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Summary

Rockharz Open Air 2017 - Der Samstag

Nach dem gestrigen äußerst zünftigen Tagesabschluss, geht der letzte Tag des Rockharz Open Air erstmal mit einer Portion Death Metal los.

Dawn Of Desease haben die Ehre, den Morgen zu eröffnen und geben sich auch alle Mühe, auch den letzten aus seinem Schlafsack zu trommeln und ein amtliches Brett an Riffs in den Raum zustellen, passende Dampfwalze zum geradebügeln verspannter Muskeln des Vortages inklusive. So geht Death Metal!

Deserted Fear schlagen auf ähnliche Weise in die Kerbe. Etwas epischer aber nicht minder energisch zocken die Thüringer ihren Death Metal und geben alles um auch die letzte Schlafmütze mit Blastbeats endlich aufs Infield zu treiben. Das anwesende Publikum steigt zumindest schon mal voll drauf ein und eröffnet den Morgensport mit einem Circle Pit.

Selbst nach einer Stunde feinsten Geknüppel soll es noch Leute geben, die wohl die letzte Nacht auf Tortuga nicht so gut überstanden hat. Für diese hat Dew-Scented noch herrlich flotten Thrash im Gepäck, der mächtig vorwärts geht und nochmal richtig Leute zieht.

Nach diesem flotten Einstieg in den Tag, den man sich eigentlich nicht hätte entgehen lassen dürfen, steht nun schöner klassischer Heavy Metal auf dem Programm. Tank bieten zwar jetzt nicht so fetten Bretter, dafür aber einen schön groovigen und souverän gespielten Sound, den die anwesende Menge zu genießen versteht und der ebenso Spaß machen kann.

Vom Heavy Metal kommend geht’s gleich noch etwas trockener zur Sache, als die Isländer von The Vintage Caravan die Bühne betreten. Mit viel Spielfreunde und Leidenschaft für ihre Musik, ziehen sie die Menge augenblicklich in ihren Bann und die feierwütigen Fans zeigen sich äußerst Textsicher zu dieser "morgendlichen" Stunde. Es folgt ein 40-minütiges, frisches, melodisches und mitreißendes Set, für das sich die Band ruhig einmal gebührend auf die Schultern klopfen darf.

Da wir einmal in Feierlaune sind, kann es auch direkt mit Mr. Irish Bastard weitergehen. Geboten wird Folk Rock der einfach nur zum Partymachen einlädt. Sorry, wer hier nicht mittanzt, mitspringt oder der großen Infield-Polonaise folgt, ist entweder noch völlig verkatert und wünschst sich zurück zum Belphegor-Set :)

Nachdem nun alle wach sein dürften und die Muskeln locker getanzt sind, kann es dann mal langsam wieder richtig losgehen. Serum 114 eröffnen ihr Set stilecht mit einem kleinen Bengalo-Einzug und präsentieren ihren Deutsch Punk mit viel Energie. Die Band hat sichtlich Spaß an dem was sie tut und zeigt dies auch sehr offen, während die Rockharzer von der Euphorie ergriffen fleißig mitpogen und sich für den nächsten Act auch gleich schon mal mit aufwärmen.

Der heißt nämlich Asphyx und bedeutet ein massives Brett Death Metal, welcher den Nackenmuskeln einfach mal alles abverlangt. Während die Band über die Bühne fegt, kreisen die Matten im Publikum. Das Set führt durch einen guten Mix an älteren und neueren Songs und lässt eigentlich keine Wünsche offen, außer jenen, dass die Band ihre Spielzeit ruhig hätte ausnutzen und nicht 5 Minuten vor der Zeit schon die Bühne hätte verlassen können.

Nach diesem Brett folgen nun erstmal herrlich düstere, melancholische Töne. Die Portugiesen von Moonspell gastieren auf dem Rockharz und haben ihr Set vorrangig mit Songs ihres 1996er Albums "Irreligious" gespickt. Es folgt ein 45-minütiges Set feinsten Gothic Metals trotz aller Huldigungen von "Irreligious" Songs wie "Vampiria" oder "Alma Mater" schlicht nicht fehlen dürfen. Die Fans werden es danken!

