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Summary

Beste "Nicht-CD's der Woche"

Persönliche Highlights der MREDAK

2013 ist fast durch. Was bedeutet das?! Quarkkrapfen bis zum Abwinken, gefühlter Dauerpegel wegen Glühwein, Grog und Glübi, sowie Jahresrückblicke am laufenden Band. Da der Mensch ein Rudeltier ist machen wir da gleich mal mit und berieseln euch heute mit einem ganz besonderen Ranking. Bevor wir euch nächste Woche offenbaren, wer unserer Meinung nach das beste Album des Jahres veröffentlicht hat, bekommt hier erst einmal die persönlichen Highlights unserer Musikredakteure. All diese Alben haben es leider nicht zur 'CD der Woche' geschafft, finden aber hier den geeigneten Platz für dessen Erwähnung. 

Nina

Portugal. The Man – Evil Friends
Als bekennende Portugal. The Man-Fanatikerin ist natürlich-wie nicht anders zu erwarten-Evil Friends, das siebte reguläre Studioalbum der Band, mein persönlicher Favorit 2013.

Auch in Diesem präsentieren sich Gourley & Co. wieder von ihrer musikalischen Glanzleistung. Highlights des eingängigen Meisterwerks sind vor allem die Songs 'Modern Jesus', 'Atomic Man' und 'Purple yellow red and blue'.

Daniel

Poliça – Shulamith
Selbstverständlich haben sich Channy Leaneagh und Ryan Olson mit ihren lang erwarteten Zweitling Shulamith einen Platz in diesem Ranking verdient. Ein bisschen R'n'B, viel Electronica und noch mehr Autotune von Leaneagh's Stimme schaffen eine ätherische, fast metaphysisch anmutende Aura. Mit 'Smug' haben sie zudem einen zeitlos-grandiosen Track gezimmert, den jeder auf seiner Playlist haben sollte!


Paula

Herrenmagazin – Das Ergebnis wäre Stille

In Herrenmagazin bin ich schon seit einigen Jahren schwerstens verliebt, denn sie haben es tatsächlich noch nicht geschafft, mir mit irgendeinem Song nicht zu gefallen. Umso aufgeregter war ich, als im März ihr neues, drittes Album erscheinen sollte und wir uns endlich in den Konzertsälen und Festivals dieses Landes wiedersehen sollten. Songs wie 'Regen', 'Frösche', 'Qlinch' oder 'Krumdal', sorgten dann auch schnell dafür, dass es wieder kribbelte. Herrenmagazin sind einfach immer verlässlich, wenn es um großartige Texte und perfekte Melodien geht - und wenn es so weitergeht, werden wir sicher noch alt miteinander.

Kevin

Casper – Hinterland
Geniales Album. Anfangs noch verhasst, weil nicht XOXO. Zugegeben es ist anders, aber dann doch nicht. Wieder werden tolle Lyriks geboten, ebenso wie tolle Beats, sodass man sich gern wiederfindet - in Benjamins Worten.

Jakob

Captain, We're Sinking – The Future is Cancelled
Die Zukunft ist gecancelled. So mutig wie ehrlich dieser Albumtitel in Zeiten von fehlender Nächstenliebe (Hallo Schneeberg...), die einen an Sinn und Zweck der Gattung Mensch doch erheblich zweifeln lässt, auf dem Cover prangt, so mutig und ehrlich ist auch das Werk von Captain We´re Sinking. Tiefgreifende Musik ohne Laptop, dafür mit echten Instrumenten für Freunde des Faust-in-die-Luft-Cores a la Hot Water Music und dem geschmeidigen Mall-Emo von Criteria. Für mich eines der Alben des Jahres, nicht zuletzt wegen der umwerfend simplen, aber absolut treffsicheren Textzeile, die sich anklagend gegen all den depressiven Scheiß draußen in der Welt aufzubäumen versucht: "I deserve to be happy"

Vanessa

Davendra Banhart – Mala
Zugegeben, bis zum Sommer 2013 hatte ich den Singer/Songwriter mit den klangvollen Namen Devendra Banhart selbst noch nicht auf dem Schirm. Zahlreiche Blogs, Magazine und musikbeflissene Freunde schwärmten jedoch immer wieder in höchsten Tönen von ihm und das zu Recht, wie ich feststellen durfte. Freak-Folk nennt sich die Schublade, in die man den fantastischen Freigeist stecken darf, der sich für sein in diesem Jahr erschienenes achtes Album „Mala“ von seinem Markenzeichnen getrennt hat- sein scheinbar ewig sprießendes Haar samt Bart.

