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Summary

Final Fantasy - He Poos Clouds

Ich habe mich noch nie so lang und eingehend mit einer CD der Woche beschäftigt!

Künstler: Final Fantasy
Album: He Poos Clouds
Mitglieder: Owen Pallett
Herkunft: Toronto, Kanada
Musikrichtung: Indieklassik (oder auch: komponierter und arrangierter Pop mit kammermusikalischer Instrumentierung)

Gebrauchsanweisung:
Nicht zurückschrecken!!! Diese Woche gibt's viel Text. Das liegt daran, dass ich noch eine Musikexpertin hinzugezogen habe.
So funktioniert's: Am Besten man hört sich zunächst den Beitrag an. Wer nur schnell wissen will, worum es geht, liest nur das Fazit ganz unten. Wer eine Einschätzung zur CD der Woche haben möchte, so wie sonst auch immer, der überspringt die kursiv geschriebenen Textpassagen. Wer sich für Musik interessiert bzw. das Album richtig kennenlernen möchte, der sollte alles lesen. Die kursiven Textstücke beschreiben die Besonderheiten jedes Titels - herausgefiltert von jemandem, der sich damit auskennt. Es lohnt sich; und jetzt viel Spaß!

Track 1: The Arctic Circle
„Der Song besitzt musikalische Kennzeichen, die ich in die Epoche ‚Mittelalter’ einsortieren würde. Auffällig ist besonders der Bordun-Klang. So nennt man die Töne, die mittels einer mittelalterlichen Laute produziert werden.“

Ich habe mich noch nie so lang und eingehend mit einer CD der Woche beschäftigt: die 37 Minuten 25 Sekunden lange Scheibe kenne ich nun wirklich auswendig, nachdem ich sie bisher grob 20 Mal gehört habe – auf diversen Anlagen diverser Qualität in diversen Zimmern, im Auto, per Kopfhörer, usw. Außerdem habe ich mit einer Musikexpertin ausgiebig darüber diskutiert (ihre Anmerkungen zum Album im kursiven Text).
Das Ergebnis: das 2. Album von Final Fantasy ist weder massenkompatibel noch radiotauglich – die perfekte CD der Woche!

Track 2: He Poos Clouds
„Der Stil fällt eindeutig in die ‚Moderne’. Bei dem Song kommt am Besten die Affektdarstellung zum Ausdruck, die sich durch das gesamte Album zieht. Das bedeutet, Owens Stimme wird durch die Instrumente immer mit der passenden Emotion unterstützt.“

Erinnerungen werden wach an ehemalige CDs der Wochen wie Scout Niblett, die Dame, die eine Art Theaterstück auf Platte umgesetzt hat, oder Vorsprung durch Technik, deren hervorragendes Werk epische Ausmaße in Fülle, Dichte und Länge der Songtitel im Chillout-Bereich angenommen hat. Und nun eben Final Fantasy: ein Kanadier mit einer unglaublichen Stimme, der in einem unglaublich schweren und heute kaum noch zu findenden klassischen Stil singt und als Instrumentierung ein Kammerorchester benutzt. Irgendwie habe ich etwas mit schwierigen CDs der Woche.

Track 3: This Lamb Sells Condos
„Das Klavier wird sehr jazzig gespielt. Dadurch erinnert das Stück an die Aleatorik, d.h. Zufallsmusik – eben wie Jazz. Allerdings klingt die Melodie etwas zu glatt und gerade. Interessant wäre auch zu wissen, ob die Tonfolge improvisiert wurde, denn das ist elementar für den Jazz. Die unterstützenden Streicher bringen wieder das Motiv der Kammermusik in Erinnerung.“

Wieso also „He Poos Clouds“? An mangelnder Auswahl hat es wahrlich nicht gelegen: Lou Rhodes, The Strike Boys, Super700, Archive, etc. – alles Alben, die Ende Mai/Anfang Juni veröffentlicht werden und ebenfalls die Krone der CD der Woche verdient hätten.
Die Antwort ist simpel und gleichzeitig eine zum Denken anregende Gegenfrage: wo bekommt solch ein geniales und innovatives Werk sonst eine Plattform? Das Album ist toll; es muss einfach vorgestellt werden!

