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Summary

Albumreview: Lord Of The Lost - Swan Songs III (VÖ.: 7.8.2020) - 8,5/10

Swan Songs III… Ich war sehr skeptisch, als ich hörte, dass Lord of The Lost noch ein drittes Mal die Klassikschiene einschlagen. Vielleicht dachten sie alle guten Dinge sind drei oder sie haben einfach zu viele gute Klassiksongs geschrieben? Wir werden sehen…

Lord of The Lost: Swan Songs III

Ich war von den ersten beiden Swan Songs Alben als Ganzes nie 100 Prozent überzeugt. Am Anfang war alles besonders, sogar die alten Songs in neuem Gewand. Das war etwas Neues und damit echt cool, aber es gab meist nur zwei, drei neue Songs, die mir einfach ins Herz gingen, wie Porcelain oder The Sands Of Time. Der Rest der Lieder war für mich so lala. Beim zweiten Swan Songs Album mochte ich auch einige neue Songs richtig gern (The Broken Ones und Lighthouse zum Beispiel), mit dem Rest konnte ich wieder nicht viel anfangen, weil ich vielleicht die dreckige, laute Seite der Jungs mehr mag...

Also war ich wirklich skeptisch, aber dann wurde ich überrascht. Ich hätte tatsächlich nicht damit gerechnet, dass Swan Songs III mich so tief im Herzen erreichen. Ich würde das Grundgefühl des Albums als sehr traurig beschreiben, irgendwie noch trauriger, als die beiden Vorgänger. Die Songs sind auf jeden Fall eingängiger und bleiben mehr hängen, als bei Swan Songs II.

A Splintered Mind ist der Opener und gehört auch zu meinen Favoriten. Gerade die Zeile „Would you still love me with a splintered mind“ hängt mir sehr nach.

Gänsehaut Pur habe ich wenn ich A One Ton Heart einfach nur anhöre, ohne Video, ohne irgendwas… Nur ich und das Lied auf den Kopfhörern. Die Melodien haben so viel Gefühl in sich, dass mein Herz richtig mitleidet und das habe ich bei Balladen tatsächlich nicht mehr so oft. Vielleicht bin ich abgestumpft… Aber hier habe ich das fast das ganze Album hinweg, weshalb ich auch gern eine Review dazu schreiben wollte. Der Refrain von A One Ton Heart fühlt sich für mich so an, als würde jemand mit einer Schreibfeder immer wieder in mein Herz stechen, um mit dem Blut einen Brief zu schreiben. Immer und immer wieder fühlt es sich wie Stiche an. Unglaublich intensiv. Ich weiß, wie theatralisch das klingt, aber so fühlt sich der Song für mich an.

Dying On The Moon ist ehrlich gesagt nicht ganz meins, aber dafür glänzt Joy Frost mit ihrer Stimme echt unglaublich. Wer oder was Zunya ist werden wir wahrscheinlich nie erfahren, aber für mich ist es ein Tanz. Ich stelle mir irgendwie eine barocke Ballszene vor. „The way out is through, the way out is you“ ist meine liebste Zeile. Zunya ist einfach eine harte aber doch berührende Liebeserklärung.

Unfeel ist mein absoluter Lieblingssong auf der ganzen Scheibe. Sänger Chris hat im Track By Track verraten, dass er den Song einem anderen Künstler geben wollte und ich bin so froh, dass dies nicht geschehen ist. Unfeel ist im Gegensatz zu Zunya einfach eine nicht ganz so depressive Art jemandem zu sagen, dass er einem alles bedeutet. Ich freue mich schon den Song live zu hören.

Deathless klingt, als würde ein Vater über sein Kind schreiben. Ich weiß nicht, ob das die Hintergrundgeschichte ist, aber ich fühle die Verbindung einer Eltern-Kind-Liebe. Als würde ein Kind einen erden, wenn man dabei ist seinen Verstand in dieser verrückten Welt zu verlieren. Deathless verspricht ewigen Schutz und Liebe in dieser Welt. Das Lied sticht vor allem durch den langsamen Spannungsaufbau hervor. Es wird immer intensiver und ich bekomme Gänsehaut.

Agape sticht vor allem für mich durch seine schönen Streicher hervor und der darauffolgende Song Hurt Again bleibt durch den Refrain einfach im Ohr. Amber hingegen ist wieder etwas besonderer, wie ich finde. Es ist ein Lied, was für mich klingt, als würde eine Person im Sterben liegen und jemand steht ihr bei und singt dieses Lied. Es ist ein sehr schöner Song und er wird zum Ende immer intensiver. Chris’ Stimme ist der Wahnsinn im zweiten Teil.Man merkt richtig, dass er gesanglich einen Zacken drauf gelegt hat.

We were Young ist das zweite Feature auf dem Album und anfangs fand ich den Song nicht so eingängig muss ich sagen, aber je öfter ich ihn gehört habe, desto krasser fand ich ihn. Vor allem, wenn man auf den Text achtet und den Heaven Can Wait Chor im Hintergrund hat. (Können wir kurz den absolut geilen Name des Seniorenchors wertschätzen?) Das Lied ist einfach ein Meilenstein in der Bandgeschichte von Lord of The Lost.

4.33 scheint wie 4.33 Minuten Stille und tatsächlich ist es das auch, aber da diese Stille in der Klassik auch gespielt wird, scheint dieser Song perfekt zum Runterkommen und Nachdenken. Ich glaube, wir erleben hier noch die ein oder andere Überraschung, sollte der Song je live „performt“ werden, wovon ich ausgehe, da Klaas im Interview sowas angedeutet hat. ;)

Der zweite Teil der CD beherbergt, wie die Vorgänger schon, einige schon bestehende LOTL-Songs, lediglich in neuer klassischer Fassung. Diesmal sind einige Songs der letzten Platte Thornstar neu arrangiert worden.  Schön sind sie allemal und ich glaube, dass viele sich über die Neuauflage vom 18-minütigen Letters To Home sehr freuen werden. Ich für meinen Teil hätte nicht zwingend ein neues Arrangement für die ganzen Lieder gebraucht. Das trifft auch für die Neuarrangements der Vergangenheit zu. Aber ich verstehe, warum sie es getan haben und es ist eben auch ganz nett anzuhören.

Fazit

Mein Fazit zu Swan Songs III? Es ist eine deutliche Steigerung zu den letzten beiden Schwanengesängen und das beste Klassik-Album von Lord of The Lost. Textlich ist es auch einfach mega und finde es wirklich ziemlich gefühlvoll. Ich hoffe einfach, dass das Gothik Meets Klassik im November in Leipzig stattfinden wird und wir die Songs live erleben dürfen. Wenn nicht da, dann vielleicht auf der Tour im Frühling. Ich würde dem Album eine 8,5 von 10 Sternchen geben. Abzug gibt es, weil ich es laut mehr mag und gern ein bisschen mehr abwechslungsreicher. Aber man darf auch von Schwanengesängen nicht erwarten, dass sie fröhlich klingen. :)

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