Dabei passte es so wunderbar zu diesem Kosmopolit und King of Freak-Folk, der mir mit seinen 14 Songs die warme Zeit des Jahres versüßte und - so plakativ es klingen mag – den Soundtrack zum Sommer lieferte. Banhart macht einfach Spaß und davon überzeugen auch seine Texte. Er setzt einem Tag am See das i-Tüpfelchen auf, wenn er über tanzende Zähne, lachende Zitronenbäume oder einfach nur ein herzerwärmendes Come-Home-Lied singt. Behilflich dabei, diese Leichtigkeit durch das gesamte Album zu tragen, war sein zuverlässiger Freund der Synthesizer. Ihm ist es zu verdanken, dass Banhart perfekt ausbalancierte Klangräume schafft, in denen man sich vollkommen verlieren kann. Perfekt zum in Erinnerung schwelgen und auf den Sommer freuen!

Caro

Ghostpoet – Some Say I So I Say Light
Ich ärgere mich immer noch, dass es diese Platte nicht in die CDDW Reihe geschafft hat. Nachdem der Geisterpoet 2011 mit 'Peanut Butter Blues & Melancholy Jam* nicht nur den wahrscheinlich besten Albumtitel aller Zeiten geschaffen hat, sondern mit 'Survive it' auch die Hymne für Nachtwanderer geschrieben hat, ist sein zweites Album dieses Jahr noch vielschichtiger und ausgefeilter geworden. Obwohl ich den „Ich nehm alles allein bei mir im Schlafzimmer auf“- Groove etwas vermisste, ist diese Platte für mich der absolute Höhepunkt des Jahres gewesen. Dieser unglaubliche freshe Mix aus UK-Garage, Post-Grime und Triphop hat sich tief in meinen Kopf und mein Herz gesaugt. Die Platte ist ein Muss auf jedem portablen Musikabspielgerät.


Das ist für alle Nachtschwärmer,

für alle Allein-nach-Hause-Lauffer,

für alle Melancholiker und die Tresenphilosphen -

das ist Ghostpoet!

Tobias

Jon Hopkins – Immunity

2013 war ein Jahr, welches für viele in Gedächtnis bleiben sollte, in dem viele Künstler ihr angestammtes Metier verlassen haben. Einige haben damit einen Erfolg verbuchen können, andere wiederum sind bei dem Versuch gescheitert, da sie in einem Soundbrei untergegangen sind. Zu der ersteren Klasse Künstler, die sich trauten zu neuen Ufern aufzubrechen und damit auch noch Erfolg hatten, zählen zum einen die omnipräsenten Arcade Fire; aber ein Künstler sollte in dieser Kategorie nicht vergessen werden. Und das ist Jon Hopkins. War er vorher noch eher bekannt als der Produzent von Coldplays Viva La Vida, so erschien 2013 mit seinem Album 'Immunity' ein Werk, welches seine vorherigen Wurzeln im Ambient-Bereich loslässt und mit feinem Nach-der-Clubtour-wieder-zum-herunterkommen-Techno/IDM (Genrebezeichnungspatent beantragt) aufwartet. Nicht nur, dass es hier zwei Anfangtracks gibt, die einem Jeden in Verzückung bringen sollten ('We Disappear' & 'Open Eye Signal'), sondern auch das weitere Album strotzt nur so vor Titeln, die dieses Jahr nicht ungehört sein sollten ('Breathe This Air', 'Abandon Window', 'Immunity'). Deswegen: Hört in dieses Album rein und genießt.

Susann

Charles Bradley – Victim of Love
Stell dir vor es ist Sommer, du bist von vielen Menschen umgeben, es ist heiß- ultra heiß und „the Screaming Eagle of Soul„ gibt eine Show zum besten, wo dir einfach nur die Knie weich werden.

So ist es wenn man Charles Bradley mal live sieht. Ich hatte dieses Vergnügen dieses Jahr und deswegen ist die Platte „Victim of Love“ auch meine persönliche Nicht – CD der Woche.

Die Menahan Street Band und Charles Bradley haben hier etwas gebastelt, was einem schlichtweg den Atem raubt. Eine Stimme die dir Gänsehaut beschert und eine Funk Band, die dich einfach zum tanzen bringt. DAS macht das Album aus!


