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Summary

Luc Winger: Mord als Kunst

Unglaublich tolle Neuheit! Ein multilinguales Meisterwerk der Spitzenklasse. Jedem Krimi-Fan zu empfehlen, besonders für den Nachtisch. Hier unsere Rezension dazu mit Inhaltsangabe und meiner eigenen Meinung.

Inhaltsangabe zu "Mord als Kunst"

Der Maler Yves Honoré entzweit sich mit seiner Muse Pénélope und landet in den Armen der Amerikanerin Patricia. Das neue Glück währt nur kurz, denn seine Ex terrorisiert das Paar. Als auch noch der Verlobte von Patti aus den USA dazustößt, ist das Drama perfekt. Leidtragende ist die Freundin von Patti, denn sie verschwindet spurlos. Wurde sie Opfer der Tragödie, die sich zwischen den Liebenden abspielt? Kommissare Lucie Girard muss alle Register ziehen, um zwischen Lügen und Intrigen ihr Ziel zu erreichen.

Einfach gewagt, aber es hat sich mit jedem Wort gelohnt!
Die Handlung ist nicht das typisch zu erwartende "Es gab eine Leiche, was ist also passiert?" Ganz im Gegenteil es geht mit den Charakteren los und mit deren Situationen. Eine Amerikanerin entkommt vor einer unglücklichen Ehe in den Urlaub nach Frankreich, doch ihre Begleitung geht verloren. Oder hat Sie sich nur mit ihrer neuen Flamme aus dem Staub gemacht? Doch ihre eigenen Gefühle stehen selber Kopf, seit sie den charmanten Maler kennengelernt hat mit dem Sie kurzer Hand eine Affäre eingeht. Doch dann steht ihr Verlobter vor der Tür und möchte sie zurückgewinnen! Und über all dem schwebt schweigend die Frage "Wer ist es? Wer stirbt und was ist das Motiv?" Die Spannung lässt nicht nach bis zum Schluss. Trotz der vielen Handlungen hat das Buch die perfekte Länge um es entspannt an einem Abend durchzulesen. Die detaillierten Beschreibungen der Orte und Personen lassen dich direkt in das Geschehen eintauchen. Auch die verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch) helfen dir die Situation nachzuempfinden, auch wenn es am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Meiner Meinung ist das Buch sehr gelungen und die Risiken die eingegangen worden sind, haben sich ausgezahlt! Sich voll auf die Handlung zu stürzen und die eigenwilligen Charaktere so nachvollziehbar handeln zu lassen ohne dabei Spannung einzubüßen ist eine Leistung an sich. Aber dann noch in verschiedenen Sprachen zu agieren und diese so situationsgetreu in das Geschehen einfließen zu lassen, hat meinen vollen Respekt verdient. Sein Fingerspitzengefühl und seine Sprachgewandtheit zeigen sein unglaublich feinfühliges Sprachtalent und lassen das Lesen zu einem wahren Genuss werden.

Im Winter ist es draußen kalt und dunkel, der Wind pfeift und die kahlen Bäume recken ihre Zweige wie Finger in die Nacht – das ist die perfekte Atmosphäre für ein gruseliges Buch.

„für mich jedenfalls ist es höchst irritierend, dass in einer Bildungsgesellschaft wie der unseren – noch nie in der Geschichte besaßen so viele Deutsche so viel höhere Bildung! – antisemitische Feindseligkeit aller Schattierungen wieder derart wachsen, gedeihen und ausufern konnte wie in den letzten Jahren.“ (S. 12)

„Der Weg nach Hause“ von Sofia Lundberg beginnt mit einem emotionalen Schock: Überraschend erhält Viola einen Anruf von Lilly. Es soll ein Abschied sein, doch das kann und wird Viola nicht zulassen. Der Anruf stürzt sie in einen Strudel aus Erinnerungen.

Wolfgang Müller ist kein unbekannter in der deutschen Literaturszene. Der Schriftsteller, Filmproduzent und Jurist hat bereits mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht. Viele unter seinem Pseudonym Oscar Heym.

2021 fügt er mit "Das weiße Haus" einen weiteren Titel zu seinen Veröffentlichungen hinzu.

„[…] etwas, das es nicht gibt, wie etwas klingen zu lassen, das Bildern den Anschein von Wirklichkeit verleiht.“ (S. 79)

Das ist wohl die Quintessenz des Geräuschemachens, und es war der Lebensinhalt von Lambert, den wir in „Der Charme der langen Wege“ von Hanno Millesi ein Stück begleiten dürfen.