Track 4: If I Were A Carp
„Insgesamt arbeitet Owen viel mit dem musikalischen Stilmittel der Imitation, also die Wiederholung von bestimmten Motiven und Melodien. Das hört man besonders bei der Geige in diesem Titel. Die Imitation als Stilmittel wird seit der ‚Wiener Klassik’ eingesetzt.“

Das Album hält viel mehr bereit, als ich jemals hätte entdecken können. Da hilft nur eins: Ich brauche einen Experten. Zum Glück kenne ich eine Studentin, die ihr Abitur mittels Leistungskurs Musik erworben hat. Sie kennt sich aus, keine Frage! Und so führte sie mich (und nun auch euch) in die Feinheiten der CD ein. Die kursiv geschriebenen Textpassagen geben die Besonderheiten des jeweiligen Songs wieder, wobei Track 5 ausgelassen wurde, da dieser ein Zwischenstück ist.

Track 6: I’m Afraid Of Japan
„Gesang, Bildhaftigkeit und Affektdarstellung deuten auf die Epoche der Renaissance hin. Problem: zu dieser Zeit hat man noch keine Geigen verwendet und Dissonanzen waren ‚verboten’. Da sieht man die Vermischung verschiedener Epochen.“

Als erstes räumte meine Expertin mit dem Vorurteil auf, ich hätte es mit einer Klassik-CD zu tun. Denn das, was Ottonormalverbraucher als Klassik bezeichnen – also orchestrale Musik –, gliedert sich in mehrere Epochen auf: Mittelalter (Minnesang), Renaissance (Orlando di Lasso), Barock (Bach, Vivaldi, Händl), Wiener Klassik (Haydn, Mozart, Beethoven), Romantik (Schubert, Schumann, Wagner, Brahms), Neue Musik/Moderne (Carl Orff, Béla Bartok).
Aha, Klassik ist also nur eine der Epochen – und zwar die Kürzeste.

Track 7: Song Song Song
„Der erste Teil des Songs fällt komplett aus dem Album raus. Der Einsatz von Percussion und Pauken erinnert an ‚Music Concrete’ (Musik mit Alltagsgegenständen -> Vergleich: Blue Man Group) oder den ‚Expressionismus’. Später erfolgt dann die Auflockerung durch eine Geige, deren Läufe auf eine barocke Art und Weise gespielt werden. Es erinnert mich etwas an Vivaldi. Eine tolle Mischung!“

Final Fantasy ist, wenn überhaupt, der Moderne zuzuordnen. Aber jeder Musikauskenner (vielleicht auch Owen selbst) geißelte mich, wenn ich „He Poos Clouds“ als reine Kammermusik abtäte. Denn, so habe ich gelernt: jede Epoche besitzt eigene Regeln für die Komposition von Musikstücken, woran sich alle Komponisten halten mussten/müssen und was die Werke dann unverwechselbar macht. Der Kanadier hingegen pickt sich aus verschiedenen Epochen einzelne Elemente heraus und reichert das Ganze dann mit modernen Einschlägen an.

Track 8: Many Lives -> 49 mp
„Die Single ist am klarsten an die Kammermusik angelehnt: ein braver Kontrabass gibt den Rahmen, die Geige spielt lockere Ausflüge; der Gesang überwiegt nicht, sondern fügt sich als Teil der Instrumentierung ein. Das zieht sich durch das gesamte Werk und zeigt wie wichtig dem Künstler die Musik ist und nicht etwa sein Gesang.“

Dass diese CD anders ist als alles, was man sonst so hört (zumindest im Radio), springt wohl jedem ins Ohr. Das liegt auch daran, dass Owen alle Stücke vom ersten Ton an selbst komponiert hat. Richtig alte Schule: einsam im alten, verstaubten Kämmerlein vor einem Notenblatt kauernd und so. Ok, die Art und Weise ist bloße Vermutung – dass er komponiert, arrangiert und nichts dem Zufall überlässt aber nicht.
Ich selbst hasse es, wenn Musikkritiker für jede Band eine eigene Musikrichtung definieren wollen, obwohl der Sound schon von ungefähr 1000 weiteren Musikkapellen gedudelt wird. Im Fall von Final Fantasy gibt es aber keinen Vergleich. Es klingt einfach nichts anderes so! Also her mit einer Bezeichnung: Indieklassik.