Bebe

Suns Of Thyme - Fortune, Shelter, Love And Cure
Sollte ich niemals mehr aus meinem Abstecher in die mittleren Sphären der psychedelischen, auch melancholisch anmutenden Klänge entwischen, sind es womöglich Suns of Thyme, die mich mit ihrem Debütalbum 'Fortune, Shelter, Love And Cure' in ihren Fängen halten. Lässt man sich morgens ungern aus den nächtlichen Gedankenkonstruktionen reißen, kann die musikalische Darbietung der Berliner Band jene Träume anregen, auch am Tage wiederzukehren. Im Kontext vom friedlichen Dasein mit sich und äußeren Einflüssen schafft man, begleitet von Gitarrensounds und gedämpften Gesang, bewusst eine ebenso surrealistisch anmutende Welt, die Ausflüge ins Lebensgefühl der 60er-Jahre verspricht und den Willigen in faszinierende Klanghöhen treibt.

Jonas

Deafheaven – Sunbather
Die für mich bis dahin unbekannte Band Deafheaven veröffentlichte vergangenen Sommer ihr zweites Album. Aufmerksam wurde ich auf dieses Album durch das besonders hübsche Album Cover und seitdem ich das erste Mal die Platte hörte, lässt sie mich nicht mehr los! Was die US-Band mit diesem Album geschaffen hat, gilt für mich jetzt schon als Meilenstein. Für alle die auf Mogwai, Godspeed You! Black Emperor oder hübsche Alben Cover stehen.

 

Vera

Aluna George – Body Music
Die beste Verbindung von der Schönen und dem Nerd seit My Girl!

Das in London angesiedelte Traum-Duo macht R’n’B endlich wieder salonfähig und sexy - nach furchtbar langer Trauerphase, in der das Genre immer oberflächlicher und in etwa so der Erotik überdrüssig war, wie schlechte Werbung eines mittelständischen Unternehmens.

Es liegt nicht allein an der schönen Stimme, Teilzeit-Model Aluna Francis, die wie ein schnurrendes Kätzchen daherkommt oder den knackigen Beats von George Reid, der die Neptunes und Timbaland wissentlich und hörbar verehrt, dass Taio Cruz sich wohl sogar für die Kraft von schwächeren Songs wie Love Kaleidoscope einen Hoden abhacken würde.

Da ist einfach eine frische Energie am Schwingen, die die Clubgänger im Londoner East End, in Berlin-Kreuzberg oder der fränkischen Dorf-Disco auf der Tanzfläche vereint.

Und dabei auch noch durch die selbstbewussten Lyrics, wie in Attracting Flies, mit dem ganzen Schmu aufräumt, dass es nur Platz für starke Jungs und arschwackelnde Mädchen gibt:

Let away faire tales and, little white lies

Everything you exhale

Is attracting flies”

Jasmin

To Kill A King – Cannibals with Cutlery
...einfach sprachlos gut!

 

Das waren sie also, die persönlichen Highlight der Musikredakteure von UNiCC. Nächste Woche geben wir dann genau hier bekannt, was für uns die CD des Jahres ist!!!

Zugezogen Maskulin melden sich nach über zwei Jahren eindrucksvoll zurück, viel verändert hat sich nicht. Und das ist auch gut so. Die Wut mit der sie schon auf „Alles Brennt“ rappten, bringen Testo und Grim jetzt auch auf „Alle gegen Alle“ rüber.

Der Titel ist Programm. Im neuen Album wird nahezu jede Gesellschaftsschicht und jedes Milieu Deutschlands und der westlichen Welt thematisiert, von Berlin Mitte über scheinbar kluge Satiriker bis zur ostdeutschen Provinzbevölkerung. Und vor allem deren Gräben. Quasi Alle gegen Alle.

Obwohl sie zwei Jahre an dem Album gearbeitet haben, treffen sie einen Nerv - das Auseinanderdriften der Gesellschaft, ganz besonders das moralische Erheben Einzelner gegenüber der breiten, teilweise abgehängten Masse.

Besonders hervor sticht neben den beiden Vorab-Singles „Alle gegen Alle“ und „Was für eine Zeit“ auch der Track „Yezzy Christ Superstar“. Dieser steht symbolisch für das Leben der heutigen Jugend. Solange das Outfit und der Instagram-Feed stimmen, ist alles ertragbar. Dass die moderne Leistungsgesellschaft auch Opfer hat, thematisieren Zugezogen Maskulin auf „Der müde Tod“. Denn nicht für alle Menschen ist das Leben Friede, Freude, Kunstaustellung.

