorden, trägt Mary mit ihrer kraftvollen Stimme á la Tori Amos und Kate Bush dick, aber nicht zu dick auf. Für den richtigen Grip sorgt das geerdete Drumming von Nik Kaloper, der den Sound stellenweise in Richtung Post-Rock vorantreibt. Und genau hier liegt des Pudels Kern: Die Legierung aus Post-Rock, Pop und Pathos lässt einen beim Hören von Prisoner fühlen, als flüchte man vor etwas. Die Flucht vor der nahenden Apokalypse, die Flucht aus einem Gefängnis, die Flucht vor einem selbst, ganz egal: es ist in jedem Fall eine Flucht nach vorn.Meilensteine dieses inneren Aufbruchs bilden in jedem Fall herausragende Songs wie Endless Summer, Try Colour und Long Highway, die einen einfach nicht tatenlos zurücklassen können. Gleiches gilt für die gesamte Platte.

Prisoner lässt einen nachdenken, hineinfühlen und plötzlich realisieren, dass es etwas gibt für das es sich lohnt auszubrechen, loszurennen, alles von sich abzuwerfen. Der vertonte, persönliche Jahreszeitenwechsel, der Morgen nach dem Untergang der Welt.Wir können nur alle auf eine Postapokalypse hoffen, um uns auch 2013 noch mit The Jezabels zu flüchten.

Anspieltipps:

  • Endless Summer
  • Try Colour
  • Long Highway
  • Rosebud

www.thejezabels.com

Live:

http://www.youtube.com/watch?v=Jtw8UvESMsQ

 

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