Track 9: Do You Love?
„Eine Besonderheit in der Instrumentierung: zum ersten Mal taucht ein Akkordeon auf. Allerdings wird es keineswegs als Soloinstrument eingesetzt, sondern wirkt rhythmusgebend fast wie ein Drumset. Außerdem spielen alle Instrumente zeitweise die gleichen Läufe. Das erzeugt Pausen und wirkt gleichzeitig pompös. Wie in vielen Liedern werden Schreie als modernes Element eingesetzt.“

Frage: Was rechtfertigt das „Indie“ vor dem „Klassik“? Gute Frage! Nun, zu allererst ist und bleibt Final Fantasy eher Pop als Klassik. Das zeigt allein schon die Länge des Albums bzw. die Songausmaße – feine und angenehme 3 bis 4 Minuten.
Geht man noch weiter ins Detail, so eröffnen sich einem indieske Einflüsse: mal singt Owen, mal schreit und schrillt er; die Unterstützung eines Effektgerätes für die Stimme à la finn. darf nicht fehlen; Chöre, die lieblich säuseln, um dann verächtlich zu schreien; ab und zu vernimmt man bei genauem Hinhören ein Brummen eines Synthesizers; und überhaupt rasten die Instrumente je nach Stimmung einfach gerne mal aus.
Um doch noch einen Vergleich zu bemühen: The Broken Social Scene in kammermusikalischem Gewand.

Track 10: The Pooka Sings
„Die Verwendung von Dissonanzen scheint Owens Hobby zu sein – auf dem ganzen Album, nicht nur bei dem Track hier. Für das normale Gehör klingen diese Sekund- und Septklänge häufig schräg und etwas falsch; für den Musikliebhaber bleibt es ein Ohrenschmaus. Für das Indieohr wohl auch – da darf’s ja ruhig mal schräg sein. Interessant: im Hintergrund rumpelt eine Art Trauermarsch.“

Es ist einfach toll, dass es solche Musik noch gibt. Damit ist nicht unbedingt die Kammermusik gemeint, sondern Musik, die Musikredakteure wie mich, die wöchentlich zwischen 15 und 25 CDs hören, wirklich noch überraschen kann. Das allein ist eine Nominierung zur CD der Woche wert – auch wenn das Album vielleicht nicht so viele Menschen anhebt.

Fazit:

„Das Album besteht aus zwei Grundmerkmalen, die gemeinsam eine hervorragende Mischung eingehen.

  • Zum einen der Gesang Owens: er singt in einer Art und Weise, wie sie heute kaum noch zu hören ist. Solch schwierige Melodien, die zum Mitsingen völlig untauglich sind, waren bis zur Wiener Klassik (ab 1750) beliebt.
    Außerdem kann er singen! Sein Ambitus, sprich sein tonales Spektrum, ist unglaublich ausgeprägt – von der Bass- bis zur Altstimme.
  • Zum zweiten die Instrumentierung: sie ist nicht nur ungewöhnlich gewählt, sondern auch perfekt eingesetzt. In Symbiose mit der Stimme schafft Final Fantasy eine unglaubliche Emotionalität.

Dazu noch die Indie-Einflüsse als Komponente der Moderne machen ‚He Poos Clouds’ einzigartig und interessant.“

Ich danke meiner Musikexpertin für die qualifizierten Einschätzungen!

Klassiker: Sebastian Schlegel
 

So klingt Indieklassik -> der Beitrag

Mehr Tracks? Und zum Downloaden? -> hier!

Zugezogen Maskulin melden sich nach über zwei Jahren eindrucksvoll zurück, viel verändert hat sich nicht. Und das ist auch gut so. Die Wut mit der sie schon auf „Alles Brennt“ rappten, bringen Testo und Grim jetzt auch auf „Alle gegen Alle“ rüber.

Der Titel ist Programm. Im neuen Album wird nahezu jede Gesellschaftsschicht und jedes Milieu Deutschlands und der westlichen Welt thematisiert, von Berlin Mitte über scheinbar kluge Satiriker bis zur ostdeutschen Provinzbevölkerung. Und vor allem deren Gräben. Quasi Alle gegen Alle.

Obwohl sie zwei Jahre an dem Album gearbeitet haben, treffen sie einen Nerv - das Auseinanderdriften der Gesellschaft, ganz besonders das moralische Erheben Einzelner gegenüber der breiten, teilweise abgehängten Masse.