Musikalisch knüpft „Alle gegen Alle“ beim Vorgänger „Alles Brennt“ an. Genauso impulsiv und frontal präsentiert sich das Klangbett und passt damit bestens zu Testo und Grim. Somit ist bei ihren Konzerten wieder Abriss, Ekstase und Pogo garantiert.

Viel lassen Sie nicht vermissen, außer eventuell eine Radiosingle. Aber wer Untergrund rappt, braucht diese auch nicht. Zugezogen Maskulin schaffen mit der neuen Platte den perfekten Nachfolger zu „Alles Brennt“ und setzen eindrucksvoll ihren Stempel auf das prall gefüllte Deutschrapjahr 2017.

Text: Marcel Kröber

Video

ODESZA (Harrison Mills und Clayton Knight) gelten zurecht als eine der populärsten Gruppen im Bereich der elektronischen Musik und haben den Ruf, ihre Fans auf ihren regelmäßig ausverkauften Live-Konzerten besonders glücklich zu machen.

Harrison Mills und Clayton Knight haben in ihrer noch jungen Karriere bereits eine Grammynominierung sowie goldene Schallplatten für ihre Singles erhalten und bei Spotify und YouTube zusammen über eine halbe Milliarde Plays angehäuft. Mit zwei komplett selbst produzierten Studioalben erschafft das Duo aus Seattle atmosphärische, filmische Musik, die die Grenzen zwischen den Stilen verwischt, in denen sie sich bewegen. Gleichzeitig legen sie aber viel Wert darauf, live auch jene Instrumente zu spielen, die im Studio zum Einsatz kamen, wie es ihre zahlreichen Konzerte bezeugen. Nebenbei schafften sie es sowohl 2015 als auch 2016, jedes ihrer Konzerte auszuverkaufen (nebst Headlinershows auf den größten Festivals weltweit), zuletzt erst bespielten sie die Bühne des knapp 10.000 Plätze fassenden Red Rocks Amphitheaters – gleich zwei Abende hintereinander.

Das neue Album „A Moment Apart“ präsentiert sich gereift; ein Sound, der insbesondere auf Atmosphäre setzt, auf funkelnde Synth-Lines – und auf Gefühle wie Nostalgie, Zuversicht und Hoffnung. Die namhaften Gäste auf dem Album sind u.a. Leon Bridges, Regina Spektor, und RY X. Eklektisch? Aber sicher!

Das Schlussstück des Albums, „Corners Of The Earth (feat. RY X)“, eines der beiden heute bereits veröffentlichten Vorabstücke, baut auf einer schaurigen Gesangsperformance von RY X auf, die sich durch episch-donnernde Low-EndSynthesizer kämpft, während Bläsersätze und Chöre zum Finale in ein wahrhaftes Crescendo hineinsteigern. Der Track verschmilzt so zu einem emotionalen, nahezu filmischen Höhepunkt, ganz nach der geschätzten Produktionsweise von ODESZA.

„Meridian“ ist ein weiterer ODESZA-typischer Track, der mit rhythmisch pulsierenden Drums und kraftvollen Vocals gleichermaßen die subtile Klangverschiebung des Duos hörbar macht, die man womöglich bereits der Covergestaltung abzulesen wusste, die von Harrison Mills und Michelle Gadeken besorgt wurde.

Die 16 Tracks des Albums ergeben ein Gesamtbild und erzählen eine musikalische Geschichte, welche Odesza zu erzählen wissen: diffizil, abwechslungsreich, sphärisch und auf der Reise zwischen Pop und Elektro; feingliedrig und manchmal auch kurz brachial:
Macht euch ein eigenes akustisches Bild, wir können es euch absolut...

In der Musik ist es wie im Weltgeschehen. Findet ein Systemwandel statt, lässt die Gegenrevolte meist nicht lange auf sich warten. Die Zukunft der Musik konnten in den 1980er-Jahren nur Besserverdiener gestalten. Sampling war das Zauberwort der Stunde und wer eine halbe Million Dollar lockermachen konnte, durfte mitsampeln - an inzwischen vollkommen veraltet-bräsigen Maschinen. Die Jugend, seit jeher wichtigster Impulsgeber der Popmusik, durfte keinen Trevor Horn vorweisen, weil sie sich der Produktionsmittel nicht bedienen konnte.