Melancholisch, wenn auch auf etwas andere Weise, bleibt es auch bei der nächsten Formation. Die Finnen von Insomnium stehen auf den Brettern des Rockharz Open Air, hinter ihnen das gewaltige "Winter's Gate", vor ihnen 45 Minuten Spielzeit. Kurz überschlagen sollte das sogar passen, diesen Mamutsong voller Emotionen der dunklen Jahreszeit hier zu präsentieren. Aber die Finnen um Nilo Sevänen haben andere Pläne: zwei Teile von Winter's Gate werden als Eröffnung und als Abschluss gespielt, dazwischen wendet man sich dann doch anderen Alben zu und spielt so einen großartigen Mix, der die versammelte Metalgemeinde mehr als anspricht. Auch Insomnium zeigen auf dem Rockharz einmal mehr, dass sie eine großartige Liveband sind, die zu jeder Tageszeit funktioniert und nicht nur im finnischen Winter.

Nun wird es langsam wieder Zeit für etwas aufmunternde Klänge. Diese kommen von den altehrwürdigen Gladbecker Kapelle Grave Digger, welche mit neuem Album im Gepäck die Bühne entern und ihren Heavy Metal energiereich unters Volk bringen. Direkt mit dem Titeltrack ihres aktuellen Albums "Healed By Metal" wird das Set eröffnet und das Publikum übt sich auch sofort im Mitsingen und präsentiert seine Textsicherheit. So spielt man sich munter durch das Set, was vorrangig aus neuem Material besteht, aber halt doch nicht ohne alte Schmankerl wie "Heavy Metal Breakdown" auskommt. Das Infield ist verdammt gut gefüllt und die Band bemüht sich auch mit Erfolg jene Anzusprechen, die es schon vor die zweite Bühne verschlagen hat um bei Korpiklaani beste Plätze zu erhaschen. Dies ist auch sehr von Vorteil, strömen doch immer mehr Massen ins Infield um sich das kommende Spektakel bloß nicht entgehen zu lassen. Die Finnen zelebrieren einen großartigen Auftritt und heizen die Meute mal so richtig ein. Tanzen, Crowdsurfen und verdammt viel Spaß haben, das sind hier die Devisen und Wodka das Tauschmittel!

Nachdem nun ausgelassen gefeiert wurde, wird es wieder Zeit für etwas Ernsthafteres. Dark Tranquility stehen auf dem Programm und sorgen hinter den Kulissen vor ihrem Auftritt ein wenig für Aufregung. Da Bandgitarrist Niklas Sundin aufgrund familiärer Verpflichtungen derzeit Live-Auftritten fernbleibt, hat man sich als Ersatz Christopher Amott ins Boot geholt. Allerdings hatte dessen Flug Verspätung, so dass er kurzerhand aus Berlin mit einer kleinen Propellermaschine eingeflogen wurde. Die Nähe zu einer Landebahn kann manchmal schon echt nützlich sein bei einem Festival ;) So konnten Dark Tranquility pünktlich mit ihrer Show beginnen und Melodic Death Metal der feinsten Sorte präsentieren. Wie auch schon auf ihrer Tour mit Amon Amarth Anfang des Jahres, ziehen die Schweden ein solides Set ab, kombinieren aktuelle Songs von ihrer letzten Langrille "Atoma" mit älteren Songs wie "ThereIn" oder "The Treason Wall" und heizen das Publikum zusehends ein.