Besonders hervor sticht neben den beiden Vorab-Singles „Alle gegen Alle“ und „Was für eine Zeit“ auch der Track „Yezzy Christ Superstar“. Dieser steht symbolisch für das Leben der heutigen Jugend. Solange das Outfit und der Instagram-Feed stimmen, ist alles ertragbar. Dass die moderne Leistungsgesellschaft auch Opfer hat, thematisieren Zugezogen Maskulin auf „Der müde Tod“. Denn nicht für alle Menschen ist das Leben Friede, Freude, Kunstaustellung.

Musikalisch knüpft „Alle gegen Alle“ beim Vorgänger „Alles Brennt“ an. Genauso impulsiv und frontal präsentiert sich das Klangbett und passt damit bestens zu Testo und Grim. Somit ist bei ihren Konzerten wieder Abriss, Ekstase und Pogo garantiert.

Viel lassen Sie nicht vermissen, außer eventuell eine Radiosingle. Aber wer Untergrund rappt, braucht diese auch nicht. Zugezogen Maskulin schaffen mit der neuen Platte den perfekten Nachfolger zu „Alles Brennt“ und setzen eindrucksvoll ihren Stempel auf das prall gefüllte Deutschrapjahr 2017.

Text: Marcel Kröber

Video

ODESZA (Harrison Mills und Clayton Knight) gelten zurecht als eine der populärsten Gruppen im Bereich der elektronischen Musik und haben den Ruf, ihre Fans auf ihren regelmäßig ausverkauften Live-Konzerten besonders glücklich zu machen.

Harrison Mills und Clayton Knight haben in ihrer noch jungen Karriere bereits eine Grammynominierung sowie goldene Schallplatten für ihre Singles erhalten und bei Spotify und YouTube zusammen über eine halbe Milliarde Plays angehäuft. Mit zwei komplett selbst produzierten Studioalben erschafft das Duo aus Seattle atmosphärische, filmische Musik, die die Grenzen zwischen den Stilen verwischt, in denen sie sich bewegen. Gleichzeitig legen sie aber viel Wert darauf, live auch jene Instrumente zu spielen, die im Studio zum Einsatz kamen, wie es ihre zahlreichen Konzerte bezeugen. Nebenbei schafften sie es sowohl 2015 als auch 2016, jedes ihrer Konzerte auszuverkaufen (nebst Headlinershows auf den größten Festivals weltweit), zuletzt erst bespielten sie die Bühne des knapp 10.000 Plätze fassenden Red Rocks Amphitheaters – gleich zwei Abende hintereinander.

Das neue Album „A Moment Apart“ präsentiert sich gereift; ein Sound, der insbesondere auf Atmosphäre setzt, auf funkelnde Synth-Lines – und auf Gefühle wie Nostalgie, Zuversicht und Hoffnung. Die namhaften Gäste auf dem Album sind u.a. Leon Bridges, Regina Spektor, und RY X. Eklektisch? Aber sicher!

Das Schlussstück des Albums, „Corners Of The Earth (feat. RY X)“, eines der beiden heute bereits veröffentlichten Vorabstücke, baut auf einer schaurigen Gesangsperformance von RY X auf, die sich durch episch-donnernde Low-EndSynthesizer kämpft, während Bläsersätze und Chöre zum Finale in ein wahrhaftes Crescendo hineinsteigern. Der Track verschmilzt so zu einem emotionalen, nahezu filmischen Höhepunkt, ganz nach der geschätzten Produktionsweise von ODESZA.

„Meridian“ ist ein weiterer ODESZA-typischer Track, der mit rhythmisch pulsierenden Drums und kraftvollen Vocals gleichermaßen die subtile Klangverschiebung des Duos hörbar macht, die man womöglich bereits der Covergestaltung abzulesen wusste, die von Harrison Mills und Michelle Gadeken besorgt wurde.

Die 16 Tracks des Albums ergeben ein Gesamtbild und erzählen eine musikalische Geschichte, welche Odesza zu erzählen wissen: diffizil, abwechslungsreich, sphärisch und auf der Reise zwischen Pop und Elektro; feingliedrig und manchmal auch kurz brachial:
Macht euch ein eigenes akustisches Bild, wir können es euch absolut...

In der Musik ist es wie im Weltgeschehen. Findet ein Systemwandel statt, lässt die Gegenrevolte meist nicht lange auf sich warten. Die Zukunft der Musik konnten in den 1980er-Jahren nur Besserverdiener gestalten. Sampling war das Zauberwort der Stunde und wer eine halbe Million Dollar lockermachen konnte, durfte mitsampeln - an inzwischen vollkommen veraltet-bräsigen Maschinen. Die Jugend, seit jeher wichtigster Impulsgeber der Popmusik, durfte keinen Trevor Horn vorweisen, weil sie sich der Produktionsmittel nicht bedienen konnte.

