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Summary

TV On The Radio - Return To Cookie Mountain

Da kam einer daher und nannte es Noise-Indie, andere versuchten vergeblich Art-Rock in den Genrekessel zu werfen, nur TV on the Radio selbst wissen, warum es so schwierig ist sie zu beschreiben.

Band: TV on the Radio
Album: Return to Cookie Mountain
Herkunft: Brooklyn, New York
Mitglieder: Tunde Adebimpe (Sänger), David Sitek,Gerard Smith (Bass), Kyp Malone (Gitarre) und Jaleel Bunton (Schlagzeug)
Sound: Art Rock - nein; Indie-Noise - nein; Elektro-Noise - nein...

Da kam einer daher und nannte es Noise-Indie, andere versuchten vergeblich Art-Rock in den Genrekessel zu werfen, nur TV on the Radio selbst wissen, warum es so schwierig ist sie zu beschreiben. Ihre Attitüde versteckt sich hinter ungezwungener Eigenständigkeit. Für den Hörer ein Rettungsanker im Einheitsbrei, für die Musikhistorie ein grell leuchtendes Gemisch aus souligen Falsetto Choralen, Elektrophilität für offene Münder, dubbigem Gitarrentrance und Entrücktheit für im sitzen Hörer, als würde Thom Yorke ein Stück seiner Seele meistbietend versteigert haben. 
Thunder and Lightning trifft auf weißes Rauschen.

TV on the Radio 2006 sind die etwas zugänglicheren TV on the Radio 2000 gleich nach der Gründung und die New Yorker Soundexperimentierfreunde von 2003 nach ihrem Debutalbum „Desperate Youth Blood Thirsty Babes“. Die ewige Suche nach dem eigentlichen Sound scheint fortweilend. Auf „Return to Cookie Mountain“ ihrem frischen Werk, steht neuerlichen Experimenten nichts im Wege. Im Gegenteil!
Beeindruckende Soundgewänder wie auf einer Mischpalette zusammengestellt. Jackson Pollock hätte es seinen Betrachtern nicht schwieriger machen können. TV on the Radio setzen Visualität für die auditive Wahrnehmung um. Kaum verwunderlich, dass Sänger und Lyriker Tunde Adebimpe Film studierte.

Nur wenige Titel auf „Return to Cookie Mountain“ genügen, um dem noch Unwissenden zu erklären, worum es bei TV on the Radio geht.
„Hours“ durchzieht ein gospelähnlicher Orgelgrundton, gebrochen von Tribaldrums, darüber liegt der hohe Gesang in Einklang gebracht mit einer Pianolinie, am Ende setzt zusätzlich ein Saxophon ein. Gleich anschließend knüpft „Province“ an, textlich, wie musikalisch. Nur pompöser und bombastischer. Gebrochen wird dieser verwirrende Einklang zweier Stücke durch die Distortion und wilde Breaks in „Playhouses“. Die Ambientehülle, die den Titel umschließt zeigt nur stärker wie TV on the Radio funktionieren.
„Wolf like me“ ist ein straighter, mit den Eagles of Death Metal-liebäugelnder Tanzflächenfüller und wohl der einzige Song dieser Art. Der Rest des Songmaterials muss in aller Detailverliebtheit förmlich erforscht werden und es sollte schwer fallen, jedes Versatzstück nach zweimaligem Hören entdeckt zu haben. Hört „A Method“ und klatscht mit ohne den Takt zu verlieren oder in Trance zu verfallen. Spätestens beim Einsetzen der Cowbells und anderen Klanginstrumenten wisst ihr eh nicht mehr was grad war. Zum Schluss pfeift ihr Euch dann doch wieder zurück zum Klatschen und wollt das ganze noch einmal hören, weil ihr es nicht glaubt. Das nächste Stück verstört um so mehr und führt zu einem weiteren Anfall an Soundsearchings Hörerseits und Trommelbeats belagert mit Elektrogitarrengetüftel TV on the Radioseits. Der Titel: Let the Devil in. Sollte ich noch den den bluesig anmutenden…..

Nein sollte ich nicht...
Entdeckt den Rest selbst. TV on the Radio sind es wert herausgehoben zu werden aus einem unüberschaubaren mehr aus unabhängiger Musik. Wer tatsächlich noch auf einen finalen Vergleichspaukenschlag hofft, soll nicht enttäuscht werden. Die artrockige, choralige Variante der Broken Social Scene. Bitte schön.

mal besser Radio gucken: Marco Stahn


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