Mit Spannung geht es auch dann gleich zum nächsten Gast beim Rockharz Open Air. Nachdem es im letzten Jahr eine ganze Reihe an Besatzungswechsel bei Eluveitie gab, sind die Fans in Scharen gekommen, um zu sehen, wie die neue Zusammenstellung des Gespanns denn so auf der Bühne performt. Und nein, von der Band werden sie nicht enttäuscht. Die Schweizer legen in alter Feiermanier einen Nackenbrecher nach dem anderen auf die Bretter, wozu das Publikum frenetisch abgeht, springt, tanzt, mosht und surft. Einzig der Sound macht der Band mächtig zu schaffen. Anfängliches Kratzen und Knarzen wurde nur noch getoppt von einem kurzzeitigen Totalausfall der Instrumente, wer weit genug vorn stand hatte wenigstens noch etwas Sound der Monitore abbekommen. Aber Eluveitie haben so viel Energie in Ihr Set gepackt, dass es die feiernde Meute reichlich wenig stört und man einfach über den schlechten Sound hinwegtanzt.

Bevor es zum letzten Headliner des Rockharz Open Air 2017 geht, kommt zum Festivalabschluss noch einmal ein Teil des Rockharz-Teams auf die Bühne. Veranstalter Buddy bedankt sich bei seinem Team und dem Publikum für ein erneut erfolgreiches Festival und stellt natürlich auch die Frage in den Raum, ob zum 25. Jubiläum denn auch wieder alle dabei wären. Nun, der Reaktionen des Publikums nach, wird das Rockharz wohl 2018 wieder ausverkauft sein, womöglich auch noch ein Stück schneller als dieses Jahr oder die Jahre zuvor. Wir freuen uns schon darauf, mit all den entspannten Metalheads wieder feiern zu dürfen!

Nun aber zum ganz großen Headliner des diesjährigen Rockharz. Gefühlt ALLE rund 14.000 Besucher scheinen sich auf dem Infield zu tummeln und erwarten Sehnsüchtig die Urgesteine des epischen Power Metals. Blind Guardian kommen auf die Bühne und stimmen den Opener und Titeltrack ihres 1995er Albums "Imaginations From The Other Side", direkt gefolgt von "I'm Alive". Geplant ist, wer ahnt es jetzt nicht, das komplette Album "Imaginations From The Other Side" bei diesem Gig durch zu spielen. Soweit keine schlechte Idee, aber doch fehlen einfach ein paar Klassiker, die sich der eine oder andere Anwesende sicher wünschten mal wieder live zu hören. Nach dem der letzte Ton von "The Wizard" verstummte, verblieben noch ca. 15 Minuten in denen "Mirror, Mirror", "The Bard's Song" und natürlich "Valhalla" angestimmt wurden - alle samt mit kräftiger Unterstützung des Publikums. Dies war spätestens bei "Valhalla" gefühlt lauter als Hansi am Mikro selbst und man konnte die Fanchöre weit über das Festivalgelände vernehmen, auch nachdem die Band ihre Instrumente bereits niederlegte und dem Festival einen mehr als würdigen Abschluss bescherte.

So ganz zu Ende ist das Rockharz Open Air 2017 aber noch nicht. Zwei Bands stehen noch auf dem Plan! Die Mittelalter-Rock-Truppe Feuerschwanz sind wieder einmal ein Garant für ausgelassene Feierlaune und trotz der langen Festivaltage, die auch mal gut an den Kräften zehren können bei solch einem fetten Line-Up, ist das Infield weiterhin proppenvoll und die Band schafft es einfach jeden zum Tanzen zu animieren und holt aus jedem die letzten Kraftreserven raus. Wieder einmal zeigen die Franken, dass sie beste Livequalitäten besitzen und es auch mit einer, vom Festivalalltag völlig abgerockten Meute noch locker aufnehmen können. Hut ab dafür und besten Dank für das breite Grinsen nach der Abschlussparty! Bloß gut, dass die nächste Band eher vom Kaliber Atmosphärische Dampfwalze ist und nun einfach bei verdammt guter Musik der Franzosen von Alcest das Festival entspannt seinen Ausklang findet. Mit ihrem neuen Album "Kodama" im Gepäck spielen Alcest ein mächtiges Set, bei dem wir nur schnell noch ein paar Fotos schießen, die Ausrüstung weglegen und wie viele andere im Publikum ganz entspannt die Augen schließen und die Musik genießen.