Während des Wechsels ins neue Jahrzehnt roch es förmlich nach Revolution in den Clubs, als DJs die Musik schnelltaktignachhaltig veränderten. Mit einfachen Mitteln: Zündende Ideen, zwei Turntables, ein mittlerweile erschwinglicher Sampler, ein Mikro und eindringliche oder originelle Stimmen. Die Hits kamen wieder aus dem Underground, von schweißgebadeten Fanatikern, die House-Beats mit eigenen kurzen-prägnanten Melodien mischten. Techno-Dance, die Jugend- und Partykultur, deren Ausläufer bis heute andauern, krempelte die Musikwahrnehmung für immer um.

Alex Christensen, DJ erster Stunde - übrigens: lange bevor es USB-Sticks gab! - war tonangebender Mitinitiator der Techno-Dance- und Eurodance-Bewegung. Er ließ erst Deutschland, dann Europa und schließlich die ganze Welt tanzen. Beinahe im Alleingang. Ritmo de la noche, der Sommerhit des Jahres 1990 stammte aus seiner Feder. Danach ging es für den selbsternannten Musikverrückten aus Hamburg Schlag auf Schlag: Die erste Goldene für Ritmo, endlos Anfragen für Produktions-Jobs, jeder Club wollte den DJ von der Elbe als Garant für volle Häuser buchen.

1991 zündete er schließlich einen Knaller ungeahnten Ausmaßes: Das Boot von U96 hielt sich geschlagene 13 Wochen auf #1 der deutschen Singles-Charts, sorgte europaweit für Furore und ebnete der Techno-Szene eigenhändig den Weg in den Mainstream. Alex Christensen wurde allgegenwärtig: BRAVO-Titelbild, Gastrollen in Hollywood-Filmen und in der Marienhof-Serie - das volle Programm. Was zunächst keiner ahnte, ist heute Gewissheit. Der Name Alex Christensen ist zu einem der wenigen beständigen Brandings der internationalen Musikszene geworden.

Die Liste seiner Credits liest sich so lang wie beeindruckend. Er arbeitete mit Udo Lindenberg, Helene Fischer, Söhne Mannheims, Tom Jones, Paul Anka, Sarah Brightman, Mark Wahlberg aka Marky Mark, er saß bei Popstars in der Jury, feierte immer wieder mit eigenen Songs Riesenerfolge (Du hast den schönsten Arsch der Welt) und blieb dabei immer einer, der sich am liebsten hinter den Kulissen verortete. Spricht man heute mit ihm, bezeichnet er sich als "Familienmensch und Musikbesessener, der es nicht sein lassen kann und sich immer wieder selbst herausfordert, neue musikalische Abenteuer auszuprobieren".

Musik fördere bei ihm geradezu kindhaften Spieltrieb, führt er weiter aus. Immer noch. Nach zigtausenden Stunden im Studio, im DJ-Booth, an Analog-Equipment, mit dem mühelos ein Truck zu füllen gewesen wäre. Man glaubt es ihm ungesehen. Seine Range, die Bandbreite an Musikspielweisen, mit denen er der Popmusik seit mittlerweile drei Jahrzehnten Impulse verleiht, ist beispiellos. Dance-Tracks, Balladen, Electronic-Exkursionen, klassische Singer-Songwriter-Projekte, lupenreiner Pop - in der Produktionsweise von Alex Christensen klingt alles, wie es klingen soll, aber nie beliebig. Das bislang außergewöhnlichste Projekt von Alex Christensen, steht nun endlich vor der Vollendung.

Mit ...

Die irisch-amerikanische Folk-Rock-Band Flogging Molly (dt.: peitschende Molly) haben am 2. Juni ihr neues Album "Life Is Good" veröffentlicht. Bekannt sind sie seit ihrer Gründung 1997 durch ihren einmaligen irischen Sound, unterstrichen von Violine, Mandoline und Akkordeon. Das neue Album ist - als Nachfolger von Speed of Darkness (2011) - das nun schon sechste Studioalbum. Nie waren soziales und politisches Bewusstsein mehr im Vordergrund. 