Während des Wechsels ins neue Jahrzehnt roch es förmlich nach Revolution in den Clubs, als DJs die Musik schnelltaktignachhaltig veränderten. Mit einfachen Mitteln: Zündende Ideen, zwei Turntables, ein mittlerweile erschwinglicher Sampler, ein Mikro und eindringliche oder originelle Stimmen. Die Hits kamen wieder aus dem Underground, von schweißgebadeten Fanatikern, die House-Beats mit eigenen kurzen-prägnanten Melodien mischten. Techno-Dance, die Jugend- und Partykultur, deren Ausläufer bis heute andauern, krempelte die Musikwahrnehmung für immer um.

Alex Christensen, DJ erster Stunde - übrigens: lange bevor es USB-Sticks gab! - war tonangebender Mitinitiator der Techno-Dance- und Eurodance-Bewegung. Er ließ erst Deutschland, dann Europa und schließlich die ganze Welt tanzen. Beinahe im Alleingang. Ritmo de la noche, der Sommerhit des Jahres 1990 stammte aus seiner Feder. Danach ging es für den selbsternannten Musikverrückten aus Hamburg Schlag auf Schlag: Die erste Goldene für Ritmo, endlos Anfragen für Produktions-Jobs, jeder Club wollte den DJ von der Elbe als Garant für volle Häuser buchen.

1991 zündete er schließlich einen Knaller ungeahnten Ausmaßes: Das Boot von U96 hielt sich geschlagene 13 Wochen auf #1 der deutschen Singles-Charts, sorgte europaweit für Furore und ebnete der Techno-Szene eigenhändig den Weg in den Mainstream. Alex Christensen wurde allgegenwärtig: BRAVO-Titelbild, Gastrollen in Hollywood-Filmen und in der Marienhof-Serie - das volle Programm. Was zunächst keiner ahnte, ist heute Gewissheit. Der Name Alex Christensen ist zu einem der wenigen beständigen Brandings der internationalen Musikszene geworden.

Die Liste seiner Credits liest sich so lang wie beeindruckend. Er arbeitete mit Udo Lindenberg, Helene Fischer, Söhne Mannheims, Tom Jones, Paul Anka, Sarah Brightman, Mark Wahlberg aka Marky Mark, er saß bei Popstars in der Jury, feierte immer wieder mit eigenen Songs Riesenerfolge (Du hast den schönsten Arsch der Welt) und blieb dabei immer einer, der sich am liebsten hinter den Kulissen verortete. Spricht man heute mit ihm, bezeichnet er sich als "Familienmensch und Musikbesessener, der es nicht sein lassen kann und sich immer wieder selbst herausfordert, neue musikalische Abenteuer auszuprobieren".

Musik fördere bei ihm geradezu kindhaften Spieltrieb, führt er weiter aus. Immer noch. Nach zigtausenden Stunden im Studio, im DJ-Booth, an Analog-Equipment, mit dem mühelos ein Truck zu füllen gewesen wäre. Man glaubt es ihm ungesehen. Seine Range, die Bandbreite an Musikspielweisen, mit denen er der Popmusik seit mittlerweile drei Jahrzehnten Impulse verleiht, ist beispiellos. Dance-Tracks, Balladen, Electronic-Exkursionen, klassische Singer-Songwriter-Projekte, lupenreiner Pop - in der Produktionsweise von Alex Christensen klingt alles, wie es klingen soll, aber nie beliebig. Das bislang außergewöhnlichste Projekt von Alex Christensen, steht nun endlich vor der Vollendung.

Mit ...

Die irisch-amerikanische Folk-Rock-Band Flogging Molly (dt.: peitschende Molly) haben am 2. Juni ihr neues Album "Life Is Good" veröffentlicht. Bekannt sind sie seit ihrer Gründung 1997 durch ihren einmaligen irischen Sound, unterstrichen von Violine, Mandoline und Akkordeon. Das neue Album ist - als Nachfolger von Speed of Darkness (2011) - das nun schon sechste Studioalbum. Nie waren soziales und politisches Bewusstsein mehr im Vordergrund. 

