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Summary

Glass Animals - ZABA

Let me screw my rusty heart into your wooden soul

Künstler: Glass Animals
Album: ZABA
Mitglieder: Dave Bayley, Drew MacFarlane, Edmund Irwin-Singer, Joe Seaward
Herkunft: Oxford, England
Klingt wie: Ein verkaterter Sprung in einen perfekt temperierten Waldsee

 

Vor mir Gespräche über die versalzenen Mensakartoffeln des Vortages, hinter mir wird „36 Grad und es wird noch heißer“ gesummt - neben mir Blabla über die Herausforderung einen passenden Bikini zu finden ohne auf ein H&M Einheitsmodell zurückzugreifen. Konversationsbrei in Linie 51.

Jetzt helfen nur noch Kopfhörer und ein Gemüts-abkühlender musikalischer Waldspaziergang ins Wunderland zu den Jungs von Glass Animals die mit ihrem Debütalbum ZABA allen Genreregistern entfliehen. Auf der anderen Seite des Hasenlochs verschmelzen auserwählte Elemente aus Indie-Rock, Trip-Hop und Synthiepop mit einer Prise Soul und erzeugenen einen R n' B-Psycho-Groove. Ein musikalisches Kaleidoskop über das ein Sepia-Filter gelegt wurde. Zierlich und fragil wirken die teils mehrstimmigen gehauchten Texte und bilden damit die Sollbruchstelle im sonst so flächigen Klang.

Die 4 Engländer kennen sich schon seit Schulzeiten, fanden jedoch erst kürzlich zusammen um einer musikalischen Ambition nachzugehen. Dave, Frontmann und musikalischer Strippenzieher der Band, bereitete vor ein paar Jahren zu Weihnachten, mit zwei Songideen im Sack, seinen alten Schulfreunden ein vielversprechendes Geschenk. Im Jahr 2013 stolperte kein geringerer als Super-Producer Paul „Midas“ Eppworth auf ein Konzert der Oxforder Combo und nahm sie unter seine Fittiche. Auf der langen Liste seiner vom Erfolg gekrönten Zöglinge stehen Namen wie Adele, Florence and the Machine, Coldplay und Bruno Mars um nur ein paar zu nennen. Die Vorzeichen könnten nicht besser stehen.

Keine Ahnung, das war eine ganz schön wilde Achterbahnfahrt für uns. Ich kann es immer noch nicht glauben.“ sagt Dave in einem Interview auf die Frage wie das so schnell passieren konnte.

Erfrischend sexy weht der Westwind von der sonst so grauen Insel und die Kritiker sind sich einig, „Glass Animals“ sind eklektisch ohne sich dabei zu übernehmen. Trotz der hohen Erwartungen lebt das Album von kindlicher Verspieltheit und experimentierfreudiger Unbefangenheit.

Das Video der jüngsten Single-Auskopplung Pools erzählt eine düstere Geschichte die den Sound der Briten perfekt visualisiert. Die Kulisse dafür? Eine Welt aus Knete natürlich. Ein junger Knetmann trifft auf ein Knetmonster, das sein Knetgesicht anknabbert. Er flüchtet zu einer Knetpfütze und seine Vorstellungskraft wird in Matrix-Manier in eine verquere Knet-Unterwasserwelt katapultiert. Dort trifft er auf eine Knetfrau in die er sich prompt verliebt. Sie küssen und verformen sich bis das der Tod sie scheidet. Ein optisches Pendant zur Musik. Psychedelisch, klebrig, und sich stetig verformend, – irgendwas zwischen fest und flüssig – flüst.

Die geflüsterte Stimme im Hintergrund von Goosey ist klaustrophobisch und verlangt im Refrain explizit nach Veränderung. Ein Eskapismus der seine Auflösung in der Einnahme von Grünzeug sieht. Von dieser Einstellung will sich die Musikredaktion explizit distanzi... ach was solls – 420!
I can't take this place, I can't take this place/ I just wanna go where I can get some space/ Truth be told/I've been here, I've done this all before/ I tell you go gloom/ I cut it up and puff it into bloom

Black Mambo reiht sich ein in die extrem dichte und synästhetische Lyrik und liest sich wie Rilke auf LSD.

What'll be now mister Moe/ Whisper slow in curls of smoke/ Take a back seat or play fair on/ Dance with me and shake your bones. […]

Wanna play gin says the slow/ A time in all, fly this to his nose/ Tickle head gin can take your throne/ Pump your veins with gushing gnomes“

Konsequent sickert ein sinnlicher Sub-Bass durch das Album, akzentuiert von abgestimmten Percussions und eingängigen Gitarrenmelodien, getragen von flächigen Synthies – im Kontrast dazu lyrischer Text der, aufgeladen von Naturmetaphorik, von Coming of Age-Gefahren, Zeit-zurückdrehen-wollen, Unzulänglichkeiten und natürlich Liebe erzählt. Es ist aufrichtig und im ursprünglichen Sinne romantisch.

Die Motive sind klassisch und treffen in ihrer Form den Zeitgeist. Man kann nur gespannt sein wo die Reise für die sympathischen Jungs hingeht!

Anspieltipps:

  • Toes
  • Goosey
  • Pools
  • Black Mambo

„Zu viel Freiheit, zu wenig Liebe.“ Anar Taki

Video

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