Auf der Platte befinden sich tolle tanzbare Nummern wie The Hand of John L. Sullivan, Welcome to Adamstown oder The Bride Wore Black. Besonders die Verbindung zu ihren Wurzeln lassen sie deutlich spüren. Sehnsuchtsvolle Nummern wie The Last Serenade (Sailors and Fishermen) oder Life Is Good sind auch vorhanden. 

Das Album entführt den Hörer in einen irischen Pub, wo sich Gott und die Welt bis spät in die Nacht bei bester Musik über Dinge austauscht, die die Leute bewegen. Denn darum geht es bei Flogging Molly, dieses Gefühl von irischer Mentalität. Die Songs peitschen nur so die gute Stimmung und Laune voran. 

Sänger Dave King:"In Irland geht man in einen Pub, um sich zu unterhalten. Genau das machen wir jeden Abend auf der Bühne: in den Pub gehen und Geschichten austauschen."

In aller erster Linie sind Flogging Molly allerdings eine noch coolere Liveband, die gerade mit den Broilers und Vollbeat auf Tour ist: 
14. Juli: Dresden - Elbufer (w. Broilers)
15. Juli: Berlin - Wuhlheide (w. Broilers)
30. Juli: Thun - Stockhorn Arena (w. Vollbeat) SCHWEIZ
1. September: Graz - Messe (w. Vollbeat) ÖSTERREICH
3. September: Schweinfurt - Willy Sachs Stadion (w. Vollbeat) 

Video 1

Album Teaser

Mit Hits wie "Waterfalls", "No Scrubs" und "Creep" sowie 65 Millionen verkauften Alben, vier Grammys, Platin- und Diamant-Auszeichnungen, zehn Top-10- und vier Nummer-1Singles gehören TLC bis heute zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Girlgroups aller Zeiten. Das Tomboy-Trio vermengte Rap, R&B und Soul auf ganz eigene Weise, setzte modische Statements, predigte die Selbstermächtigung der Frau und legte in den 90er Jahren schon den Grundstein für die nächste Girlgroup-Generation um Beyonce Knowles und ihre Destiny's Child.

Aber nach dem Lisa "Left Eye" Lopes im Jahr 2002 sieben Monate vor der Veröffentlichung des letzten TLC-Albums "3D" bei einem Autounfall ums Leben kam, wurde es ruhig um die beiden verbliebenen Mitglieder Tionne "T-Boz" Watkins und Rozonda "Chilli" Thomas. Erst 2013 kehrten die beiden zurück auf die Bildfläche, spielten in Japan restlos ausverkaufte Konzerte und erhielten dort für ihr Lebenswerk den MTV Legend Award.

Nach anschließenden Touren in den USA und Australien meldeten TLC sich 2015 schließlich mit einem Spendenaufruf zurück. Mithilfe der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sammelte das Duo 430.000 US-Dollar für die Produktion einer neuen Platte. Künstler wie Katy Perry, New Kids on the Block und Justin Timberlake beteiligten sich an der Aktion. Das Ergebnis: "TLC", das erste TLC-Album seit 15 Jahren!

Und gleich der erste Track gibt die Marschrichtung vor. Der Name "No Introduction" ist dabei Programm. Die Sprechchöre, die lautstark "T-L-C!" skandieren, machen deutlich: Nein, diese beiden Damen brauchen garantiert keine Vorstellung mehr. "Way Back" mit Westcoast-Rap-Legende Snoop Dogg lässt im Anschluss Erinnerungen an alte Zeiten wach werden. Ein astreiner Throwback-Track zu dessen Golden-Era-Sound T-Boz und Chilli sich an unbeschwerte Highschool-Partys und das Hören von Michael-]ackson-Alben erinnern - und gleichzeitig die Hochs und Tiefs ihrer Freundschaft zelebrieren.

Auf "TLC" geben sich T-Boz und Chilli so vielseitig wie eh und je. "Scandalous" zieht einen mit nervösen Hi-Hats, brummenden Bässen und hypnotisiernden Synthies auf den Dancefloor, während "Aye MuthaFucka" als zurückgelehnt-selbstbewusster Representer auf Blechbläserbasis daherkommt. Und wenn Left Eye sich im nach ihr benannten Interlude via archivierter Anrufbeantworteraufnahme über einen lockeren Beat zu Wort meldet, dann fühlt es sich für einen ganz kurzen Moment so an, als seien die drei wieder vereint.

Aber TLC blicken nicht nur zurück. "Haters" ist ein echter Pop-Banger.

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