Mit den letzten Klängen dieser eingängigen Musik von Alcest endet auch das Rockharz 2017. Müde, oftmals auch schweigend und in Gedanken versunken, aber auch glücklich laufen viele der letzten Besucher zurück zu ihren Zelten und es legt sich eine merkwürdige Ruhe über das Gelände. Zurück bleiben wieder viele tolle Erinnerungen, ein wenig Wehmut an die vergangenen vier Tage und die Vorfreude auf das 25. Jubiläum im kommenden Jahr, wo bereits mit Hammerfall, Paradise Lost und Amorphis ein paar sehr hochkarätige Acts das Line-Up schmücken.

Wir freuen uns zumindest schon riesig darauf, mit euch auch im kommenden Jahr zu feiern und viele gute Bands erleben zu dürfen und tragen uns den 04. bis 07. Juli schon mal fett in den Kalender ein :)

Fotogalerie Samstag

Das Kosmos Wochenende neigt sich dem Ende. Nach der Eröffnung am Freitag in der Stadthalle startete der Samstag auf dem Gelände zwischen Limbacher- und Theaterstraße mit vielen Panels, Talks und Infoständen, Sportangeboten und vielen weiteren kleineren Aktionen. Gerade die verwinkelten Straßen und Höfe rund um die Markthalle sorgten dafür, dass man auch wenn man keine konkrete Veranstaltung ansteuerte an jeder Ecke etwas spannendes entdecken konnte.

Ab 12 Uhr fanden in der Schule am Hartmannplatz die Debatten mit Arne Semsrott und danach mit Luisa Neubauer statt. Letztere war so stark besucht, dass viele Leute keinen Ort mehr finden konnten, an dem der Talk zu sehen oder auch nur ohne Einschränkungen zu hören war.

Ebenfalls um diese Zeit begannen verteilt auf zahlreiche Bühnen die vielen Konzerte auf denen auch etliche Artists aus dem Radio UNiCC Programm vertreten waren. Für uns ging es los mit Power Plush auf der Trailer Stage. Es folgte Yola, welche erst kurz vor dem Event noch dem Line-up hinzugefügt wurde, auf der Bühne im ehemaligen Puppentheater. Ihren Auftritt performte sie dabei nicht alleine. Dani Lia unterstütze sie bei ein Paar ihrer gemeinsamen Lieder. Im Anschluss daran fand ihr eigenes Konzert auf der Trailer Bühne statt, bei dem wiederum Yola für ein paar Lieder vorbei schaute.

Auf der Hauptbühne begann dann ab 19 Uhr die ganz große Show mit ok.danke.tschüss, danach Alexander Marcus und zum Abschluss der geheime Headliner 01099. Schaut euch gerne die Impressionen oben in der Slideshow an :)

Abschließend lässt sich sagen, dass das Kosmos dieses Jahr ein voller Erfolg war. Es konnte sehr gut die Lücke nach dem Kulturhauptstadtkosmos trotz geringeren Budgets füllen und sich vielfältig neu erfinden. Wie jedes Jahr bleibt abschließend nur die Hoffnung, dass das Festival für Demokratie und Vielfalt auch 2027 wieder stattfinden wird.

Jolle stammt aus NRW. Ihre Songtexte handeln von Hoffnungslosigkeit, ihrer schweren Vergangenheit mit ihrem alkoholabhängigen Vater, dem Versuch nicht so zu werden wie er, dem eigenen Abfall in die Sucht und versuchtem Suizid, aber letztlich auch der Hoffnung, dass alles mit der Hilfe ihrer Freunde und Freundinnen abzulegen und sich komplett neu in ihrer Musik zu finden. Emotionale Indie-Balladen und experimentelle elektronische Klänge definieren ihren distinkten Sound.