Auf der Platte befinden sich tolle tanzbare Nummern wie The Hand of John L. Sullivan, Welcome to Adamstown oder The Bride Wore Black. Besonders die Verbindung zu ihren Wurzeln lassen sie deutlich spüren. Sehnsuchtsvolle Nummern wie The Last Serenade (Sailors and Fishermen) oder Life Is Good sind auch vorhanden. 

Das Album entführt den Hörer in einen irischen Pub, wo sich Gott und die Welt bis spät in die Nacht bei bester Musik über Dinge austauscht, die die Leute bewegen. Denn darum geht es bei Flogging Molly, dieses Gefühl von irischer Mentalität. Die Songs peitschen nur so die gute Stimmung und Laune voran. 

Sänger Dave King:"In Irland geht man in einen Pub, um sich zu unterhalten. Genau das machen wir jeden Abend auf der Bühne: in den Pub gehen und Geschichten austauschen."

In aller erster Linie sind Flogging Molly allerdings eine noch coolere Liveband, die gerade mit den Broilers und Vollbeat auf Tour ist: 
14. Juli: Dresden - Elbufer (w. Broilers)
15. Juli: Berlin - Wuhlheide (w. Broilers)
30. Juli: Thun - Stockhorn Arena (w. Vollbeat) SCHWEIZ
1. September: Graz - Messe (w. Vollbeat) ÖSTERREICH
3. September: Schweinfurt - Willy Sachs Stadion (w. Vollbeat) 

Video 1

Album Teaser

Mit Hits wie "Waterfalls", "No Scrubs" und "Creep" sowie 65 Millionen verkauften Alben, vier Grammys, Platin- und Diamant-Auszeichnungen, zehn Top-10- und vier Nummer-1Singles gehören TLC bis heute zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Girlgroups aller Zeiten. Das Tomboy-Trio vermengte Rap, R&B und Soul auf ganz eigene Weise, setzte modische Statements, predigte die Selbstermächtigung der Frau und legte in den 90er Jahren schon den Grundstein für die nächste Girlgroup-Generation um Beyonce Knowles und ihre Destiny's Child.

Aber nach dem Lisa "Left Eye" Lopes im Jahr 2002 sieben Monate vor der Veröffentlichung des letzten TLC-Albums "3D" bei einem Autounfall ums Leben kam, wurde es ruhig um die beiden verbliebenen Mitglieder Tionne "T-Boz" Watkins und Rozonda "Chilli" Thomas. Erst 2013 kehrten die beiden zurück auf die Bildfläche, spielten in Japan restlos ausverkaufte Konzerte und erhielten dort für ihr Lebenswerk den MTV Legend Award.

Nach anschließenden Touren in den USA und Australien meldeten TLC sich 2015 schließlich mit einem Spendenaufruf zurück. Mithilfe der Crowdfunding-Plattform Kickstarter sammelte das Duo 430.000 US-Dollar für die Produktion einer neuen Platte. Künstler wie Katy Perry, New Kids on the Block und Justin Timberlake beteiligten sich an der Aktion. Das Ergebnis: "TLC", das erste TLC-Album seit 15 Jahren!

Und gleich der erste Track gibt die Marschrichtung vor. Der Name "No Introduction" ist dabei Programm. Die Sprechchöre, die lautstark "T-L-C!" skandieren, machen deutlich: Nein, diese beiden Damen brauchen garantiert keine Vorstellung mehr. "Way Back" mit Westcoast-Rap-Legende Snoop Dogg lässt im Anschluss Erinnerungen an alte Zeiten wach werden. Ein astreiner Throwback-Track zu dessen Golden-Era-Sound T-Boz und Chilli sich an unbeschwerte Highschool-Partys und das Hören von Michael-]ackson-Alben erinnern - und gleichzeitig die Hochs und Tiefs ihrer Freundschaft zelebrieren.

Auf "TLC" geben sich T-Boz und Chilli so vielseitig wie eh und je. "Scandalous" zieht einen mit nervösen Hi-Hats, brummenden Bässen und hypnotisiernden Synthies auf den Dancefloor, während "Aye MuthaFucka" als zurückgelehnt-selbstbewusster Representer auf Blechbläserbasis daherkommt. Und wenn Left Eye sich im nach ihr benannten Interlude via archivierter Anrufbeantworteraufnahme über einen lockeren Beat zu Wort meldet, dann fühlt es sich für einen ganz kurzen Moment so an, als seien die drei wieder vereint.

Aber TLC blicken nicht nur zurück. "Haters" ist ein echter Pop-Banger.

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