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Summary

The National - High Violet

It takes an ocean not to break.

Band: The National
Album: High Violet

Herkunft: Ohio, mittlerweile New York City, USA.
Mitglieder: Matt Berninger(Gesang), Aaron Dessner (Gitarre,Bass), Bryce Dessner (Gitarre) ,Bryan Devendorf (Schlachzeuch) , Scott Devendorf (Gitarre)
Tags: Whiskey, Rotwein, Neurotizismus, nur für Erwachsene, Melancholie, NYC, Regen

Ein sehnsüchtiger Blick aus dem Fenster, draußen: hoffnungsloser Beton. Der Himmel: regnerisch und Wolken verhangen. Die Stadt, die Straßen, das Herz, der Kopf: vernebelt von Schwermut. Grau.Und dann setzt Matt Berninger an. „It’s a terrible love and I’m walking with spiders“, singt er. Dumpf hallen Gitarren und Piano, dann beginnt der Song zu wachsen.  „And I can't fall asleep, without a little help“. Instrumente und  Emotionen, sie schwellen weiter an, bis sie überschwappen: „it takes an ocean not to break“. Wie ein abklingender Sturm verebbt der Song in chaotischem Gitarrengeschrammel. Was zurück bleibt ist ein aufwühlendes Gefühl, das dennoch beschützt und tröstet: Willkommen in der Welt von The National.

Seit jeher scheint der erhabene Indierock, den sie spielen, ein balsamierendes Mittel für was auch immer, ein Rettungsanker in jeglicher Not, doch sind Heilung und Hilfe nicht immer garantiert. Ihr fünftes Studio-Album, „High Violet“, ist süffiger Balsam für sensible Seelen. Eine wertvolle und seltene Charakteristik, die sich zunächst schwer erschließen will.Und so läuft High Violet vorerst unbemerkt an einem vorbei, immer und immer wieder. Langsam wird man darauf aufmerksam. Wenn man es dann in seiner vollkommenen Schönheit erfasst hat, ist man bereits gefangen. Und kommt nicht mehr davon los.

Es sind die fast schon dekadenten Arrangements, die das Liedgut von The National krönen. Wie üppig behangene Herrscher kommen sie daher, Piano, Streicher und Bläser zieren ihr Haupt, ohne dabei erdrückend zu wirken. Fast jeder der elf Songs auf High Violet zeichnet eine prächtige Wachstumskurve, malt einen hinreißenden Spannungsbogen, gipfelt im Grande Finale. Klimax als musikalisches Konzept.Hinzu kommt eine repetitiv vorgetragene Lyrik zwischen Lakonie und Melancholie, der man prompt einen Preis für Poppoesie verleihen möchte.

  “We don't bleed when we don't fight”: Matt Berninger muss ein gebrochener Mann sein. Wie er mit mitreißender Monotonie in der unfassbar markanten Stimme seine schonungslosen Geschichten erzählt. Verzweiflung, Neurosen, Alkohol, Leidenschaft, Ernüchterung. With my kid on my shoulders I try/Not to hurt anybody I like/ But I don't have the drugs to sort/I don't have the drugs to sort it out, sort it out”. Hedonistische Hingabe und prosaische Bestandsaufnahme zugleich.

“Sorrow found me when I was young, sorrow waited, sorrow won”. Man begibt sich mit auf die Reise durch die tiefen Täler Manhattans und beginnt die Großstadtneurosen der Band nachzuempfinden.. Go out at night with your headphones on, again and walk through the Manhattan valleys of, the dead” Beklommenheit, Dunkelheit und Regen. Das Gefühl, nicht voranzukommen. “Now I’m stuck in New York/ And the rain’s coming down/ I don’t feel like we’ll go anywhere … All our lonely kicks are getting harder to find/ We’ll play nuns versus priests until somebody cries…”

Doch ist die Musik von The National keine bloße einsame Großstadtodyssee, sie ist gleichermaßen auch das wärmende Feuer im Kamin, wenn man das Zuhause endlich erreicht hat und erschöpft, aber wohl behütet, einen guten Drink im Glas schwenkt.“I still owe money to the money to the money I owe/I never thought about love when I thought about home” Stets in kritischer Reflexion der eigenen Dämonen.”I was afraid, I'd eat your brains /'Cause I'm evil”.

Urbane Irrfahrt, heimischer Kamin, wärmendes Grau: alles in allem ist der fünfte Wurf der Band ein süffiges, fiebriges, dunkles Kunstwerk der Melancholie. Ein Meisterwerk auf den zweiten Blick. Ein Album, das Herzen bricht, nur, um die Risse wieder zu kitten.

Anspieltipps:

  • Afraid Of Everyone (mit Sufjan Stevens)
  • England
  • Terrible Love
  • Sorrow
  • Anyone’s Ghost

 

Is loving her life in the rain: Johanna Eisner

 

You’re the voices swallowing my soul: (Bei Lettermann mit Sufjan):

Video

 

Walking With Spiders:

http://pitchfork.com/tv/#/episode/2354-the-national/1

 

Homepage:

http://www.americanmary.com/

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