Am 21.09.2026 tritt sie als Teil ihrer Ballons halten Tour 2026 in der Moritzbastei in Leipzig auf. Supportet wird sie von Enni. Die Tour dreht sich rund um ihr Debütalbum sunny side up vom 04.09.2026. Bekannt geworden war Jolle bereits abseits der Musik mit Vertonungen diverser deutscher Werbetexte für Funk und Fernsehen. Musikalisch erreichte sie den Durchbruch mit ihrer Single "Alle Märchen sind gelogen" von 2025. Nebenbei tauchte sie unter anderem gemeinsam mit Cro, Anaïs und Kitschkrieg jeweils auf gemeinsamen Songs auf. Ihre Lieder fanden auch schon den Weg in das Radioprogramm von Radio UNiCC. Nach einem erfolgreichen Festivalsommer geht Jolle nun zum ersten Mal auf große Deutschlandtour.

Am 4.8.2026 spielten Soulfly im Leipziger Hellraiser. Für den Opener-Slot sorgten Prophets Of The Rising Dead – eine Truppe mit deftigen Sounds, die gar nicht weit her stammt: aus Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt, quasi aus der Nachbarschaft. Ihr Sound war hart und genau richtig, um die Stimmung für die Titanen des Abends aufzuwärmen: brutale Gitarrensoli, heftige Riffs, ein Schlagzeug wie ein Maschinengewehr und zwei Sänger, die sich zwischen Growls und Gesang abwechselten. Ein würdiger Einstieg in einen Abend, der im Hellraiser stattfand – einer waschechten Heavy-Metal-Bude für Kenner. Wer hier schon mal war, weiß: Das ist ein Metal-Tempel!

Und dann kam Soulfly, und es war einfach nur brachial. Wer Max Cavalera kennt, wusste, worauf er sich einzustellen hatte: pure Energie. Wer ihn bis dato nicht kannte, konnte es an diesem Abend herausfinden. Der Mann ist schlichtweg ein Heavy-Metal-O.G. – so viel hat er für die Szene getan, so viele Impulse mit seinem Sound gesetzt, dass dieses Konzert wirklich etwas Besonderes war.

Lustigerweise fiel der Konzertabend genau auf Max Cavaleras Geburtstag – Prophets Of The Rising Dead hatten schon während ihres Sets darauf hingewiesen. Kaum betrat Soulfly die Bühne, stimmte das Publikum spontan ein Happy-Birthday-Ständchen an. Später im Set äußerte Max dann selbst den Wunsch, das Lied noch einmal auf Deutsch zu hören – und ließ sich das Publikum kein zweites Mal bitten: Noch bevor er seine Bitte zu Ende ausgesprochen hatte, ging es schon los. Wenn das mal kein Liebesbeweis ist, lieber Max!

Wer dachte, die Band würde angesichts ihres reiferen Alters etwas ruhiger auftreten, hat sich gewaltig getäuscht. Der Sound von Soulfly ist ohnehin schon brachial und animiert zu Chaos und Wildheit – und genau das lieferten die Bandmitglieder auch auf der Bühne: Sprünge bei den Breakdowns, hin und her rennen, direkte Interaktion mit dem Publikum. Wahrlich heftig! Im Laufe des Konzerts holte Cavalera zudem sein Berimbau raus, das traditionelle brasilianische Instrument, und spielte damit ein Solo. Der brasilianische Touch, der "Tribe-Vibe", für den Soulfly bekannt sind, kam immer wieder eindeutig zum Vorschein: So legten Cavalera, Gitarrist Mike DeLeon und Bassist Chase Bryant ihre Instrumente zur Seite und kamen jeweils mit einer Trommel zurück auf die Bühne – ein mitreißender Percussion-Part. Am Schlagzeug saß übrigens ebenfalls ein Cavalera: Zyon, Max' Sohn – Vater und Sohn gemeinsam auf der Bühne, das hat schon was!

