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Summary

Lutz Jäncke: Von der Steinzeit ins Internet. Der analoge Mensch in der digitalen Welt

„Die moderne Welt, die sich erst in den letzten 10 bis 15 Jahren geformt hat, hat nichts mehr mit der Welt gemein, in der sich der Homo sapiens über mehr als 70.000 Jahre erfolgreich bewegt hat. Im Grunde sind wir mit einer explosionsartig angestiegenen Informationsrevolution konfrontiert, die auf ein Gehirn trifft, das sich im Rahmen der Evolution auf ganz andere Anforderungen entwickelt hat.“ (S. 116)

In „Von der Steinzeit ins Internet. Der analoge Mensch in der digitalen Welt“ befasst sich der Neuropsychologe Lutz Jäncke mit der Frage, inwieweit der Mensch auf das Internetzeitalter und die digitale Welt biologisch vorbereitet ist – oder eher, warum das nicht so ist und auf welche Weise dies unser Verhalten online und offline verändert.

Dabei geht er systematisch vor: von den zentralen Eigenschaften des Menschen und den Grundmustern seines Verhaltens, wie sie sich in den vergangenen 70.000 Jahren entwickelt haben, hin zu den Herausforderungen und Problemen, die die digitale Welt eben dafür stellt.

Dabei geht es unter anderem um Sozialverhalten und wie abhängig es von der physischen Begegnung ist. Es geht um Langeweile – wann sie aufkommt und zu welchen Verhaltensweisen sie führt, und das nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Affen. Es geht um die Frage, wie Aufmerksamkeit und Konzentration funktionieren, und was Impulskontrolle damit zu tun hat. Welche biologischen, welche neuropsychologischen Voraussetzungen bringen wir evolutionsbedingt mit, und wie passen diese ins Zeitalter des Internet? Warum bedeutet ein Mehr an Informationen nicht automatisch, dass wir bessere Entscheidungen treffen? Wie kann es uns gelingen, aus der Masse an Informationen diejenigen herauszufiltern, die für uns nützlich und sinnvoll sind, und uns nicht mitreißen und treiben zu lassen vom Hundersten ins Tausendste?

Jäncke spricht eine ganze Gruppe von Zukunftsproblemen an, die er sieht und widmet ihnen ein ganzes Kapitel. „Von der Steinzeit ins Internet“ schließt mit einem starken Plädoyer für eine „Kultur der Selbstdisziplin“, angelehnt an die Vulkanier (Star Trek), mit deren Hilfe es gelingen kann, sich nicht selbst im Rausch der immer neuen Verlockungen des World Wide Web zu verlieren. Und vielleicht sehen wir gerade der Evolution bei der Arbeit zu, und die Menschheit macht gerade den nächsten Schritt – vom analogen zum digitalen Wesen.

Mit Ausnahme der letzten schließt jedes Kapitel mit einer Zusammenfassung, und ein Sachwortverzeichnis ergänzt die Navigation über das Inhaltsverzeichnis hinaus.

„Von der Steinzeit ins Internet. Der analoge Mensch in der digitalen Welt“ von Lutz Jäncke erschien am 10. Mai 2021 im Hogrefe Verlag.

Audiobeitrag

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„Wir schauen zum Himmel, um zu erfahren, woher wir kamen und wohin wir gehen werden. Es war zwar immer Angst mit im Spiel – aber auch Hoffnung. Daran hat sich seit Jahrtausenden nichts geändert.“ (S. 8)

„Noch vor 100 Jahren gab es Vorschläge, dass Vogelschwärme durch Telepathie kommunizierten oder dass das gleichzeitige Blinken von Leuchtkäferscharen auf das Blinken der Augen des Beobachters zurückzuführen sei.“ (S. 2)