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Kurt Oesterle: Eine Stunde ein Jude. Geschichten gegen Antisemitismus. Von Johann Peter Hebel bis Ricarda Huch und Franz Fühmann

„für mich jedenfalls ist es höchst irritierend, dass in einer Bildungsgesellschaft wie der unseren – noch nie in der Geschichte besaßen so viele Deutsche so viel höhere Bildung! – antisemitische Feindseligkeit aller Schattierungen wieder derart wachsen, gedeihen und ausufern konnte wie in den letzten Jahren.“ (S. 12)

Diesem umfassenden Antisemitismus stellt Kurt Oesterle sein Buch entgegen: In „Eine Stunde ein Jude. Geschichten gegen Antisemitismus. Von Johann Peter Hebel bis Ricarda Huch und Franz Fühmann“ versammelt er nicht nur dem Titel entsprechende Texte, sondern er bespricht sie auch, stellt sie in Zusammenhang mit der Biografie ihrer Autor:innen und ihrer Entstehungszeit.

Der Aufbau der 13 Kapitel ist dabei immer gleich: Zunächst ein Textauszug, gegebenenfalls mit Erläuterungen zu einzelnen Begrifflichkeiten, danach ein Abriss der Entstehungs- und Wirkgeschichte des Werkes, zum Judenbild der Autorin oder des Autors sowie ein deutender Essay und weitere, das Gesamtbild erweiternde Textzitate.

Mit der Auswahl der Texte aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert hat Oesterle eine umfangreiche Sammlung antijüdischer Ressentiments und ihrer Entkräftung mit ästhetischen Mitteln angelegt. Im Rahmen der Besprechungen lernen wir viel über die Entwicklung des Judenhasses, die Wirkung vollständiger Mitleidsverweigerung, die Entwicklung der Judenfeindschaft zum kulturellen Code und das Entstehen der Selbstbezeichnung als Antisemit. Oesterle erklärt, wie die Funktionsweise des Antisemitismus sinnstiftende Wirkung entfalten kann, und zeigt damit auf, weshalb es sich um so eine verführerische Denkweise handelt.

„Eine Stunde ein Jude“ ist ein Lesebuch gegen den Antisemitismus, und es kommt gerade zur rechten Zeit. Möglichst viele Menschen sollten es lesen – auch jene von uns, die sich selbst von allen antisemitischen Gedanken frei wähnen, denn der Antisemitismus ist in unserer Kultur tief verankert und schleicht sich gern mitten ins Alltägliche hinein.

Besonders zu empfehlen sind meiner Meinung nach die Kapitel zu Ricarda Huch (Das Judengrab) und Friedrich Dürrenmatt (Abu Chanifa und Anan ben David). Das Kapitel zu Franz Fühmann (Das Judenauto) ist vermutlich das eindringlichste der dreizehn, denn Fühmann ist in seiner Erzählung schmerzhaft direkt.

„Eine Stunde ein Jude. Geschichten gegen Antisemitismus. Von Johann Peter Hebel bis Ricarda Huch und Franz Fühmann“ von Kurt Oesterle erschien am 21. September 2021 im Hirzel Verlag.

Audiobeitrag

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