Musikalisch spannte die Setlist einen Bogen über nahezu die gesamte Bandgeschichte: Von Klassikern wie "Eye For An Eye" und "Tribe" (beide vom Debütalbum 1998) über "Seek 'n' Strike" und "Downstroy" (vom Album "3", 2002) bis zu "Execution Style" und dem Titeltrack "Prophecy" (2004) war praktisch jede Ära vertreten. Klar, mit "Chama" spielte die Band auch den Titeltrack ihres aktuellen, 2025 erschienenen Albums sowie die Vorab-Single "Storm The Gates" – doch trotz der starken neuen Songs wollte Soulfly ihren Fans die alten Perlen nicht vorenthalten, wodurch das Set vollgepackt war mit Heavy-Tracks wie "No Hope = No Fear" und "Bring It". Fast zum Ende hin legte die Band dann noch mal eine heftige Schippe drauf: Das Publikum wurde aufgefordert, in die Knie zu gehen und sich zum Springen bereit zu machen. Wer Soulfly kennt, konnte schon ahnen, was kommt: "Jumpdafuckup" – ein legendärer Track, der einfach nur mitreißt. Und könnt ihr euch vorstellen, wie es ist, in der Hocke zu sitzen und zu wissen, dass gleich richtig die Post abgeht? Wie wenn man einen heftigen Böller anzündet und wartet, bis die Zündschnur zu Ende brennt – ein Mischmasch aus extremer Freude und Energie, gepaart mit etwas Ehrfurcht. Und dann ging es los: Der ganze Hellraiser sprang, Becher flogen, das Haus bebte. Einfach nur genial!

Ein extrem gelungener Abend – Soulfly sind definitiv eine Entertainer-Band und ein absoluter Tipp für alle Fans des harten Sounds!

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Die Vorfreude auf ein Line-up wie dieses war groß – und der 3. August im Haus Auensee hat sie mehr als eingelöst.

Los ging es mit Fit For An Autopsy aus New Jersey, die mit ihrem brutalen Deathcore-Sound und heftigen Breakdowns direkt klarstellten, wohin die Reise an diesem Abend geht. Die bereits aufgewärmten Nacken des Publikums bekamen danach von Bleed From Within noch eine Schippe drauf: Die Schotten aus Glasgow, die einst als Lamb-of-God-Coverband in einem Jugendclub angefangen haben, lieferten mit ihrer Mischung aus Metalcore, Melodic Death Metal und Groove Metal einen mehr als würdigen Support für ihre großen Vorbilder. Und dann kamen Thy Art Is Murder aus Sydney – bekannt und gefürchtet für ihren gnadenlos brutalen Deathcore-Sound zwischen technischen Breakdowns und Blastbeats – und setzten noch einmal eine ordentliche Schippe drauf. Wer bis hierhin noch nicht komplett durchgeschwitzt war, war es spätestens nach ihrem Set.

Apropos Schwitzen: Das Haus Auensee war gefühlt fast bis auf den letzten Platz gefüllt, und drinnen erreichten Temperatur und Klima einen wirklich heftigen Zustand. Schon vom bloßen Rumstehen lief einem der Schweiß den Rücken runter – und durch das Moshen und Headbangen der Massen stieg die Temperatur noch mal deutlich weiter an. Ob das ein Grund war, einen Gang runterzuschalten? Definitiv nicht! Und zusätzlich wurden über den Abend verteilt locker – keine Übertreibung – mehr als 50 Menschen per Crowdsurfing über die Köpfe der Menge bis zur Bühne getragen. Nahezu durchgehend war eine Person am Crowdsurfen – so etwas hat man selten erlebt und sagt schon viel über das Konzert aus.

Dann betraten Lamb of God die Bühne und bewiesen einmal mehr, dass sie zu den Titanen im Game gehören. Brutale Sounds, gepaart mit der Energie von Sänger Randy Blythe, der keine Sekunde stillhielt und das Publikum unermüdlich zum Moshen herausforderte. Die Setlist war ein Traum für jeden Fan: Klar, mit "Into Oblivion" ist dieses Jahr ihr neuestes Meisterwerk erschienen, doch echte Lamb-of-God-Kenner sehnen sich immer auch nach den Klassikern – und genau die gab es reichlich. "Laid to Rest", "Ashes of the Wake", "Omerta" und "Redneck" durften nicht fehlen, dazu ging die Reise quer durch die Diskografie: von "Sacrament" über "Wrath" bis zurück zu "512" von "VII: Sturm und Drang". Das Ergebnis: ein Publikum, das keine Sekunde stillstand, und Moshpits, die so groß wurden, dass sie quer durch den kompletten Saal gingen – von Säule zu Säule im Haus Auensee.

Ein weiteres besonderes Highlight des Abends: Gitarristen Willie Adler und Mark Morton gönnten sich ein Solo-Moment, bevor Schlagzeuger Art Cruz mit einem eigenen Drum-Solo nachlegte. Wer die Band-Geschichte kennt, weiß, dass Cruz relativ spät zu Lamb of God gestoßen ist – doch mit seinem Konzertauftritt hat er sich spätestens jetzt auch bei den Fans behauptet, die ihn zuvor noch nie live erlebt hatten.

Was insgesamt bleibt, ist ein rundum sehr gelungener Abend. Klar wurde hart gemosht, so wie man es auch bei dem Line up erwartet hat – doch der Umgang im Publikum untereinander blieb durchgehend rücksichtsvoll. Alle Grundregeln des Moshens wurden eingehalten: Stolperte jemand und ging zu Boden, blieben die Umstehenden sofort stehen und halfen wieder hoch. Genau so kennt man das aus der Metal-Community – und genau dafür liebt man sie!...

Am Samstag den 27.06.2026 fand im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden das erste Kraftklub OpenAir des Jahres statt. In wortwörtlich hitziger Erwartung blickten im Vorhinein alle Involvierten auf den Wetterbericht, welcher für den Tag in der Landeshauptstadt wohlig, warme 40 Grad prognostizierte. Trotz der Extremwetterlage war das Stadion extrem gefüllt. Um der Hitze entgegenzuwirken wurden zahlreiche kostenlose Wasserstationen und -sprinkler installiert, Rettungsdecken ausgegeben und das Wasser an den Verkaufsständen um 20% reduziert. Gab es doch einen medizinischen Notfall, so waren die zahlreichen Rettungskräfte direkt vor Ort.

Als erster Voract startete der Rapper yung pepp, welcher mit Sommerkleid und Wassereis die passende musikalische Untermalung für den sich langsam nähernden und damit Abkühlung versprechenden Sonnenuntergang lieferte. Mit seinen 17 Jahren und seinem Featuregast Kid Kapri konnte er die Fans, die sich schon nachmittags in die Stadionsonne trauten, begeistern.

Der zweite Programmpunkt des OpenAir-Abends wurde das Publikum von Blond durch ihre Hits zum mitsingen und mittanzen bewegt, was schon zeigte, dass sich niemand die Partystimmung von der drückenden Wärme kaputt machen lassen würde. Die Outfitchanges in ihrer Bühnenshow sorgten für Erfrischung und auch an das Publikum haben die Chemnitzerinnen gedacht: Wer sich durchgeschwitzt hatte konnte sich direkt am Merchstand mit frischem Blondmerch einkleiden.

Dann um 20:45 Uhr lief der große Timer, welcher von einem Kran über das Stadion gehalten wurde, ab und die Band mit dem K betrat die Bühne. Neben allen Songs vom neuen Album Sterben in Karl-Marx-Stadt überzeugten Kraftklub mit einem bunten Mix aus den größten Hits ihrer vorherigen Alben. Der breiten Masse ging vor allem der Song Kippenautomat nicht mehr aus dem Ohr. Immer wieder hörte man im Verlaufe des Konzerts die Melodie aus dem Zuschauerbereich, sodass die Gruppe aus der ehemaligen Kulturhauptstadt sich sogar dazu bewegen ließ den Song ein weiteres Mal spontan auf die Setliste zu setzen. Weitere Highlights waren das Blond-Feature bei ihrem gemeinsamen Song so schön, der Einsatz einer Schneekanone, welche zusätzlich für Abkühlung sorgte, Konfetti und Raucheffekte, sowie das Publikum selbst, welches bei dem Song Schief in jedem Chor das gesamte Stadion mit seinen Handylichtern magisch zum leuchten gebracht hat. Für alle, die ein Ticket bekommen konnten, wird der Abend sicher in guter Erinnerung bleiben.

Für alle, die jetzt Lust...